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Nebst näherer Umgebung. Seit Jahren war der grottenhässliche Hauptbahnhof in Essen politisches Streitthema, jetzt wird er für 57 Mio. € (vom Bund) umgebaut, weil Essen die Kulturhauptstadt 2010 ist und der Hauptbahnhof dann nicht aussehen soll wie ein Haufen Kot.
Das ist generell eine ganz tolle Idee. Der Bahnhof war wirklich potthässlich. Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen:
Die U-Bahnhof-Baustelle unterhalb des Bahnhofsvorplatzes
Wie gesagt, alles ganz toll. Aber als Reisender hat man jetzt bis Ende 2009 die Oberarschkarte gezogen. Die Großbaustelle macht halbwegs angenehmes Reisen bzw. Aufhalten nahezu unmöglich. Das Erreichen von Anschlussbahnen oder Bussen ist eine Zumutung. Ich stelle mir vor, wie Menschen, die entweder gebrechlich, im Rollstuhl oder sonstwie nicht gut zu Fuß sind, 400 Meter um den Bahnhof herumlaufen sollen, um ihre Verkehrsmittel zu erreichen. Busse haben Bahnsteige, die auch in Fahrplänen numerisch angegeben sind, jedoch nicht WO sie sich exakt befinden. Da irrt man umher und sucht, und sucht, und sucht …
Alle Wege sind mindestens verdoppelt, Fahrgäste sind alle genervt. Ich bin ja gar nicht gegen den Umbau des Bahnhofes, aber gegen das mehr als schlechte Übergangsmanagement habe ich was. Und genau aus diesem Grund wird der Umbau den Bund zwar vielleicht 57 Mio. kosten, Essen aber auch etwas darüber hinaus. Es vergrault nämlich Besucher, massiv, und es schädigt die vielen Ladenbesitzer um den Bahnhof herum und jene, die einst ihr Geschäft IM Bahnhof hatten.
Da muss dringend nachgebessert werden.
Jetzt aber der Knaller: Nach dem Umbau soll der Bahnhof so aussehen. Ist das alles? Im Jahr 2010 nach Christus erwarte ich mehr von einem topaktuellen Bahnhof.
Liebe Freunde, für ein nichtkommerzielles, dennoch sehr sinnvolles Projekt (ich erwähnte da bereits was) benötige ich eine gyle und intuitive Photoblog Software, und zwar auf deutsch und zum Installieren auf meinem eigenen Server. Ich bitte um Tipps!
Kurz etwas zum Projekt, wirklich nur kurz:
Es geht um den gnadenlosen Ausverkauf einer gesamten Siedlung im Ruhrgebiet(1) - mit großer Historie - der durch Privatisierung und ausländische Spekulanten seinen bedauernswerten Lauf nimmt. Menschliche Schicksale, Verwurzelungen und Erinnerungen - besonders älterer Menschen - werden verbrannt. Es geht um Familien und Nachbarschaften, vertraute Bindungen, die in über 80 Jahren entstanden sind. Diese werden auseinandergerissen, Menschen vor die Tür gesetzt, durch die sie jahrzehntelang geschritten sind.
Ich bin dort aufgewachsen, mir liegt dieses Projekt sehr am Herzen. Einige Menschen, die mich mein Leben lang kennen und heute bereits ein hohes Alter haben, berichteten mir kürzlich mit den Tränen in den Augen, wie hart der Ausverkauf sie trifft. Ich war 2 Tage mit meiner Mutter und der Kamera dort unterwegs.
Ich möchte mit den Photos (und Video-Interviews, die ich noch führen werde) dazu beitragen, daß Druck auf die Stadt, die Politik und andere Beteiligte ausgeübt werden kann, damit diese einmalige Siedlung nicht nur erhalten sondern auch zu Teilen wieder hergestellt werden kann.
Hier nur ein Beispiel des Verfalls und der Überwucherung:
Der Gänsereiter früher
Der Gänsereiter heute
Einer der schönsten Fleckchen Erde, die sich im Ruhrgebiet vorfinden lassen. (back)
Eine Persönlichkeit ist sie schon, diese Stadt. Ich habe ein Mischverhältnis mit ihr. Ich mag Berlin nicht besonders, es ist die Größe und die Anonymität, aber auch der Geruch der Vergangenheit, Faktoren, die mich an Berlin immer wieder irritieren. Dieses Bild drückt meine Beziehung zu Berlin ziemlich gut aus:
Geschossen mitten in Berlin
Außen herum ist das, was ich gerade oben beschrieb. In der Mitte sind die vielen lieben Leute, die ich in Berlin kenne, die Offenheit, der Mut zu Vielfältigkeit, platt gesagt: Das Multikulturelle.
Das Dunkle in dem Bild ist aber auch das Versteckte, die - ja bereits oben erwähnte - Anonymität, und auch die Aggression, die ich immer wieder in Berlin wahrnehmen kann.
Wenn ich es auf den Punkt bringen müsste: Berlin ist mir zu GROSS.