This is the official website of the musician, sound engineer, DJ, composer & producer for film & media Ingo Vogelmann. No MySpace, Fuckbook or whatever ... this is a real real deal.
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Rounders bei achnaja.com hat mich inspiriert mal (kurz)(1) was zu erzählen. Nebenbei: Ein sehr empfehlenswertes Blog. Kommen wir zu meiner Story:
Ich war 15 (1988) und es war Sommer. Ausserdem war ich mit einem total bescheuerten Typen, der den ganzen Tag nur Lügengeschichten erfand - von wegen wie cool, hart und überhaupt er ist - unterwegs in die Essener Innenstadt, um ein bißchen Weiber aufzureissen herumzuflanieren. Ich weiss heute nicht mehr, wieso ich mir das antat, er nervte eigentlich nur. Scheinbar erachtete er mich aber als passendes Schnitzel-ans-Ohr-laber-Opfer. Weil er so cool war, fuchtelte er übrigens alle paar Minuten (öffentlich und hochpeinlich) mit seinem Butterfly-Messer herum. Mehr als ein mal habe ich mir gewünscht, das er sich beim Herumfummeln mit dem Teil die Finger zerhackt langweilt.
Auf der Rückfahrt in der U-Bahn stiegen nach 2 Stationen genau 10 Personen ein, denen man seinerzeit nicht gern begegnete. Es handelte sich um eine Art Gang aus der Nachbarstadt Mülheim, die berüchtigt war für Brutalität und schwere Straftaten.(2) Einen von den 10 kannte ich sogar näher und war überrascht, ihn in der Gruppe zu entdecken. Er war ein Nachbar von mir, wohnte ca. 200 Meter von mir entfernt und kam eigentlich aus sprichwörtlichem ‘guten Hause’. Ein Idiot war er trotzdem, oder genau deshalb, wer weiss das schon.
Jedenfalls passierte, was passieren musste. Einer der Gang kam - obwohl es viele andere Möglichkeiten gab - auf mich zu und sprach:
Steh’ auf, ich will da sitzen!
Ich so:
Schau’ dich um, ist doch genug frei.
Falsche Antwort. Was nun passierte, war ein Albtraum und zugleich ein traumatisches Erlebnis, was mich für mein ganzes Leben prägte, und zwar bis heute. Der freundliche Mitmensch schlug mir sofort ins Gesicht, während der coole Butterfly-Kumpel sich erstmal blitzschnell aus dem Staub machte, um mich der Meute allein zu überlassen. Er verschwand und ward nicht mehr gesehen. Zumindest an dem Tag nicht mehr.
Natürlich verließen auch alle anderen Fahrgäste sofort die U-Bahn, niemand kam mir zur Hilfe. NIEMAND.
Im Folgenden habe ich unzählige Schläge, Tritte und geschlagene Flaschen aushalten müssen. 10 besoffene Schläger drehten mich einmal komplett auf links und wieder zurück. Alle Klamotten, die ich am Körper hatte, waren blutgetränkt. Und es war mein eigenes. Dennoch hatte ich irgendwie grosses Glück. Bis auf einen lockeren Zahn, der sich von alleine wieder festigte, Prellungen, Platz- und Schnittwunden, war mir nicht mehr passiert, was z.B. Folgeschäden hinterlassen hat. Ich musste nicht einmal ins Krankenhaus. Meine Lippe war an zwei Stellen aufgeplatzt, war alles nicht so tragisch.
Die Schläge waren nicht das Schlimmste. Der Schmerz kam erst danach, verging schnell, und die Wunden heilten innerhalb von 2 Wochen. Es war die Ohnmacht, einer Gruppe von Schlägern ausgeliefert gewesen zu sein, ohne das ich irgendwas hätte unternehmen können. Man trat ziemlich eiskalt auf mich ein, als ich bereits blutüberströmt und vollkommen wehrlos in Embryonalstellung auf dem Boden lag und meinen Kopf festhielt, auf das er mir bei einem der Tritte nicht von den Schultern riss. Dieses Gefühl, absolut nichts entgegensetzen zu können, es über mich ergehen lassen zu müssen, das ist es, was mich von dem Moment an nie wieder losgelassen hat. Jeder von der Meute hatte mindestens einmal Hand, Fuß oder Flasche an mich gelegt. Sogar mein Nachbar, der aus gutem Hause.
Ich weiß, er bereut das bis heute. Zumindest erinnert er sich an den Vorfall mindestens genauso lange wie ich. Zum Beispiel jeden Morgen, wenn er sich die beiden vorderen Schneidezähne putzt, die nicht mehr die sind, die er direkt nach der Geburt hatte. An dieser Stelle lasse ich Interpretationsspielraum …
Nach diesem Vorfall musste ich etwas für mein Ego, für mein Selbstbewusstsein, tun. Ich begann mit Kampfsport, und ich war ganz gut darin. Mir ist sowas nie wieder passiert. Heute reagiere ich immer noch sehr empfindlich auf Androhung von körperlicher Gewalt bzw. wenn ich ‘rieche’, das jemand nur darauf aus ist. Ich bin mit den Jahren sehr entspannt geworden, was nicht immer so war. Seit vielen, vielen Jahren kam es zu keinem Zwischenfall mehr. Ich rieche sowas mittlerweile 500 km gegen den Wind und gehe jeder potenziell gefährlichen Situation bewusst aus dem Weg. Wenn ich nur eine Gruppe Betrunkener sehe, mache ich einen großen Bogen, besonders, wenn ich weibliche Begleitung habe. Sowas ist - komischerweise - wie ein Stressmagnet für übermütige Besoffene.
Es gibt Momente, in denen man direkt ‘drin steckt’, ohne die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Dann geht es halt nicht anders, aber zum Glück bin ich in den letzten Jahren davon verschont geblieben. Denn mein Problem ist dann nicht die Angst davor, etwas abzukriegen sondern mehr kein Bock auf den Stress, der dadurch entstehen kann. Ihr wisst vielleicht, was ich meine … der Polizei (oder gar einem Richter) Fragen beantworten etc. …
Womit ich immer noch ein kleines Problem habe: Wenn mich ein Betrunkener aggressiv volllabert und mich dabei anfasst oder mir generell zu nahe kommt (was ich ohnehin nicht mag, wenn ich jemanden nicht kenne). Dann muss ich mich entweder - inklusive deutlichen Vorwarnungen - ganz schwer zusammenreissen oder … ihr wisst schon. Ich spreche sowas sehr ungern aus, weil ich es selbst total Shyce finde.
Gewalt ist das Allerletzte. Besonders, wenn es die einzige Möglichkeit ist, um sich selbst oder andere zu schützen. Es gilt: Lass’ den Alkohol aus der Rübe, wenn du ihn nicht verträgst. Auch alles andere, was du nicht verträgst.
Was mit dem Butterfly-Kumpel passierte? Nichts. Wann immer ich ihn irgendwo gesehen habe, ging er mir aus dem Weg, wechselte schon aus der Ferne die Strassenseite und verschwand irgendwo so unauffällig wie möglich. Diese verkackte, feige Ratte.
Die Gefahr, dass ich Sport anschaue, ist ohnehin gering. Bei diesen Olympischen Spielen ist sie gleich null.
Aber sowas von. Ich liebe Leichtathletik, und das wird mich auch ein kleines Bißchen schmerzen, dennoch ist mir viel wichtiger, meine Haltung zu der Sache durch einen Zuschauer weniger deutlich zu machen. Mich nämlich.
Und das bei einem tendenziell schlafgestörten Vogelmann. Super Idee.
Hier die Regeln:
1. Wann steht Ihr auf? Auf jeden Fall nach dem Wachwerden. Ich stehe meistens auf, wenn andere Mittagspause machen. Zu meiner Verteidung: Insgesamt schlafe ich weniger als Durchschnittsschläfer, da ich auch wach bin, wenn andere zur Arbeit gehen.
2. Was macht Ihr nach dem aufstehen? Rauchen, Netz, Pipi, willkürlich und ekelhaft irgend jemanden aufgrund präsentem Weltschmerz blöd anmachen (sofern jemand zugegen. Ich bin ein unausstehlicher Morgenmuffel, das kann böse Ausmaße annehmen. Bevorzugte Opfer: Gebühreneinzugsbeauftrage, Frosta-Drücker und Markisenvertreter). Reihenfolge der Tätigkeiten völlig unterschiedlich, nur - bis auf rauchen - nichts davon zusammen, besonders in Verbindung mit Pipi nicht.
3. Fotografiert Euren Wecker. Haben andere schon getan.
MC Winkels weBlog» Blog Archiv » Zwänge, Ängste, Lebensnöte
Hab ich feist beim MC aufgelesen. Und weil der Winkelmann eine tiefenthematisch (WTF?) so gute Vorlage geliefert hat, klaue ich auch noch das. Schließlich ist er der A-Blogger, nicht ich …
Duschverhaltensstörungen. Ich habe eine ziemlich klare Reihenfolge: Erstmal muss ich das Gefühl haben, überall richtig nass zu sein. Das Ganze natürlich so heiß, wie es eben erträglich ist. Dann Haupthaar waschen, danach gegebenenfalls mit Duschgelartigem einseifen, abduschen. Dazwischen könnte eine ausgiebige Körperhaarentfernungsarie ablaufen, aber nur max. einmal die Woche oder je nach Bedarf (ja, Bedarf).
Auch ich (wie der Winkelsen) habe eine feste Hosentaschen-Materialdispositionsstruktur: Vorne links Schlüssel und Münzgeld, rechts Handy (wenn keine Jacke auf dem Programm steht), hinten rechts Patte. Das alles wird stets im Türrahmen stehend auf Vollständigkeit geprüft. Ich bin übrigens Weltmeister im Vergessen meiner externen Soundkarte, wenn es zu einem Gig geht. Ich merke es aber meistens noch rechtzeitig.
An der Stelle weiche ich mal von den Winkelmann-Vorlagen ab. Ich habe einen Schnalzzwang. Nach dem Essen schnalze ich, bis ich restlos alle genervt habe. Ich kann es absolut nicht haben, was zwischen den Zähnen hängen zu haben. Die Ausbeute schicke ich dann immer eingeschweisst an ‘Brot für die Welt’.
Ich schlafe am liebsten auf dem Bauch … und wache dann immer mit fürchterlichen Rückenschmerzen auf. Total behämmert.
Ich habe immer HAARGENAU so lange Lampenfieber, bis ich hinter dem DJ Pult stehe. Sobald ich meinen Job beginne ist alles wie weggeblasen (nicht, was ihr wieder denkt …) und ich bin die Coolness in Person. War schon immer so. Komisch. Beim Auftritt trinke ich meistens Bier und rauche jede Zigarette maximal zu 33 %. Als Perfektionist, was meine Darbietungen angeht, meide ich jegliche Form von härteren Psychopharmaka WÄHREND des Auftritts.
Ich habe eine Hygienefanatikerphobie. Überhygienische Menschen gehen mir auf die Nerven, aber mächtig. Das heißt nicht, daß ich ungepflegt bin (oder gar charlotterochig), es heißt aber zum Beispiel, daß ich jemandem auch die Hand gebe, mit der ich noch vor einer Minute mein äußeres Geschlechtsteil zum Urinieren in der Hand hatte, ohne daß ich mir nachher die Hände gewaschen habe.
Ähnliches würde ich gern lesen von FrauLehmann, dem Arschbildermann, Lilith und dem Papst, aber der traut sich ja nicht, die Pfeife.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk, wies auf eine hohe Konzentration der Arzneimittelausgaben auf einen kleinen Teil der Versicherten hin: 80 Prozent der Ausgaben entfielen auf weniger als 20 Prozent der Versicherten.
Auffällig sei der besonders starke Anstieg der Ausgaben für ADHS-Präparate. In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen lägen diese jetzt an der Spitze, noch vor Arzneimitteln gegen Erkältung, Fieber und Schmerzen. Daher begrüßte Caspers-Merk das Behandlungsprogramm der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, das für betroffene Kinder zunächst eine Behandlung ohne Medikament vorsehe.
Ist ein Kind auffällig aktiv oder hat Konzentrationsstörungen, so hat es sofort ADS, ADHS oder sonstwas in diese Richtung. Alle freuen sich: Allen voran die Pharmaindustrie, dann die Pharmareferenten (witzige Bezeichnung für Arzneidrücker), selbst die Ärtze, auch die Eltern … nur irgendwann das Kind nicht, wenn es begreift, daß ihm eine Krankheit in die Schuhe geschoben wurde und man nur Geld mit ihm verdient hat.
Mich regt das schon seit Ewigkeiten auf. Und ich weiß jetzt schon, wer sich über mich aufregt …
Hier ein Auszug aus einem ganz beachtlichen Interview mit der türkischen Ehefrau, Mutter und Großmutter:
Genc: Ich trage eben keinen Hass in mir. Wenn man es genau nimmt, hasse ich genau vier Menschen auf dieser Welt. Nämlich die vier, die mein Haus angezündet haben. Alle anderen Menschen verdienen Respekt und Liebe. Und die bekommen sie von mir. Es sind doch nicht alle Deutschen schlecht, weil vier von ihnen mein Haus und mein Leben verbrennen. Nein, wir müssen respektvoll miteinander umgehen, sonst macht das doch alles keinen Sinn.
SPIEGEL ONLINE: Erzählen Sie Ihren Enkeln, was in jener Nacht passiert ist, wenn sie Ihnen Fragen stellen?
Genc: Nein, ich habe ihnen immer gesagt, dass unser Haus aus Versehen abgebrannt ist. Ich will keinen Hass in ihre Seelen pflanzen. Ich habe ihnen beigebracht, respektvoll zu leben und andere Menschen zu lieben, nicht zu hassen. Wenn ich ihnen die Wahrheit erzählt hätte, dass vier Jugendliche unser Haus und unsere Verwandten angezündet haben, dann würde ich Hass sähen. Dabei hilft das doch niemandem. Kinder hassen nur, weil irgendjemand diesen Hass in ihnen weckt.
Vor dieser Frau verneige ich mich. Und außerdem läuft mir dabei beinahe Pipi auf’s Gewand.
Mit diesen Worten verabschiedete mich heute der diensthabende Oberarzt der Station N1 (Neurologie) des Dortmunder Klinikums, dessen ‘Häftling’ ich nunmehr für 4 beschissene Tage war.
Und das ging so …
Freitagabend
Wenn ihr meine Ergüsse auf twitter verfolgt, habt ihr sicher mitbekommen, daß ich zu diesem Zeitpunkt bereits heftigen Kopfschmerz beklagte und mich - für meine Verhältnisse recht früh - in die Falle (Bett) knallen (legen) wollte. Das tat ich auch. Klarer Fall für mich: Der Wetterumschwung, ich bin wetterfühlig. Ansonsten habe ich recht selten Kopfschmerzen.
Samstagmorgen
… erwachte ich mit noch heftigeren Schmerzen. Das fand ich sehr seltsam. Üblicherweise sind meine Kopfschmerzen weg, wenn ich geschlafen habe. Ich quälte mich also über den ganzen Tag damit und bettete mich erneut irgendwann mit der Hoffnung, der Schmerz würde schon vergehen, wenn ich Sonntagmorgen erwachte. Jetzt nahm ich zum Ersten Mal - was für mich auch eher ein Tabu ist - eine Paracetamol 500 (die quasi Null Effekt hatte).
Sonntagmorgen
Ich habe die ganze Nacht vor Pein keine Minute geschlafen. Als ich Sonntagmorgen auf die Uhr schaute und acht Uhr ablas, war mir klar: Hier stimmt etwas gewaltig nicht. Der Schmerz war astronomisch angewachsen und vernebelte meinen Verstand nahezu völlig. Ich hatte das Gefühl, mir platzt der Kopf, wenn ich ihn nur mit einem Finger berühre. Ausserdem konnte ich kaum noch schlucken. Bei jeder Aktivität in diese Richtung zersprang mir gefühlt der Schädel.
Ich hatte mittlerweile 6 (in Worten: Sechs) Paracetamol 500 intus. Wenn mein Kopfschmerz nicht so massiv gewesen wäre, hätte ich meinen Magenschmerz vielleicht noch gespürt. Mit meinen letzten noch arbeitenden Gehirnzellen überlegte ich, was ich tun sollte. Ich kam zu dem Schluß: Notarzt anrufen.
Dieser war 15 Minuten später da und packte mich sofort ein und brachte mich ins Dortmunder Klinikum, Notaufnahme.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so Scheiße aussah. Nach einer Flasche Johnnie Walker sehe ich besser aus. Das war meine Perspektive:
Minuten später wurde ich zum Ersten Mal perforiert:
Innerhalb von 10 Minuten tröpfelte man mir 500 ml Flüssigkeit in den Balg, mit der abschließenden Bemerkung der Krankenschwester:
Huch, das war ja ein halber Liter, das ging aber schnell.
Ich weiß bis heute nicht, was das sollte, ist aber auch egal. Gefühlte Stunden später - ich hatte aber schon Anti-Schmerz-Drogen bekommen, also ging das einigermaßen - kam ein netter Orthopädieonkel herein und schloß zunächst pauschal ein orthopädisches Problem aus (eingeklemmter Nerv etc.). Dann kam eine Neurologietante rein, schloß Neurologisches nicht aus, wollte sich aber bei einem HNO-Onkel rückversichern, um ein HNO-Problem auszuschließen. Und zwar mit der Randbemerkung:
Wenn es das auch nicht ist, sind sie mein Patient. Dann müssen wir sofort ihr Nervenwasser untersuchen (Lumbalpunktion, mit einer Hohlnadel ins Rückenmark, ohne Betäubung) , weil es Meningitis (Hirnhautentzündung), Hirnblutung oder Schlimmeres (Zyste, Tumor) sein könnte.
Das klang alles nicht wirklich erquickend, ich war einigermaßen angefressen.
Ich wurde dann in die HNO-Ambulanz gekarrt, wo ein Assistenzarzt mich untersuchte. Dabei führte er mir einen ca. 40 cm langen, sondenartigen Schlauch ins linke Nasenloch ein (Nasenfick, gefühlt bis zum Enddarm) und verlangte dabei von mir “Hiiiiii” zu sagen. Dabei heraus kam eine Art “Ääääääääää”.
Nach ca. 3 Minuten sprach er:
Ein HNO-Problem haben sie nicht, sieht alles gut aus.
Alles klar, also die harte Tour (Neurologie, Lumbalpunktion usw.). Also sprach besagte Neurologin:
Rufen sie bitte Verwandte an, regeln sie ihren Kram, sie müssen bis mindestens morgen hier bleiben.
Dagegen sträubte ich mich zunächst massiv, kam aber letztlich nicht daran vorbei und sah das auch irgendwie ein. Mir wurde halt klar, daß es was ziemlich Ernstes sein könnte, und das wollte ich jetzt auch wissen. Angst hatte ich überhaupt keine. Mein erster Gedanke, als ich mich mit etwas sehr Ernstem beschäftigte, war “was passiert eigentlich mit meiner Musik, wenn ich weg bin …?”. Worte wie Testament, Patientenverfügung und Koma schossen mir durch die Rübe. Aber nochmal: Angst hatte ich keine.
Man brachte mich auf die N1 (Neurologie), und es dauerte nicht lange, bis ein junger Arzt ins Zimmer kam, um mir mitzuteilen:
Hallo Herr Vogelmann. In 5 Minuten bin ich wieder bei ihnen, und dann haben sie sich bitte oben freigemacht, damit wir die Lumbalpunktion durchführen können.
Zugegeben, vor der 80 Meter langen Hohlnadel in meinen Rücken habe ich mir erstmal in die Hose gemacht. Mir kam das mehr wie ein Mittelalterschwert vor. Grundlos. Die ganze Prozedur war völlig harm- und schmerzlos. Mag aber auch an meinem völlig zugedröhnten Zustand gelegen haben. Dabei heraus kam zumindest erstmal optisch völlig unbedenkliches Nervenwasser, klar wie ein Schluck aus einem Gebirgsbach. Das bedeutete vorerst: Keine eitrige (bakterielle) Entzündung, keine Blutungen. Blieb noch, herauszufinden, ob es möglicherweise eine virale Entzündunng war, denn meine Entzündungswerte im Blut waren astronomisch hoch (was bis dato unerklärt ist).
Ich weiss nicht mehr genau, wie oft man mir Blut abnahm - unwitzigerweise jedes Mal mittels erneuter Armperforation, obwohl man mir ja bereits zwei Standleitungen gelegt hatte. Pipicheck natürlich auch. Der ganze Sermel ging dann ins Labor, und alles, was man dort feststellte, waren sehr hohe Entzündungswerte.
Im Folgenden ballerte man mich - aber auch auf meinen Wunsch - mit Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln voll, denn am liebsten wollte ich von dem ganzen Shyce nichts mitkriegen. Aus einem Tag wurde natürlich mehr, man wollte schließlich auch was an mir verdienen, als sich abzeichnete, daß ich KEIN teurer Tumorpatient oder Ähnliches war.
Die erste Nacht auf der Station habe ich kaum geschlafen, denn da hatte ich noch kein Schlafmittel. In der Nacht von Montag auf Dienstag sank ich in einen todesähnlichen Schlaf, dank eines Cocktails aus Tavor exp. und Ibuprofen 400. Am nächsten Morgen freute ich mich zwar über den Schlaf, den ich hatte, fühlte mich aber dennoch wie ein ausgekackter Kirschkern und hatte ausserdem wieder Schmerzen. Jetzt aß ich zum Ersten Mal was. Was soll ich sagen … Krankenhausfraß. Der Hunger trieb es rein. Ich habe gelernt: Als Vegetarier hast du im Krankenhaus ganz übel verloren. Meine Socken gegrillt hätten vermutlich besser geschmeckt.
Was ihr da oben seht, habe ich allerdings nur probiert und so stehen gelassen (bis auf den Joghurt, der war gut). Sehr verstimmend empfand ich auch den Umstand, Abends keinen Kaffee mehr zu bekommen.
Mein lieber Bruder brachte mir zum Glück ein paar persönliche Sachen nach, damit ich mir zumindest ein Bißchen die Zeit vertreiben konnte, und ich musste aufpassen, nicht schon wieder zu arbeiten. Habe ich aber trotzdem. LIGHTWORKS für nächsten Dienstag ist im Krankenhaus gemixt worden, ich hatte ja sonst nichts zu tun …
Bereits am Dienstag kündigte ich an, daß Krankenhaus am Mittwoch zu verlassen, wenn man nichts finden würde, denn es ging mir etwas besser. Der Schmerz war zwar noch da (ist er übrigens immer noch), aber nicht mehr so massiv. Ich konnte meinen Kopf schon wieder etwas bewegen und längere Phasen ohne Schmerzmittel auskommen, wobei schlafen ohne Drogen noch ein Problem war (ich versuche gleich die erste Nacht ohne, auch ohne Schmerzmittel).
Am Mittwoch also machte man noch ein paar Untersuchungen, deren Ergebnisse (jetzt irgendwie) erwartungsgemäss unauffällig waren, dann packte ich meine 2 ¼ Sachen zusammen und machte einen Schuh, ab nach Hause.
Bei meinem Abschlußgespräch mit dem Oberarzt der Station frug ich:
Herr Doktor, können sie mir mal annähernd verraten, was ich habe?
Nein. Sie sind einer der äußerst seltenen, medizinisch unerklärlichen Phänomene. Sowas kommt vor, ist aber medizinisch nicht zu erklären. Insbesondere ihre hohen Entzündungswerte sind unerklärlich, wir haben auf alles Mögliche getestet, sie sind zumindest auf dem Papier ein kerngesunder und fitter 35-jähriger Mann.
Und was soll ich jetzt mit der Erfahrung und der Info anfangen? Soll ich mein Leben umstellen, weniger Stress und sowas?
Ganz ehrlich?
Sicher.
Machen sie einfach so weiter wie vorher. Ich sehe keinen Grund, irgendwas zu ändern. Mein Tipp: Vergessen sie die Sache hier und leben sie ihr Leben weiter, wie vorher auch.
So, Freunde. Und nun sitze ich hier und weiß nicht wirklich, was der ganze Shyce eigentlich soll(te). Der liebe Gott hat die Bremse sicher nicht grundlos getreten. Ich werde das Gefühl nicht los, daß sich irgendwas irgendwann ganz tief in mir vergraben hat und ich das tatsächlich (ja, ich!) völlig verdrängt und zugeschaufelt habe. Bei einem unbewusst daherlebenden Menschen würde mich das ja gar nicht wundern, in meinem Fall jedoch bin ich so etwas ähnliches wie ratlos.
Markiere ich den Harten, wie man mir ja unlängst ausgiebig an den Kopf warf, und leide tief drin doch sehr unter irgendwelchen Dingen, oder was geht hier ab?
Ich werde mir jetzt ein bißchen die Ruhe antun und habe auch das dringende Bedürfnis danach. Vielleicht komme ich an Wissen heran, was mir momentan fehlt, ich weiss es nicht.
Ich bin zu Hause. Ich möchte heute bei dem guten Wetter mal draußen an der Luft (nach 4 Tagen ‘Krankenhauszellenhaft’) ganz easy-going-mässig ein bißchen entspannen und reflektieren, denn die Situation hat mir (schmerzlich) aufgezeigt, daß ein paar Dinge so nicht weitergehen, und genau darüber möchte ich mir klar werden.
Später, wenn ich den Drive habe, berichte ich etwas. Eure Reaktionen haben mir sehr gut getan.
Achso: Am Samstag Abend gibt es (vermutlich) ein Live Interview mit mir auf Radio Fritz, Berlin. Näheres dazu auch später, ich muss erstmal die Waffel wieder etwas freier haben.
To my English speaking fellows: I’m back home and will report later. I’m quite okay again. Quite. And, BTW, LIGHTWORKS will happen.
Seht ihr die Kirchturmglocke da oben? So einen Kopf habe ich seit gestern. Migräne.
Ich sitze hier, habe meine Wohnung abgedunkelt, weil ich lichtempfindlich bin (Photophobie), habe noch nicht eine Zigarette geraucht (und das heisst was) und bewege mich so wenig wie möglich, weil jeder Schritt, jede Bewegung die Glocke im Kopf zum Schwingen bringt.
Ich habe die schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens. Ich bin wetterfühlig, weiss nicht, ob es daran liegt; getrunken habe ich nichts, ansonsten auch nichts besonderes gemacht, außer viel gereist mit viel Klimaanlagenluft. Das könnte es sein, Klimaanlagen sind nicht mein Fall.
Mir platzt bald der Schädel. Und ich habe den Tisch voll Arbeit.
Ich bin ja froh, daß die Köttelbuchsen(’Baggy Pants’)-Ära so langsam aber sicher ausklingt. Ich war es doch recht leid, ständig nur Unterbuchsen von pubertierenden Jungs ohne Hintern darin zu sehen, unterhalb davon verziert mit in den Kniekehlen beginnenden, überdimensionierten, verlängerten Socken(1) :
In letzter Zeit fällt mir gesteigert auf, daß die RÖHREN-Ära wieder Einzug findet. Als ich in den 80-ern, pubertierend wie ein aktiver Vulkan in Indonesien, mit Röhrenjeans - eng wie Hacke - rumlief (bevorzugt ‘Edwin’ damals), bemerkte mein Arzt seinerzeit nebenbei, ich solle doch lieber etwas weitere Hosen tragen, auf das meine äußeren Genitalien “Luft zum Atmen” fünden. Vorteil jedoch bei Alledem: Ich war schon immer recht schlank, bei mir sahen die Dinger gut aus.
Als ich heute unterwegs war, entging mir natürlich nicht das bereits bekannte Phänomen: Etwas ist angesagt, also tragen es auch alle. Auch die, die in Röhrenjeans aussehen, wie eine Wurst, die 50% zuviel Füllung hat. Ich habe ja gar keine Vorbehalte Menschen gegenüber, die fülliger sind, aber schmerzfrei gegen Geschmacklosigkeit bin ich nicht.(2) Wir kennen das schon von den Hüfthosen der letzten Jahre. Mehr Hüfte als Bein jetzt, sozusagen. Und als Topping oben drauf: Bauchfrei! Da eregiere ich in Nanosekunden nach innen. Ich implodiere förmlich.
Ich sehe also harte Zeiten auf uns alle zukommen. Presswürste im Stoffdarm.
Nur damit das klar ist: Auch andere pubertierende Jungs machen mich nicht an. (back)
Etwas ‘weiblichere’ Formen finde ich bisweilen spannend, aber es gibt Grenzen. Das Auge isst ja schließlich mit … (back)
Es geht um Mike Oldfield in Bilbao / Premierenkonzert. Der Brief ist gerichtet an Universal:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchten wir uns bei allen bedanken, die sich dafür eingesetzt haben, uns als Herausgeber des deutschen Fanmagazins HIAWATHA II und unseren Lesern die Teilnahme am Premierenkonzert von Mike Oldfields neuem Werk Music Of The Spheres im Guggenheim Museum in Bilbao zu ermöglichen.
Es hätte eine grandiose Veranstaltung werden können. Austragungsort und Zusammenstellung des Premierenkonzerts verhießen einen unvergesslichen Abend. Unvergesslich wurde er leider in negativer Hinsicht. Die teilnehmenden Fans aus Europa und den USA wurden zum Teil bitter enttäuscht!
Über die äußerst vage und unzureichende Kommunikation im Vorfeld der Veranstaltung lässt sich sicher trefflich streiten. Auch dass die definitive Zusage für die Teilnehmer erst 6 Tage vorher vorlag, ist noch einigermaßen zu verschmerzen, wenn auch für einen Großteil der Beteiligten mit ganz erheblichen Mühen und enormen finanziellen Aufwendungen verbunden. So war ein Großteil der Flüge und Hotels ausgebucht oder nur mit unverhältnismäßig hohen Aufschlägen erhältlich; viele mussten auch Umwege über benachbarte Städte in Kauf nehmen. Vereinzelt wurden Flüge und Hotels gebucht, ohne dass eine definitive Urlaubszusage des Arbeitgebers vorlag. Vieles hätte also bereits bequem im Vorfeld geregelt werden können, hätte die Einladung ein paar Wochen vorher vorgelegen. Letztlich hat nur die gemeinsame Anstrengung aller es doch noch ermöglicht, den Teilnehmern die Anreise und das Finden einer Unterkunft zu ermöglichen.
Was die Art und Weise unserer Behandlung vor, während und nach des Konzerts angeht, lässt sie sich jedoch bestenfalls als geringschätzig bezeichnen. Hieß es im Vorfeld, wir würden um 20:45 Uhr vor dem Eingang abgeholt, wurden wir nach 21:00 Uhr hektisch zusammengetrommelt, um das Museum herumgeführt und durch einen Hintereingang - von den geladenen Gästen weitgehend unbemerkt - eingelassen.
Was uns dann erwartete, verschlug jedoch den meisten von uns die Sprache: Wir wurden vor ein Absperrband geleitet, das sich hinter zwei massiven Säulen des Auditoriums seitlich neben dem Orchester befand, und mussten dort während des gesamten Konzerts stehend verharren. Die Sicht auf das Orchester war massiv beeinträchtigt, auch wenn es im Vorfeld hieß, die Sicht „könne möglicherweise eingeschränkt” sein. Der Großteil der dort Verweilenden konnte nicht einmal Mike Oldfield selbst erblicken. So haben die meisten von uns buchstäblich in die „Röhre” geguckt!
Da die Klangausrichtung für die Teilnehmer im Auditorium optimiert worden war, war das, was wir zu hören bekamen, lediglich als diffus und schwammig zu bezeichnen. Mikes Gitarre war überwiegend gar nicht herauszuhören!
So gab es denn auch Teilnehmer, die das Museum aus lauter Wut und Verzweiflung während des Konzerts bereits wieder verließen. Auch wenn das Auditorium bis auf den letzten Platz besetzt war, hätte es doch andere Möglichkeiten gegeben: Die Balkonbrüstungen oberhalb der Bühne waren allesamt unbesetzt, lediglich Reinigungskräfte durften einen Blick von dort oben erhaschen!
Fragen wirft auch die unterschiedliche Behandlung der Fans einzelner Länder auf. So durften einige der spanischen Fans im Auditorium Platz nehmen, wohingegen wir nicht einmal hinter den Zuschauern stehen durften. Nach der Veranstaltung wurden wir mit eindeutigen Handbewegungen mehr oder we-niger unhöflich hinauskomplimentiert. Auch vor dem Eingang selbst durften wir nicht verweilen.
Der Vollständigkeit halber darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass sich eine deutsche Dame namens Barbara (Nachname leider unbekannt) zumindest verständisvoll bemüht hat. Sie wurde wohl rein zufällig damit beauftragt, uns zu „betreuen” - leider konnte auch sie nichts bewirken. Sie hat sich unsere Meinungen geduldig angehört und fand es nach eigener Auffassung auch absolut unverständlich, weshalb wir nicht zumindest auf eine der Galerien gelassen wurden.
Was übrig geblieben ist, ist ein kläglich gescheiterter Versuch, die Fans von Mike Oldfield mit einzubeziehen sowie ein fahler Beigeschmack. Als „Gast” dürfte sich an diesem Abend sicherlich keiner der Teilnehmer aus der Oldfield-Community gefühlt haben. Bestenfalls der Begriff „geduldet” wird der Situation einigermaßen gerecht.
Es stellt sich die Frage, mit wem Universal tatsächlich gerechnet hat: grölenden Rowdies oder hysterischen Teenies? Das Gros der Teilnehmer aus aller Welt unterstützt Mike und seine Musik bereits seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten, zum Teil auch seit Anbeginn seiner Karriere. Die meisten von uns sind gestandene Persönlichkeiten, die beruflich sehr erfolgreich sind und die Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens beherrschen. Und nicht zuletzt waren und sind wir auch Garanten und Multiplikatoren für den wirtschaftlichen Erfolg von Mike Oldfield!
Wir haben in dieser langen Zeit oftmals Rückschläge und auch einen katastrophalen Mangel an Unterstützung durch den Künstler selbst erfahren. Insofern ist die Veranstaltung in Bilbao nur ein weiteres Kapitel im großen oldfieldschen Buch der Enttäuschungen, das möglicherweise bei vielen der Betroffenen dazu führen könnte, Ihre Unterstützung nicht länger aufrechtzuerhalten.
Trotz aller Kritik sind wir froh und dankbar, dass Universal den Dialog mit den Betreibern der Oldfield-Plattformen und -Zeitschriften sucht. Auch uns ist sehr an einem offenen, ehrlichen und respektvollen Umgang gelegen. Wir wollen aber auch ernst genommen und respektiert werden. Wir sind zudem überzeugt, dass mit unserer Unterstützung ein Erfolg für beide Seiten hätte erzielt werden können.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Schreiben an die Verantwortlichen von Universal Spain weiterleiten und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit im beiderseitigen Sinne in der weiteren Zukunft.
Michel de Montaigne war ein sehr weiser Mann, ihm gebührt meine hohe Achtung. Ich habe mir mal sämtliche seiner Aussagen zusammengesucht, die ich für mindestens interessant halte. Mir persönlich bereitet es grosse Freude, daß zu lesen. Das, was ich besonders wahr finde, habe ich gefettet.
Michel de Montaigne 1533-1592
französischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker
Die Philosophie ist, und zwar auch bei gescheiten Leuten, nur ein leeres Wort, das keine Beziehung zur Wirklichkeit hat.
Die Speisen, die für ein Kind gesund sind, muss man ihm versüßen, und die, welche ihm schädlich sind, vergällen.
Weisheit ist, die Dinge zu nehmen, wie sie sind… und sich mit dem Unabänderlichen abzufinden.
Am jetzigen Verfall hat jeder von uns seinen eigenen Anteil.
Die tödliche Krankheit des Menschen ist seine Meinung, er wisse. / La peste de l’homme c’est l’opinion de savoir.
Bei uns machen die einen der Welt weis, sie glaubten, was sie nicht glauben; die anderen - und das ist die Mehrzahl - machen es sich selber weis.
Anmaßung ist unsere eigentliche angeborene Krankheit.
Nichts wird so fest geglaubt wie das, was wir am wenigsten wissen.
Bücher haben viele treffliche Eigenschaften für die, die sie zu wählen wissen.
Das eindrucksvollste Zeichen von Weisheit ist beständige Heiterkeit.
Ich will lieber geschäftlich als charakterlich versagen.
Das meiste auf der Welt geht von selbst; der Erfolg läßt oft ganz törichtes Verhalten berechtigt erscheinen.
Das Gute, das zur Schau gestellt wird, ist halb entwertet.
Die Ehe: ein Markt, auf dem nichts umsonst ist - abgesehen vom Eintritt.
An sich ist es ja gleichgültig, ob man sein Geld spart oder ausgibt; gut oder schlecht kann nur genannt werden, was wir damit wollen.
Man muss die Krankheiten gewähren lassen.
Wenn die Leute mir vorwerfen, dass ich zu viel von mir spreche, so werfe ich ihnen vor, dass sie überhaupt nicht mehr über sich selber nachdenken.
Jedes Ding hat hundert Glieder und hundert Gesichter.
Es liegt etwas Knechtisches in Zwang und Strenge.
Es gibt noch eine andere Art von Ruhmsucht. Sie besteht darin, dass wir unseren Wert und unsere Verdienste überschätzen.
Das Unlogische lockt die Frauen.
Wir trachten nach anderen Lebensformen, weil wir die unsere nicht zu nutzen verstehen. Wir wollen über uns hinaus, weil wir nicht erkennen, was in uns ist. Doch wir mögen auf noch so hohe Stelzen steigen - auch auf ihnen müssen wir mit unseren Beinen gehen. Und auf dem höchsten Thron der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch.
Man muss der Unehrlichkeit oder Unvorsichtigkeit seines Bedienten immer ein wenig Spielraum lassen.
Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben: Alles Übrige - wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten - sind Nebensachen.
Was nützen mir die Farben, wenn ich nicht weiß, was ich malen soll?
Philosophieren heißt sterben lernen.
Mancher will sprechen lernen zu einem Zeitpunkt, wo er lernen sollte, endgültig zu schweigen.
Es mag sein, dass wir durch das Wissen anderer gelehrter werden - weiser werden wir nur durch uns selbst.
Wenn wir Abschied nehmen, wird unsere Neigung zu dem, was wir schätzen, immer noch etwas wärmer.
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Nichts ist gewiss, soviel ist sicher.
Wir treiben die Sache, von der wir besessen sind und getrieben werden, niemals gut vorwärts.
Wer nicht wartet, bis er Durst hat, der hat keine rechte Freude an einem guten Trunk.
Für den Christen ist es ein Wink zum Glauben, wenn ihm etwas Unglaubliches vorkommt.
Beim Sterben hat die Gemeinschaft nicht mitzuspielen; dieser Akt ist ein Monolog.
Wenn man die Form der Gerechtigkeit betrachtet, die uns regiert, so hat man ein Zeugnis menschlicher Dummheit, so viele Widersprüche und Irrtümer findet man darin.
Unser Übel liegt in der Seele; die aber kann sich selbst nicht vermeiden.
Bitternisse und Süßigkeiten der Ehe werden von den Weisen geheim gehalten.
Meine Gedanken schlafen, wenn ich sitze, mein Geist geht nicht, wenn ich nicht die Beine bewege. Diejenigen, welche ohne Bücher studieren, werden mit mir übereinstimmen.
Alles wimmelt von Kommentaren; an Autoren aber ist großer Mangel.
Man muß uns, glaube ich, nie so viel Verachtung zeigen, wie wir verdienen.
Eigensinn und Widerspruchsgeist sind niedrige Eigenschaften und meist nur bei kleinen Seelen zu finden.
Das Magazin meines Gedächtnisses ist immer besser angefüllt als das Magazin der Erfindungsgabe.
Unverlangte Entschuldigungen dienen als Anklage.
Auch Mängel haben ihre Art, sich zu empfehlen.
Das Leben damit zubringen, Worte zu machen, überlasse man Journalisten.
Nichts verhindert den rechten Genuß so wie der Überfluß.
Schwierigkeiten geben den Dingen einen größeren Wert.
Manchmal ist es eine gute Wahl, nichts zu wählen.
Wenn ich mit meiner Katze spiele, bin ich nie ganz sicher, ob nicht ich ihr Zeitvertreib bin.
Wer klug wäre, würde den wahren Wert jeder Sache daran messen, wie weit sie für sein Leben nützlich und verwertbar ist.
Wir bringen unsere Dummheiten zu hohen Ehren, wenn wir sie in Druck geben.
Feigheit, die Mutter aller Grausamkeit.
Das Gemeinschaftsgefühl erkaltet leicht, wenn man zu regelmäßig beisammen ist.
Die Lüge ist ein Winkelgang, von dem man durch eine Hintertreppe zur Wahrheit gelangen kann.
Dumme verstehen auch ihre gescheitesten Gedanken nicht.
Schwachköpfe kehren auch aus Niederlagen ruhmvoll heim.
Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unseren Verstand als in unser Antlitz.
Die Natur sollte sich damit begnügen, das Alter elend zu machen, ohne es auch noch lächerlich zu machen.
Nichts hält etwas intensiver in der Erinnerung fest, als der Wunsch es zu vergessen.
Das einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht.
Die Frauen haben nicht Unrecht, wenn sie sich den Vorschriften nicht fügen wollen, welche in der Welt eingeführt sind: weil die Männer sie verfaßt haben, ohne die Frauen zu fragen.
Ein kluger Mensch sieht so viel, wie er sehen will, nicht so viel, wie er sehen kann.
Politik ist ein weites Feld für Zank und Streit.
In der wahren Freundschaft schenke ich mich meinem Freunde mehr, als daß ich ihn an mich ziehe.
Die Dummheit ist eine böse Eigenschaft. Aber sie nicht ertragen können, sich darüber aufregen und ärgern, ist eine Krankheit anderer Art, die der Dummheit nichts nachgibt und die gerade so unleidlich ist.
Die meinigen widersprechende Urteile regen mich nicht auf und beleidigen mich nicht; sie regen mich nur an und setzen mich in Tätigkeit.
Nur die Dummen haben sofort eine Überzeugung fertig.
Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.
Das Wichtigste ist, Lust und Liebe zur Sache zu wecken, sonst erzieht man nur gelehrte Esel.
Die meisten reisen nur, um wieder heimzukommen.
Es gibt nur wenige Menschen, die es wagen dürften, ihre geheimen Bitten und Gebete zu Gott öffentlich hören zu lassen.
Gewohnheiten sind der Sieg der Zeit über den Willen.
Ich bin der Auffassung, daß Freuden zu meiden sind, wenn sie größere Schmerzen zur Folge haben, und Schmerzen verheimlicht werden sollten, die in größerer Freude enden.
Ich habe niemals ein schlimmeres Monster oder rätselhafteres Geschöpf als mich selbst erlebt.
Ich weiß wohl was ich fliehe, aber nicht was ich suche.
Ich weiß, daß meine Abneigung gegen Ärzte krankhaft ist. Wenn sie mich aber am Leben erhält?
Mit den Ehen ist es wie mit den Vogelbauern; die Vögel, die nicht darin sind, wollen mit aller Gewalt hinein, und die, welche darin sind, wieder heraus.
Ich will in diesem Leben nur den Ruhm erwerben, daß ich es friedlich verbracht habe.
Jeder redet mal Unsinn. Ein Unglück ist nur, es dauernd zu tun.
Meine Albernheiten nehme ich nicht wichtiger als sie es verdienen. Das ist ihr Glück.
Fast alle unsere Ansichten fassen wir auf die Autorität anderer hin und auf Treu und Glauben.
Unser Suchen kann kein Ende finden. Unser Ziel ist in der anderen Welt.
Auf den Tod sinnen heißt auf Freiheit sinnen. Wer sterben gelernt hat, versteht das Dienen nicht mehr.
Das menschliche Denken wird sinnlos, wenn es kein bestimmtes Ziel hat.
Mein Gewerbe und meine Kunst sind zu leben.
Mit allen Kräften müssen wir uns die Freuden des Lebens zu erhalten suchen, die uns die Jahre, eine nach der anderen entreißen.
Das Gespräch ist, meiner Ansicht nach, die lohnendste und natürlichste Übung unseres Geistes: Keine andere Lebensbetätigung macht mir so viel Freude.
Der kluge Mann verliert niemals etwas, solange er sich selbst hat.
Wir werden viel weniger durch das verletzt, was uns geschieht als durch unsere Meinung darüber.
Von jeder Teilansicht, von jeder Tätigkeit aus kann man einen Menschen gleich gut beurteilen; in jeder drückt sich irgendwie sein Charakter aus.
Es gibt nur wenige Dinge, die wir ganz richtig zu beurteilen vermögen, weil wir an den meisten auf die eine oder andere Art allzu persönlich Anteil nehmen.
Der Körper kann große Lasten tragen, wenn man ihn strafft. Mit der Seele ist es ebenso.
Wir sind dazu geschaffen, die Wahrheit zu suchen, sie zu besitzen ist das Vorrecht einer höheren Macht.
Glück und Unglück sind meiner Meinung nach zwei souveräne Mächte. Es ist Torheit, anzunehmen, daß menschliche Klugheit die Rolle des Glücks spielen könne.
Wer weder widerstehen will noch fliehen - wie ist dem zu helfen?
Wer die Menschen sterben lehrt, lehrt sie leben.
Es ist lächerlich und ungerecht, daß der Müßiggang unserer Frauen mit unserem Schweiß bezahlt wird.
Uns etwas verbieten heißt uns danach lüstern machen.
Ich habe oft Menschen gesehen, die aus lauter Höflichkeit grob waren, und aus zu großer Verbindlichkeit lästig.
Es gehört doch immer ein gewisser Grad von Einsicht dazu, wahrzunehmen, daß man nichts wisse.
10. Eminem requires a PlayStation for video games, ping-pong table, basketball hoop, giant flat-screen TV, personal masseur - and “whatever kind of fast-food exists on the continent.”
Hat der Typ vor, irgendwann erwachsen zu werden?
9. Rock group Depeche Mode must have a dozen drumsticks from Kentucky Fried Chicken and 10 tuna sandwiches - five on white bread and five on brown, displayed on a bed of lettuce on a tray covered in Saran Wrap.
Das DM eine Rockgruppe ist, wusste ich noch nicht. Wenn sie es wären, hätten sie vielleicht Chancen bei mir gehabt. Die gestellten Forderungen finde ich harmlos.
8. Christina Aguilera requires organic fruits and vegetables, soy milk and soy cheese, along with Flintstones chewable vitamins, Nesquik and Coca-Cola. No Pepsi. No diet.
Finde ich auch in Ordnung.
7. Rod Stewart refuses to tolerate any light in the hotel room for his afternoon nap. He sends a special “darkening” team to the hotel in advance to seal all cracks. And, he asks for 13 soccer balls.
Das mit dem Dunklen kann ich zumindest verstehen. Das mit den 13 Fussbällen nicht.
6. Geri Halliwell demands air-conditioning - even when performing for the troops in tents overseas - along with a fridge in her makeshift desert dressing room filled with soy milk and fruit juice. She needs a computer with full Internet access available at all times.
Wieso bringt sie nicht ihr eigenes Notebook mit und verlangt nur WiFi?
5. Justin Timberlake requires an entire hotel floor, private fitness studio, an extra-large stereo, along with Nintendo and PlayStation. The floor’s air conditioning filters must be changed on his arrival. Door handles must be disinfected every few hours.
Okay, Timberlake hat sie definitiv nicht mehr alle.
4. Vice President Dick Cheney requires all televisions in his room to be tuned to Fox News; a pot of decaf coffee and four cans of ‘Diet Caffeine Free Sprite; copies of The New York Times and the Wall Street Journal every morning and that his staff be notified in advance of any hotel gifts left in the suite.
Wen interessiert, was Dick Cheney will?
3. Mariah Carey demands that her hotel suite be fitted with gold faucets. A new toilet seat must be installed before her arrival. Her own bed linens are delivered in advance. Only her own videos may be played on the two DVD players she demands for her room. Both Carey and her dog bathe only in French mineral water.
Ohhhh, Frau Carey verlangt einen nagelneuen Toilettensitz! Und ihre eigenen Bettlaken bringt sie mit. Und sie will den ganzen Tag nur ihre eigenen, schmerzenden Videos sehen, und sie und ihr Hund (seit wann badet ein Hund???) baden nur in französischem Mineralwasser! Das kann sie ja mal Menschen erzählen, die kein Trinkwasser haben.
2. Britney Spears requires a private phone line in her dressing room and threatens to sue the promoter if the number gets published or anyone calls her. She asks for General Foods International Coffee, Cap’n Crunch, Fruit Loops and Pop Tarts in he dressing room.
Eher unspektakulär.
And the celebrity who makes the most outrageous demands:
1. Jennifer Lopez’s suite must be painted and furnished completely in white, with white lilies and white roses, her favorite flowers. White candles prominently placed, preferably with Paris perfume, “Diptyque.” Her sheets must be of Egyptian cotton with a thread count of at least 250. Room temperature set at exactly 25.5 degrees Celsius.”
Was anderes habe ich von der blöden Kuh nicht erwartet, aber sehr spektakulär finde ich das auch nicht. Am Schlimmsten sind die Hirnblähungen von Mariah Carey.
Und hier kommen meine ‘demands’ bei Gigs bzw. in Hotels:
Hotel
Einfaches Hotel, (volle) Minibar (oder Ähnliches) und Internetanschluss. Badewanne wäre nett, muss nicht. Das war’s. Ich finde Hotels am besten, wenn sie landestypisch sind und von einer Familie betrieben werden. Da muss dann auch nicht alles perfekt sein. Große Bunker finde ich unsympathisch.
Beim Gig
2 Steckdosen, 1 Handtuch, 1 Aschenbecher und jemand, der sich um was zum Trinken kümmert (wenn leer, dann voll). Danke.
Ist es zu fassen? Ich (ICH!) habe eine fette Erkältung, fühle mich wie ein ausgekackter Kirschkern. Grippestatus hat das noch nicht, ist aber nicht weit davon weg.
Ich bin so gut wie nie krank, eigentlich. Und wenn, dann nagen Prozeße in und an mir, die gewaltig sind. Ich las gestern eine ganz spezielle Email, die gereicht hat, um mich eine halbe Stunde später erkältet sein zu lassen.
Es gibt weniger als eine Hand voll Menschen (die an sich nur ferngelenkt werden), deren Hass mich noch tangieren kann. Ich arbeite daran.
Update
Kuckt mal, so krank bin ich:
Update 2
Üblicherweise kommt eine Krankheit bei mir gar nicht richtig durch, verschwindet freiwillig nach einem oder zwei Tagen. Nicht so momentan. Ich bin derzeit völlig ausser Gefecht gesetzt, nichtmal in der Lage, geradeaus zu pinkeln, ohne einen Schwächeanfall zu bekommen. Grippe SATT.
Kopf wie ne Kirchturmglocke, kann nicht gut atmen, Luftzug schmerzt auf der Haut … ihr kennt das sicher. Bei mir ist sowas so lange her, daß es mich richtig beeindruckt. Ich wusste gar nicht mehr, wie das ist.
Versuche, die Scheiße jetzt wegzupennen. Gut, daß es Notebooks (für’s Bett) gibt.
Update 3
Ich muss heute dringend das eine und andere erledigen, geht kein Weg dran vorbei. Krankheit ist eine Sache, die in meinem Leben keinen Platz hat. Steht nicht auf dem Plan, kann und will ich mir auch nicht leisten.
Es ist jetzt 6:33 morgens, ich springe krieche jetzt unter die Dusche und begebe mich dann ein paar Stunden in die Welt, lästigen Shit abfrühstücken. Mal sehen, wie lange das gut geht. Ich glaube, ich kloppe mir erstmal einen Jahresbedarf an frischem Obst und sowas rein … und öffne eine Herzkammer, für die Direkteinspritzung von koffeinhaltigem Getränk.
Sollte es zu einem Bündnis der SPD mit der Linkspartei im Bund oder in NRW kommen, würde Wolfgang Clement aus der SPD austreten. Das sagte der ehemalige Bundesminister zu WELT ONLINE.