Thursday, August 21, 2008 by Ingo
Vogelyearbook
Wie der Winkelsen und die FrauLehmann ja bereits vorgelegt haben:
Auf einigen Bildern sehe ich aus wie meine Mutter, auf anderen wie mein Vater, als ihm nicht gut war. Nur sehe ich nie aus wie ich.
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Wie der Winkelsen und die FrauLehmann ja bereits vorgelegt haben:
Auf einigen Bildern sehe ich aus wie meine Mutter, auf anderen wie mein Vater, als ihm nicht gut war. Nur sehe ich nie aus wie ich.
Liebe Freunde, für ein nichtkommerzielles, dennoch sehr sinnvolles Projekt (ich erwähnte da bereits was) benötige ich eine gyle und intuitive Photoblog Software, und zwar auf deutsch und zum Installieren auf meinem eigenen Server. Ich bitte um Tipps!
Kurz etwas zum Projekt, wirklich nur kurz:
Es geht um den gnadenlosen Ausverkauf einer gesamten Siedlung im Ruhrgebiet(1) - mit großer Historie - der durch Privatisierung und ausländische Spekulanten seinen bedauernswerten Lauf nimmt. Menschliche Schicksale, Verwurzelungen und Erinnerungen - besonders älterer Menschen - werden verbrannt. Es geht um Familien und Nachbarschaften, vertraute Bindungen, die in über 80 Jahren entstanden sind. Diese werden auseinandergerissen, Menschen vor die Tür gesetzt, durch die sie jahrzehntelang geschritten sind.
Ich bin dort aufgewachsen, mir liegt dieses Projekt sehr am Herzen. Einige Menschen, die mich mein Leben lang kennen und heute bereits ein hohes Alter haben, berichteten mir kürzlich mit den Tränen in den Augen, wie hart der Ausverkauf sie trifft. Ich war 2 Tage mit meiner Mutter und der Kamera dort unterwegs.
Ich möchte mit den Photos (und Video-Interviews, die ich noch führen werde) dazu beitragen, daß Druck auf die Stadt, die Politik und andere Beteiligte ausgeübt werden kann, damit diese einmalige Siedlung nicht nur erhalten sondern auch zu Teilen wieder hergestellt werden kann.
Hier nur ein Beispiel des Verfalls und der Überwucherung:
Der Gänsereiter früher
Der Gänsereiter heute
Meine Familie ist groß, ziemlich groß, und sehr weit verstreut. Ich komme nur äußerst selten dazu, die besonders verstreuten Teile der Familie zu treffen. Gestern ergab sich das - völlig ungeplant. Auf dem Bild seht ihr (von links nach rechts) mich, meine Groß-Cousine65 (ich blick’ da nicht richtig durch, ist jedenfalls die Cousine meiner Mutter) und meine Mutter70:
Das Foto hat der Sohn der Tochter besagter (vermutlicher) Groß-Cousine gemacht, welcher mit meiner Groß-Groß-Cousine (?) in Miami Fort Lauderdale (Korrektur meiner GG-Cousine) lebt und gerade in Deutschland auf einem Pferde-Bauernhof in Deutschland Ferien macht. Quasi also mein Groß-Groß-Groß-Cousin. Oder so. Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist er de facto Halb-MexikanerGuatemalteker (also Vater aus Guatemala, Korrektur meiner GG-Cousine), also der 11-jährige Junge. Ein ganz lieber Junge, spricht Deutsch, Englisch und Spanisch (nur “Si” und “No”, Korrektur meiner GG-Cousine). Wir beide hatten heute einen Mix aus Englisch und Deutsch, und ich habe mir anhören müssen:
You have a German accent.
Ja toll, den wollte ich schon immer mal haben …
Er hat mir (und Wilma) jedes Pferd persönlich vorgestellt. Jedes von den gefühlten 489 Pferden. Das war echt süß. Und das frisch geschlüpfte Fohlen hat er mir auch gezeigt:
Ich bin erstaunt, wie fit meine Mutter nach ihren Herz-OP’s ist, und das bei der Hitze. Die geht ab wie ein Flitzebogen, wie vor 20 Jahren. Schön.
Es ist 06:24:05, ich habe gleich einen Termin in Essen und wollte danach meine Mutter besuchen, um dort mal ein anderes Klo vollzuballern. Ich habe eine Stunde geschlafen. Den Mond draußen hätte ich die ganze Nacht beim Schuhe zubinden mit einem kunstvollen Grafitti versehen können. Ich diarrhoeiere wie aus einem Feuerwehrschlauch, auch Sprühwurst genannt. Könnte man sich eine Kloschüssel an den Hintern tackern, ich würde es tun.
Gleich mal 2 Liter Cola frühstücken.
Verbot für organisierte Sterbehilfe?
Neben der gewerbsmäßigen wollen einige Bundesländer auch die organisierte Sterbehilfe verbieten. Unterdessen kritisiert die Gesundheitsministerin das Vorgehen Roger Kuschs als Propaganda.
Dieser Fall macht momentan in den Medien die Runde. Dazu habe ich nicht viel zu kommentieren, aber ich habe eine kleine, persönliche Geschichte dazu auf Lager.
Meine Großmutter war 89 Jahre alt, als ihr Tod absehbar wurde, mit 91 ist sie dann gestorben. Leider nicht in Würde. Meine Mutter, manchmal meine Schwester und ich, haben sie die letzten Jahre gepflegt, denn alleine war sie nicht mehr lebensfähig. Die letzten 3 Monate verbrachte sie in einem Pflegeheim, in dem meine Tante arbeitete, weil meine Mutter die Pflegebelastung nervlich nicht mehr tragen konnte. Meine Oma war regelrecht verfallen, ja quasi bereits tot. Ihr Geist war völlig vernebelt und der Körper nur noch eine fast leblose Hülle. Sie war bereits länger vollkommen inkontinent und wusste das auch irgendwann gar nicht mehr. Es gab aber auch eine Phase, natürlich zu Anfang, als sie das alles noch sehr bewusst selbst erlebt hat und sich sehr schämte. Sie hatte auch so ‘helle Momente’, in denen sie ihren Verfall deutlich begriff. Dann war sie am Boden zerstört und weinte.
Meine Oma war eine liebe Frau und eine richtige Oma, wie man sie sich vorstellt.(1) Dick (als es ihr noch gut ging), gemütlich, lustig, hatte immer einen guten Knaller (Spruch) auf Lager und immer Süßigkeiten im Schrank. Und auch immer ein paar Mark für ihre Enkel in der Schublade bereitliegen. Wann immer wir bei ihr waren: Sie hat sich gefreut, wenn die Hütte voll war.
Meine Mutter hat sich bis zum letzten möglichen Moment bis zur Selbstaufgabe für sie aufgeopfert. Aus Liebe und Dankbarkeit. Oma war immer für uns da, in guten und schlechten Zeiten. Sie hat nie in Frage gestellt, was man ihr vortrug; wenn sie merkte, daß es einem nicht gut ging, hat sie einfach geholfen.
Kurz: Meine Großmutter hätte ein Sterben in Würde verdient. Wie jeder Mensch.
Es muss so um 1996 gewesen sein, also knapp 2 Jahre vor ihrem Tod, als es ihr bereits nicht gut ging und sie kaum noch alleine lebensfähig war, als sie - wie jeden Sonntag - bei meiner Mutter zum Essen war. Ich war auch da und saß gerade für ein paar Minuten allein mit meiner Oma am Esstisch, weil meine Mutter sich gerade in der Küche um das Essen kümmerte. Ich unterhielt mich etwas mit ihr, fragte sie, wie sie sich so fühle, als sie mich plötzlich mit Tränen in den Augen zu ihrem Ohr winkte, so als wollte sie mir etwas zuflüstern. Ihr Gesichtsausdruck war regelrecht bettelnd, und sie flüsterte mir ins Ohr:
Es ist schrecklich, so zu leben. Ich will sterben, mein Junge. Kannst du mir nicht was geben?
Ich werde ihre kleinen, lieben, bettelnden und tränennassen Augen in diesem Moment nie vergessen. Ich antwortete:
Oma, ich verstehe dich und würde das wirklich gerne tun. Das kann ich aber nicht. Du weisst doch … das geht nicht.
Von diesem Gespräch hat nie jemand etwas gewusst, denn meine Oma bat mich um Verschwiegenheit. Mir ist die Antwort auf die Bitte meiner Oma damals sehr schwer gefallen.
Ich befürworte die Regelungen in der Schweiz, wo aktive Sterbehilfe unter ordentlichen Voraussetzungen möglich ist. Ich wiederhole mich: Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde, das ist das oberste Gebot, welches in unserer Welt zu achten ist.
Das letzte Wort meiner Oma war “Ingo”. Da hatte sie zum Letzten mal ihre Augen und ihren Mund zum Sprechen geöffnet, und ich hatte sie zum Letzten Mal gesehen. Stunden später erreichte uns der Anruf, das sie jetzt gestorben sei.
Stünde ich heute nochmal vor der Frage meiner Oma, würde ich anders entscheiden. Ich bereue meine damalige Reaktion nicht, denn damals waren meine persönlichen Möglichkeiten gefühlt andere. Aber heute würde ich mich verpflichtet fühlen, den Wunsch meiner Oma zu ermöglichen.
Brot ist Luxus, Reis wird knapp, manche Mahlzeit fällt ganz aus: Weltweit steigen die Lebensmittelpreise, mehr als eine Milliarde Menschen hungern. Neun Mütter aus Afrika, Asien und Lateinamerika berichten auf SPIEGEL ONLINE von ihrem täglichen Überlebenskampf.
Ich weiß, die sind alle selbst Schuld. Und wir hier machen alles richtig.

photo credit: MR MARK BEK
Solingen-Jahrestag: “Ich fühle jeden Tag Schmerz” - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Hier ein Auszug aus einem ganz beachtlichen Interview mit der türkischen Ehefrau, Mutter und Großmutter:
Genc: Ich trage eben keinen Hass in mir. Wenn man es genau nimmt, hasse ich genau vier Menschen auf dieser Welt. Nämlich die vier, die mein Haus angezündet haben. Alle anderen Menschen verdienen Respekt und Liebe. Und die bekommen sie von mir. Es sind doch nicht alle Deutschen schlecht, weil vier von ihnen mein Haus und mein Leben verbrennen. Nein, wir müssen respektvoll miteinander umgehen, sonst macht das doch alles keinen Sinn.
SPIEGEL ONLINE: Erzählen Sie Ihren Enkeln, was in jener Nacht passiert ist, wenn sie Ihnen Fragen stellen?
Genc: Nein, ich habe ihnen immer gesagt, dass unser Haus aus Versehen abgebrannt ist. Ich will keinen Hass in ihre Seelen pflanzen. Ich habe ihnen beigebracht, respektvoll zu leben und andere Menschen zu lieben, nicht zu hassen. Wenn ich ihnen die Wahrheit erzählt hätte, dass vier Jugendliche unser Haus und unsere Verwandten angezündet haben, dann würde ich Hass sähen. Dabei hilft das doch niemandem. Kinder hassen nur, weil irgendjemand diesen Hass in ihnen weckt.
Vor dieser Frau verneige ich mich. Und außerdem läuft mir dabei beinahe Pipi auf’s Gewand.
Bis auf Training, Training, Training wird beim Peacebiker in der nächsten Zeit nicht viel passieren. Das Wetter muss ja auch mitspielen, und wir bewegen und ganz streng auf die kalte Jahreszeit zu, Sonne Mangelware. Aber es gibt ja auch lange Bikehosen …
Sofern es trocken ist, werde ich mir trainingsmässig nicht den Spaß verderben lassen. Nässe ist nicht nur Körper- sondern auch Bikefeind Nummer 1. Direkt gefolgt von Sand und Staub.
Die Planungen (besser: erste Gedanken) für die Peacebiker Tour 2008 haben begonnen. Soviel ist angedacht, bisher:
Ich würde die Tour nur ungern allein fahren. 1.500 km sind eine extreme mentale Strapaze, da ist es gut, wenn man einen (oder mehrere) Partner hat. Allein sein ist gut zum Reflektieren, rein Mental, aber nicht die ganze Zeit.
Also, wer Lust hat und sich das zutraut soll sich bei mir melden!
Ich habe aus den 6 Tagen der PB Tour 2007 viel gelernt. Zum Beispiel: Unterschätze niemals das Wetter, oder: traue niemals Jahreszeiten. Mein Abschlussbericht diesbezüglich steht ja noch aus. Hypothermie (Unterkühlung) killt jeden, sei er noch so verbissen dabei.
Ich suche für die Tour 2008 Sponsoren! Also, bitte melden! Es wird etwas Geld (Zug, Flug, Übernachtungen) und Ausrüstung benötigt. Die Tour 2008 hat andere Dimensionen und stellt andere Herausforderungen an Mensch und Material. Das ist teuer. Ich möchte das nicht alleine wuchten. Möglicherweise ist auch ein neues Bike angedacht.
Gerne nehme ich Angebote aus den Bereichen Outdoor-Ausrüstung, Nahrungsergänzung, Bike und Zubehör, allgemeine Leistungssportartikel an. Für andere Ideen bin ich natürlich offen.
Presse ist ausdrücklich willkommen!
Natürlich geht es bei der Tour 2008 wieder auch nicht nur um die sportliche Herausforderung sondern auch um einen guten Zweck und das Hinweisen auf die Vergewaltigung von Mutter Erde.