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getFrisky! Essen | 31. Januar 2009 | Ticket-Vorverkauf
Im Landtag applaudierten Scheytt und Ruhr2010-Chef Fritz Pleitgen den Abgeordneten - zum Dank für zusätzlich bereitgestellte 10,5 Millionen Euro für die an der Kulturhauptstadt beteiligten Städte.
Dazu muss ich jetzt mal was Merkwürdiges sagen. Merkwürdig deshalb, weil ich selbst als Kulturschaffender (aka. Musiker)
von der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 (Essen fungiert nur stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet) partizipiere (Planetenmodell CD und Konzert 2009) und
weil ich gebürtiger Essener mit einem gewissen, angeborenen Lokalpatriotismus bin.
Auch in der grössten Wirtschaftsmetropole Deutschlands - dem Ruhrgebiet - mangelt es an allen Ecken und Kanten. Für Ruhr2010, um es mal zu verkürzen, wird das Ruhrgebiet rausgeputzt bis in den Himmel, allein der neue Essener Hauptbahnhof kostet 57 Millionen Euro.
Wie gesagt, ich partizipiere gewissermaßen von den Spendierhosen, die man jetzt trägt. Und ich finde es ja auch toll, wenn Kultur ein Schüppchen Kohlen aufgelegt bekommt, aber für soviel Krempel hat man jetzt auf einmal Geld - was ja vorher scheinbar nicht da war - nur für wirklich dringende Sachen nicht.
Es ist eine Schande, eben für so eine wohlhabende Region wie das Ruhrgebiet, daß es immer noch Familien bzw. Alleinerziehende gibt, für die nicht genug getan wird. Ich sagte es schon oft, Kultur ist eines der höchsten Güter der Menschheit, aber das darf nicht mit Menschenwürde bezahlt werden.
Herr Rüttgers, machen sie ihren Job. Vielleicht wollen dann Menschen aus Duisburg-Marxloh oder Altenessen einen Herrn Rüttgers auch mal an der Spitze sehen, nicht nur die, die bereits (mehr als) genug haben.
Die beiden auf dem Flughafen Köln-Bonn festgenommenen angeblichen Islamisten sind vorerst frei. Die Kritik an den Umständen der Verhaftung wächst.
Sind wir auch schon so weit, daß hier offensichtlich unbescholtene Menschen einfach festgenommen werden und ihnen das Leben erschwert wird? Ich bin gespannt, wann Herr Schäuble eine Art Guantanamo launcht.
So wisst ihr auch mal, was ich (unter Anderem) in meinem Vorleben mal gemacht habe. Familienunternehmen. Das war die ALLERLETZE Drecksarbeit, den ganzen Tag auf irgendwelchen Autobahnbrücken, in Klärbecken oder Tunnels stehen und mit 2.000 bar Druck (= 50 kg Gegendruck) in den Händen herumhantieren. Ständig flog einem Strahlgut, kleine (und große) Steinchen und Scheiße um und in die Ohren. Hochdruck nicht nur mit Wasser- oder Sandstrahlen sondern auch noch durch den Alten im Nacken, also Termindruck ohne Ende.
Hier seht ihr meine Athletenbeine ( ) auf der bis 90° C aufgeheizten Stahlplatte der seinerzeit sanierten Autobahnbrücke in Köln-Rodenkirchen, mitten im Hochsommer:
Die Stahlplatte wurde kugelgestrahlt und dann mit einer Art Grundierung beschichtet, um dann später mit neuem Asphalt versehen zu werden. Die komplette Fläche musste sehr akurat per Hand mit einer Malerrolle und der Pampe beschichtet werden. Im Nacken hatte ich zu dem Zeitpunkt 2 Menschen: Den Bauleiter der STRABAG (der mich irgendwann der Baustelle verwies, weil ich ihn beleidigt hatte) und damit auch den Alten, denn das war ein Großauftrag über 250.000 DM. Später hat der Alte (Vogelmann) dann selbst über den geschimpft und ich irgendwann gekündigt.
Das Unternehmen wurde vor ein paar Jahren verkauft. Mein Bruder ist dort auch vor dem Verkauf der Bude als Geschäftsführer ausgetreten (Dirk Vogelmann).
Zum achten Mal wird am Mittwochabend (11.06.08) der Grimme Online Award in Köln verliehen. Die Jury hat 19 Webseiten nominiert - darunter auch die WDR Mediathek regional, das WDR-Special “Weltreligionen” und die WDR-Kindernachrichten “neuneinhalb”.