Saturday, November 15, 2008 by Ingo
Auf Arbeit, zu Tisch, das Geld auf die Bank gebracht und dann im U
Wirklich. Manchmal frage ich mich: “Ingo? Wer waren diese Leute, mit denen du zur Schule gegangen bist? Und wo sind die heute alle?”
Es gibt Menschen, für die geht man “auf Arbeit”,(1) “zu Tisch”,(2) ihr Geld liegt “auf der Bank”,(3) sie machen “U”,(4) dieser und jener Gegenstand “ist ihnen”,(5) und so weiter und so fort.
Ich erinnere mich an Zeiten, in denen man sagte:
Sie hat gut geheiratet.
Wie bitte? Ihr lest richtig, sie hat gut geheiratet. Das bedeutet: Sie hat jemanden geheiratet, der finanziell gut ausgestattet ist.
Die Krönung der Vergewaltigung einer Sprache sind diesartige Schöpfungen (LIVE vom Verfasser SO erlebt):
Ich bin Harkortstrasse, wo bist du? Kommst du Reinoldikirche?
oder
Der kommt Wochenende.
oder
Ich geh McDonald’s.
oder
Ich muss Arbeitsamt.
Sehr seltsam finde ich auch die schlichte Ignoranz der norddeutschen Mitmenschen, für die einfach alles südlich von Hamburg Bayern ist. Als ich bei Hamburg(6) lebte, sagte man mehr als ein Mal zu mir:
Ruhrgebiet? Das ist doch in Süddeutschland?
Wenn die Heizung kaputt ist, dann “geht man da bei” anstatt “dran”. Das Wohnzimmer ist die “Stube”, erinnert mich immer an die Bundeswehr. Man lässt dort nicht einfach irgendwas, nein, man “lässt es nach”. Samstag ist auch per sé gestrichen, dort gibt es nur “Sonnabend”.(7)
Mit Mundart, regionalen Dialekten und Ähnlichem kann ich mich ja anfreunden (muss ich auch, bin ja selbst so), aber dieser Unsinn oben, der kann schon Überhand nehmen.







