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Tuesday, November 25, 2008 by Ingo

Christian Klar

Haftentlassung: Gericht erhält wegen Klar beleidigende Anrufe

Meine 2 Cents dazu:

Das Christian Klar Leid, Schrecken und Terror über Menschen gebracht hat ist nicht zu diskutieren. Ich persönlich hege keinerlei Sympathien für Christian Klar. Fakt ist: Klar ist ein Mensch und deutscher Staatsbürger, der Straftaten begangen hat, für die er 26 Jahre in Haft verbracht hat. Somit wurde er bis heute nicht besser oder schlechter behandelt als jeder andere Straftäter behandelt worden wäre, der Ähnliches verbrochen hat.

Wenn ich ein Gesetz sinnvoll, gut durchdacht und gut gemeint finde, dann das Grundgesetz. Vor dem Gesetz der Menschen soll jeder gleich sein. Das ist zwar selten so, aber wenn es mal so ist, dann finde ich das erbaulich. In Sachen Christian Klar ist der Protest, der nun laut wird, auf emotionaler Ebene zwar durchaus zu verstehen (auch von mir), ich halte ihn jedoch andererseits für sehr wenig respektvoll den Entscheidungsträgern und dem Rechtsstaat gegenüber. Niemand hat sich diese Sache je leicht gemacht, und eine solche Entscheidung schon gar nicht. Aber hier wurde nach den Grundsätzen des Rechtsstaates entschieden, was zu respektieren ist.

Unglaublich finde ich die Äußerung des Berliner CDU-Politikers, welcher der Ansicht ist, Christian Klar habe nicht das Recht, ein Praktikum beim Berliner Theater als Bühnentechniker zu absolvieren. Das Angebot kam vom Ensemble selbst. Mit den 26 abgesessenen Jahren hat Klar seine Strafe ordnungsgemäß verbüßt, moralisch darf man das gerne anders sehen. Nun hat er - dann als freier Bürger Deutschlands - das Recht, ein ganz ‘normales’ Leben aufzunehmen und aufzubauen, woran das Gericht auch logischerweise ein gesteigertes Interesse hat. Ich finde das ihm gemachte Angebot des Berliner Theaters sehr nobel. Es schenkt einem Menschen viel Vertrauen, der in seinem Leben sehr viel falsch gemacht hat. Den Menschen, die dieses Angebot zu vertreten haben, wird das vollkommen klar sein. Im Übrigen riskiert das Berliner Theater mit dieser Geste eine Menge.

Mir ist bewusst, das Klar offen nichts bereut. Mir ist auch vollkommen bewusst, das die neuesten Umstände für einige Betroffene unerträglich sind. Ich denke, das würde sich auch dann nicht ändern, wenn man Christian Klar aus dem Leben befördern würde (aka. töten). Die Todesstrafe gibt es in Deutschland - Gott sei Dank - nicht. Jeder Mensch, so sehe ich das, hat jederzeit das Recht, sich zu verändern und sein Leben auf eine andere Spur zu lenken. Strafgesetze sind nicht dazu da, einen Menschen zu zerstören, sie sind eine Erfindung aus Verzweiflung. Am liebsten sähen wir alle, daß ein Mensch seine Taten bereut, nie wieder begeht und durch die empfangene Strafe aus seinen Fehlern lernt. Damit man sich nicht vollkommen verloren mit dieser Hoffnung fühlt, erfand man irgendwann mal die ‘Bewährung’. Die hat Christian Klar aufgebrummt bekommen.

Die Gedanken sind frei. Ich habe meine Zweifel, das Christian Klar seine Ansichten erheblich verändert hat. Ich habe aber auch Zweifel, das er mit 56 Lebensjahren, von denen er 26 in Haft verbracht hat, nochmal einen Krieg gegen Deutschland bzw. dieses System entfacht. Für das, was ein Mensch denkt, kann man ihn nicht bestrafen, jedenfalls vor dem Gesetz nicht. So weit darf es auch nicht kommen.

Ich wünsche allen Betroffenen die Kraft, damit so schnell und schmerzfrei wie möglich umgehen zu können. Christian Klar wünsche ich, in diesem Leben noch einmal geliebt zu werden. Niemand sollte gehasst sterben.

Das Verhalten den Entscheidungsträgern gegenüber finde ich unanständig.

Nachtrag

Aber in allem wohnt Hoffnung, dass das Leben zurückkehrt.

(Christian Klar, 2007)

Tuesday, November 4, 2008 by Ingo

Guantanamo: Lebenslang für Videofilmer

Guantanamo: Lebenslang für Videofilmer von Osama bin Laden

„Er verehrt bin Laden, er verehrt al-Quaida. Er glorifiziert ihre Operationen“, sagte Cowhig. „Wann ist es sicher genug, dass dieser Mann das Gefängnis verlässt? Niemals.“

Halten wir kurz fest:

  • Er verehrt einen Verbrecher. Dadurch entsteht noch keine Straftat.
  • Er verehrt eine verbrecherische Organisation. Dadurch entsteht noch keine Straftat.
  • Er glorifiziert die Taten bereits Genannter. Dadurch entsteht noch keine Straftat.
  • Jemand geht fest davon aus, das es unsicher ist, diesen Mann auf freien Fuß zu setzen. Eine Straftat, die jemand MÖGLICHERWEISE begehen könnte, ist noch keine.

Das alles sind die Gründe, die angeführt werden, weshalb ein VIDEOFILMER vom US-Tribunal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Das verstößt gegen Menschenrechte und ist illegales Verhalten.

Weiss jemand, ob der nächste Präsident jemanden wie diesen Mann begnadigen könnte?

Nachtrag

Wie verhält sich eigentlich jemand vor einem Tribunal, wenn er jahrelang in Guantanamo inhaftiert war und menschenunwürdig behandelt wurde? Hat da überhaupt jemand eine Aussicht auf einen fairen Prozeß?

Tuesday, October 7, 2008 by Ingo

Amerikanische Verhältnisse?

Festnahme am Köln-Bonner Flughafen - ”Alles falsch gemacht”

Die beiden auf dem Flughafen Köln-Bonn festgenommenen angeblichen Islamisten sind vorerst frei. Die Kritik an den Umständen der Verhaftung wächst.

Sind wir auch schon so weit, daß hier offensichtlich unbescholtene Menschen einfach festgenommen werden und ihnen das Leben erschwert wird? Ich bin gespannt, wann Herr Schäuble eine Art Guantanamo launcht.

Wednesday, July 16, 2008 by Ingo

Oppositionschef Malaysias festgenommen

S t a r e
Creative Commons License photo credit: awe2020

Homosexualität ist im muslimischen Malaysia illegal und wird mit 20 Jahren Haft bestraft.

Oppositionschef Malaysias festgenommen. Ich bin ja für einen CSD in Malaysia.(1) Neutral

  1. Also nicht, damit alle festgenommen werden … (back)