Ingo: Hi Thomas!
Thomas: Hallo Ingo!
Ingo: Schön, daß wir ein bisschen Zeit haben für ein Interview. Wie fühlt sich das für Dich an?
Thomas: Oh, ungewohnt, sehr ungewohnt. Aber auch spannend.
Ingo: Wenn mich nicht alles täuscht, bist Du 62-er Baujahr, ist das richtig?
Thomas: Das stimmt.
Ingo: Also ein Alter mit meinem ersten Mentor, meinem Bruder. Ist es richtig, wenn ich davon ausgehe, daß dich ähnliche Musiker dieser Zeit beeinflusst haben? Ich spreche da von den ersten Psychedelic Rock Acts.
Thomas: Das kann man so sagen, wobei noch Einflüsse meines älteren Bruders dazu kamen, von denen einige bis heute zu meinen Favoriten gehören.
Ingo: Oh, wie alt ist Dein Bruder? Und welche Acts sind das?
Thomas: Mein Bruder ist 51, glaub ich, muss ich mal prüfen. Über ihn bin ich zu Musikern wie Mike Oldfield, Pink Floyd, Yes, Queen, Jean-Michel Jarre und so weiter gekommen, was mich schon im zarten Teeniealter von der gängigen Disco- und Popmusik weggezogen hat.
Ingo: Das kommt mir bekannt vor! Hast du in deiner Kindheit und Jugend viel zeit mit Musik verbacht? Wie war das?
Thomas: Ja, mit Musik hören habe ich relativ viel Zeit verbracht. Sie hatte und hat einen recht großen Einfluss auf mich, was Stimmungen angeht. Ich hab mir von einfachen Disco- und Rocksongs sehr oft die Maxiversionen gegönnt, weil ich fand, das diese musikalisch sehr viel mehr hergaben als die Radioversionen.
Ingo: Ging mir auch so. Hast du schon früher Instrumente gespielt oder Unterricht gehabt? Oder zählst du zu den Autodidakten?
Thomas: Ich hatte mal Ambitionen das Gitarrespielen zu lernen, bin aber nie über die Anschaffung einer gebrauchten E-Gitarre mit Verstärker hinausgekommen. Irgendwie fehlte mir immer die Geduld, die Griffe zu lernen. Später kam dann ein Synthesizer, auf dem ich aber nur Bekanntes nachspielte, was mich auf Dauer absolut nicht zufriedenstellte. Erst der Computer hat mir dann im Laufe der Zeit die Möglichkeit gegeben - ohne viel Theorie erlernen zu müssen - eigene Musik machen zu können.
Ingo: Wenn du das mal in Prozenten angeben könntest, wieviel Instrumentalist bist du, der seiner inneren Musik handwerklich Ausdruck verleiht, und wieviel Komponist, der die Bilder in seiner Seele in Klang umsetzt?
Thomas: Wenn Du mit Instrumentalist meinst wieviel meiner Musik ich mit Instrumenten einspiele würde ich sagen zehn zu neunzig.
Ingo: Findest du eine Bewertung dessen wichtig?
Thomas: Nein, absolut nicht! Wie immer meine Musik auch zustande kommt, sie kommt aus meinem Innersten und ist zu hundert Prozent mein Eigen. Alles andere, zum Beispiel die technischen Möglichkeiten die ich nutze sind für mich nur Mittel zum Zweck, mehr nicht. Mich hat noch nie wirklich interessiert wie Queen, Oldfield, und wie sie alle heißen, ihre Musik machen. Wichtig war für mich nur immer das mich diese Musik bewegt, beziehungsweise berührt.
Ingo: Gut, das du’s erwähnst. Thomas, du hast ein absolut beeindruckendes Werk zustande gebracht, welches es von jetzt auf gleich zu einer Veröffentlichung auf L2 Music geschafft hat. Ich kenne dich ja nun schon eine Weile, und ich muss zugeben, das ich das selbst nicht erwartet habe. Welche Gedanken und Gefühle beschleichen dich dieser Tage? Du weißt, wie wählerisch ich bin.
Thomas: Momentan bin ich wohl noch damit beschäftigt das alles zu realisieren. Wenn man bedenkt das ich schon uralt bin und schon unendlich lange Musik mache, das alles nur als Hobby, aus Spaß an der Freud gedacht war und ich nie damit gerechnet hätte das mir mal jemand solchen Fragen stellen würde, geht’s mir eigentlich doch überraschend gut. Ein gewisser Stolz macht sich natürlich breit, Aufregung. Den Rest kann ich momentan noch gar nicht beschreiben.
Ingo: Ich glaube, Michael Ballack und Co. geht’s momentan genauso.
Thomas: Verdientermaßen! Die Jungs haben, genauso wie ich, wenn ich den Vergleich mal anführen darf, ihr Bestes gegeben und einen großartigen dritten Platz hingelegt. Damit hatte wahrscheinlich auch kaum jemand gerechnet … schon wieder ‘ne Parallele.
Ingo: Noch mal kurz zurück zu Instrumenten. Ich nehme an, du hast dich bei den Gitarren zum Beispiel Samples bedient, die jeder Produzent auf Tonnen von Sample CD’s im Studio hat. Richtig?
Thomas: Stimmt, der Großteil meiner Instrumente beruht auf kommerziellen Samples, wie sie heutzutage in jedem modernen Studio zu finden sind.
Ingo: Und, wenn ich den Vergleich mal zu Ende denken darf, bist du für mich derzeit ebenso der Gewinner des Turniers, wie die Klinsmänner. Von drittem Platz kann hier keine reelle Rede sein. Das dazu. Wann hast du - mal geschätzt - angefangen, dich professionell mit dem Musikmachen zu beschäftigen?
Thomas: Angefangen mich damit zu beschäftigen habe ich vor circa 15 Jahren. Professionell, also so das die Musik für mich professionelle Qualität besitzt, mache ich das ungefähr seit fünf Jahren.
Ingo: Wie hat dein Umfeld eigentlich seit jeher, speziell in den letzten Jahren, darauf reagiert? Also dein persönliches, Familie, Freunde und so weiter. Hat das je jemand ernst genommen?
Thomas: Hm, wirklich ernst genommen hat das eigentlich nur meine Frau. Allerdings muss ich zugeben, das die meisten meiner Freunde und Verwandten wenig von diesem Hobby wussten, zumindest bis vor kurzem. Ich hab die Musik immer nur zum Spaß gemacht, nie um sie irgendjemandem zu präsentieren. Warum das so ist weiß ich allerdings auch nicht.
Ingo: Denkst du, das könnte der Mangel an Selbstvertrauen gewesen sein?
Thomas: Ganz sicher spielt das eine Rolle dabei. Es ist aber auch so, das Menschen, die mich gar nicht persönlich kannten, sondern nur über meine Musik beziehungsweise das Internet Kontakt zu mir hatten, mehr Interesse an meiner Musik zeigten als die Freunde. Sie waren es zum Teil auch die mich die mich motivierten immer weiter zu machen. Sei es durch Rezensionen, oder einfache E-Mails.
Ingo: Du hast also deine Musik zunächst dem Internetpublikum präsentiert? Wie und wo?
Thomas: Nun, es gibt ja heute eine ganze Menge dieser MP3-Portale, auf denen man sich und seine Musik vorstellen kann. Ich habe ungefähr im Jahr 2000 damit angefangen. Da habe ich von einem solcher Portale - MP3.com, glaub ich - erfahren, es mir angesehen und fand das einfach cool. Da gab’s eine Möglichkeit, sich selbst, aber vor allem seine Musik kostenlos zu präsentieren. Überraschenderweise waren einige meiner Tracks dort in den Charts recht schnell sehr erfolgreich. Das war zwar nicht repräsentativ für die Musikwelt, gab mir aber doch einen ziemlichen Motivationsschub. Im Laufe der Zeit kamen dann noch viele Portale dazu. Am erfolgreichsten waren meine Songs aber bei Besonic.com, das es mittlerweile nicht mehr gibt, oder was gerade neu startet. Hier hab ich auch die meisten Leute kennen gelernt und man hat sich gegenseitig motiviert und Tipps ausgetauscht.
Ingo: Wie reagiert dein Umfeld jetzt, wo dein Album fertig und - zumindest digital - veröffentlicht ist?
Thomas: Ausnahmslos überrascht! Anscheinend hatte kaum jemand mein Hobby ernst- oder wahrgenommen. Auch jetzt, nachdem so ziemlich jeder weiß das ein Album von mir offiziell in einem Shop gekauft werden kann, ist die Reaktion noch recht verhalten, beinahe ungläubig. Ich denke das so etwas für die meisten eine irreale Welt ist, von der sie nicht glauben, jemals damit in Kontakt zu kommen. Ist natürlich Quatsch, kommt mir aber so vor.
Ingo: Gemessen an dem, wie du diese Welt bisher von außen betrachtet hast, wie sieht sie jetzt für dich aus, wie hast du sie vorher gesehen, und wie sieht sie jetzt für dich aus, und warum?
Thomas: Ich glaube, wenn man sich selbst mit Musik beschäftigt, also etwas intensiver als nur mit dem Kaufen und Hören, dann verliert die Musikwelt ein wenig von ihrem Glanz. Bevor ich selbst Musik gemacht habe, waren die Rock- und Popstars natürlich unerreichbare Lichtgestalten, obwohl viele das für mich natürlich auch heute noch sind. Aber der Gedanke, das es eine außerirdische Welt ist, den habe ich schon lange nicht mehr. Wobei ich da ulkigerweise nie an mich selbst gedacht habe. Wenn ich die Musikmaschinerie - was Anderes ist es ja nicht - heute so betrachte, sehe ich einen riesigen Wirtschaftszweig, in dem unglaublich viele Menschen herumwuseln, um sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden zu können. Die Methoden die dabei angewandt werden, sind leider nicht immer nachvollziehbar, oftmals auch im Bereich der Illegalität. Das hat bei mir leider dazu geführt das diese schillernde Welt viele Kratzer und Schrammen abbekommen hat. Ich hoffe das es bald wieder so sein wird, das in der Musikbranche Fairness und Qualität Einzug halten und dadurch auch dem allerkleinsten Musiker, aus der allerletzten Garage, die Chance gegeben werden kann, sich zu präsentieren.
Ingo: Hat das denn jeder verdient?
Thomas: Eine Chance zu bekommen? Natürlich, solange seine Arbeit ehrlich ist, er sein Bestes gibt, und die Qualität seinem und dem Anspruch seiner Zielgruppe gerecht wird.
Ingo: Mal was Anderes … kannst du bitte mal in einem Satz die Geschichte beschreiben, um die es sich bei Journey To Cetus dreht?
Thomas: Hm, lass mich nachdenken …
Ingo: Mach ich.
Thomas: Journey to Cetus beschreibt den Versuch eines Einzelnen, durch die - in Jahrhunderten begangenen Fehler der Menschen - ausgelösten Katastrophen zu verhindern, die einen Großteil der Menschheit auslöschen werden.
Ingo: Werden? Wie kannst du dir da sicher sein?
Thomas: Ich kenne das grobe Ende der Geschichte.
Ingo: Wie ist das Album im Verhältnis zur Geschichte entstanden, welche Chronologie gibt es da?
Thomas: Nun, am Anfang standen die Wale dabei im Vordergrund. Irgendwie wollte ich unbedingt mal das Thema Wale in einem Musikstück bearbeiten. Einen bestimmten Auslöser dafür gab es nicht, der Gedanke war plötzlich da. Nach ein paar Versuchen merkte ich recht schnell das mich ein Stück nicht befriedigen würde, also begann ich, mir eine Geschichte auszudenken. Mit jeder neuen Idee zum Thema entstanden bald auch immer neue Musikstücke die sowas wie eine Eigendynamik entwickelten. Manchmal kam es mir vor, als wenn der nächste Song und der nächste Abschnitt der Geschichte gleichzeitig entstanden. Ich kann das nur schwer erklären, aber hier kam im wahrsten Sinne des Wortes Eines zum Anderen. Selbst die spätere Verbindung der Tracks zu einem Ganzen ging fast wie von selbst, und hat dem ganzen Album noch eine besondere Note gegeben, jedenfalls empfinde ich das so.
Ingo: Glaubst du an sowas wie eine Führung von irgendwoher, die dich da gelenkt hat?
Thomas: Ich bin sicher, das es so etwas gibt, ebenso sicher, wie ich nicht an Zufälle glaube. So erstaunlich, wie mir manche Teile meines Albums heute vorkommen, stell ich mir selbst manchmal die Frage, wie ich das hinbekommen habe. Ich weiß genau, ich würde das so kein zweites Mal machen können. Ich kann zwar nicht sicher behaupten, dass mich etwas geführt hat, aber es würde mich nicht wundern.
Ingo: Wie lange hast du an dem Album gearbeitet, vom Datum des ersten Stücks Musik bis zum letzten?
Thomas: Ungefähr zwei Jahre, allerdings mit vielen Pausen, mangels Zeit.
Ingo: Ich möchte noch mal kurz auf die Geschichte zurückkommen. Wieviel von der Geschichte hältst du für möglich und wieviel persönliches Wünschen und Hoffen steckt darin?
Thomas: In erster Linie ist die Geschichte natürlich fiktiv. Alles, was in der Geschichte passiert, entspringt meiner Phantasie. Allerdings bin ich sicher, das meine Phantasie von bewusst Erlebtem, Gelesenem oder Gehörtem und ebenso von meinem Unterbewusstsein beeinflusst wird. Genauso wie meine Musik und die Musik vieler anderer beeinflusst ist durch Musik anderer, die man oft gehört hat und wahrscheinlich heute noch hört. Allein deshalb will ich nicht ausschließen das irgendwas, wieviel auch immer - von meiner Geschichte irgendwo passiert, oder schon passiert ist.
Ingo: Bist du ein Romantiker, der an diesem Album auch insofern wachsen konnte, als das es sein Innerstes auf eine ihm mögliche Art und Weise nach außen trägt? Welche Reaktion auf das Album würde dir am meisten gefallen, wie stellst du dir die Anerkennung deines Werkes seitens der Außenwelt vor?
Thomas: Ein Romantiker bin ich in mancherlei Hinsicht bestimmt. Ob und wieviel davon in meinem Album eine Rolle spielt kann ich aber nicht sagen. Genau genommen ist die Story die ich erzähle auch nicht wirklich romantisch, eher eine Abrechnung mit uns, unserer Gesellschaft, unserem Verhalten und unserer Respektlosigkeit gegenüber anderem Leben. Das ist für den Hörer sicher schwer nachvollziehbar, aber auch nicht wirklich das, was ich erreichen will. Wenn die Leute sagen, das die Musik emotional irgendwas in ihnen ausgelöst hat, ist das Lohn genug für mich. Wenn sie die Klänge mögen, den Rhythmus begeistert spüren können, oder mit den Flächen dahinschweben, dann bin ich zufrieden. Was natürlich ein Traum wäre - und wahrscheinlich auch bleiben wird – ist, das ich dieses Album wahnsinnig gern mal irgendwo von einem großen Orchester auf einer großen Bühne hören würde.
Ingo: Ich schätze, du wärest relativ schnell sehr ernüchtert darüber, wenn es stattfinden würde. Okay Thomas, Hand aufs Herz … keine höheren Ziele, mal abgesehen vom Orchester? Wir sind ja unter uns (lacht).
Thomas: Ich würde natürlich gern mehr und häufiger Musik machen. Das ist aber nur möglich, wenn man als Künstler auch davon leben kann. Ich denke, das ist doch ein realistischer Traum, oder?
Ingo: Zumindest ein sehr legitimer! Meine Meinung dazu kennst du ja. Insofern wünsche ich dir die Erfüllung dessen sehr. Mir fällt gerade ein … wie findest du das Mastering und den MP3 Surround Mix?
Thomas: Großartig, wirklich, kein Witz! Ich hatte bis vor Kurzem absolut keine Ahnung was professionelles Mastering aus Musik machen kann. Perfekter Klang in allen Bereichen des hör- und unhörbaren Bereichs der Wahrnehmung. Hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet, die in dem unglaublichen 5.1 Surround Mix gipfelte. Ich kann nur jedem, der meine Musik kaufen möchte, empfehlen, zum 5.1 Mix zu greifen.
Ingo: Wusstest du, dass im Business vierstellige Summen fürs Mastering eines Tracks gezahlt werden?
Thomas: Wirklich? Dann kann ich nur sagen, dass ich dankbar bin für die Zufälle auf dieser Welt, die es aber nicht gibt. Ansonsten wäre dieses Album wohl nie, und schon gar nicht in dieser Qualität auf den Markt gekommen. Aber wem sag ich das …
Ingo: Wenn du dir deine musikalische Jugend ansiehst und die musikalische Entwicklung heute, was fällt dir dazu ein?
Thomas: Dazwischen liegen Welten! Nicht weil die Musiker heute kein Potential mehr hätten, sondern weil dieses Potential heutzutage leider nicht mehr im Vordergrund steht. Es gibt sehr viele gute Musiker und Bands, auch in Deutschland. Aber leider muss ja alles heute medienkonform und gewinnbringend sein. Kaum ein Produzent, geschweige denn eines der Major Labels geht heute noch das Risiko ein, Geld in etwas Neues, Ungewöhnliches zu investieren. Das Ergebnis dieser Geldmachphilosophie hören wir heute tagtäglich im Radio, und sehen es in den Regalen der großen Elektronik-Discounter. Einheitsware wohin man sieht und hört. Musiker, die für Geld und einen Vertrag ihre Ideale verkaufen und nur noch das machen, was ihnen ihr Geldgeber vorschreibt. Ich hoffe wirklich, das diese Entwicklung irgendwie aufgehalten werden kann. Ich hoffe es für diese und die folgenden Generationen. Ansonsten wird Kreativität bald ein Wort aus den Geschichtsbüchern sein.
Ingo: Wenn du es getan hättest, wem hättest du das Album gewidmet?
Thomas: Hm, das ist eine gute Frage. Spontan fallen mir da die Wale ein, kein Witz. Die größten Geschöpfe der Erde, die einem anderen Zweck dienen sollten, als zu Futter und anderen sinnlosen Mittelchen verarbeitet zu werden. Als nächstes den Menschen, die auf etwas zusteuern, was sie nicht begreifen, zum größten Teil nicht mal bemerken. Vielleicht hätte ich es sogar beiden Gruppen gewidmet.
Ingo: Pessimist oder Optimist?
Thomas: Realist. Aber ansonsten eigentlich ein unverbesserlicher Optimist, solange es sich um meine eigene kleine Welt dreht.
Ingo: Ich glaube ja, Realisten wollen gern als Realisten gesehen werden, um den Boden unter ihren Füßen unbedingt zu bestätigen. Wahrheit ist ja immer eine Frage der Wahrnehmung. Sofern es eine Fortsetzung der Geschichte gibt, kommt nur ein Happy End in Frage?
Thomas: Nein, konsequenterweise kann es kein Happy End geben, zumindest nicht für alle. Ansonsten würde meine Geschichte zu einem Hollywood - Propagandastreifen verkommen, und das wäre unehrlich mir selbst gegenüber.
Ingo: Wieso kann es keine Happy Ends für alle geben, ich meine grundsätzlich?
Thomas: Weil Nachsicht und Gutgläubigkeit, zweite Chance und Co., in meiner Geschichte keinen Platz haben. Ich sehe das auch nicht als Pessimismus, sondern eher als Notwendigkeit, will aber jetzt auch nicht zuviel verraten.
Ingo: Wirst du die Geschichte denn in irgendeiner Form mal veröffentlichen, ich meine zum Lesen?
Thomas: Wenn mich nicht irgendwas Gravierendes davon abhält, schon. Liest du eigentlich gern?
Ingo: Ich lese viel zu gern, als das ich die Zeit dazu hätte. Aber, wenn ich sie habe, lese ich Berge von Büchern, und in einer Geschwindigkeit, die kaum jemand fassen kann. Es werden sich sicher viele freuen, deine Geschichte lesen zu können, besonders, wenn sie das Album gehört haben. Ich selbst kenne die Geschichte ja auch nur in Rohfassung. Etwas zum zeitnahen Geschehen: Pink Floyd haben gerade die “Pulse” DVD raus. Musst du die haben?
Thomas: Ja, ich werde sie mir sicher zulegen. Ich mag Pink Floyd seit meiner Jugend, habe mir vor kurzem erst eine Doppel-CD von ihnen gegönnt. Ich hab sie nie live erlebt, und nutze jetzt endlich die Gelegenheit, das am Fernseher nachzuholen. Wenn’s auch nicht das Gleiche ist.
Ingo: Gilmours Album gehört?
Thomas: Nein.
Ingo: Nix verpasst. Ich war sehr enttäuscht.
Thomas: Oh, gut, Geld gespart.
Ingo: Thomas, wenn du eine Message an die Welt zu verkünden hättest, wie würde sie lauten? Ein Satz.
Thomas: Oh Mann, darin bin ich nicht gut, darüber muss ich länger nachdenken.
Ingo: Vergiss ihn (lacht).
Thomas: Danke (lacht auch)!
Ingo: Wann wird es ein zweites Album geben?
Thomas: Das hängt einzig und allein von meiner Zeit ab, aber ich denke, zwei Jahre wird es diesmal nicht dauern.
Ingo: Das ist gut! Ich weiß, dass es viele gibt, die darauf bereits jetzt warten. Letzte Frage: Wärst du lieber Wal oder Mensch?
Thomas: Wenn ich sehe, was den Walen an Grausamkeiten angetan wird, lieber ein Mensch, aber mit schlechtem Gewissen. Wenn ich meiner Geschichte folge und in die Zukunft sehe, lieber ein Wal mit gutem Gewissen.
Ingo: Das verrät Einiges … Thomas, herzlichen Dank für Deine Zeit! Ich freue mich auf alles, was noch von dir kommt. Grüß die Familie und die Kinderschar!
Thomas: Danke ebenfalls für dieses Interview und auch viele Grüße an Deine Lieben!