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Mein alter Freund Oskar ist ein Zocker, er spielt gern die ganze Abteilung an angesagten PC Games. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, ein aktuelles Spiel zu suchen, welches meinen Ansprüchen ‘Gewaltfreiheit, Strategie, realistische Grafik’ gerecht werden würde.
Das Ergebnis ist so erschreckend wie es aber auch zu erwarten war: So ein Spiel gibt es (so gut wie) nicht. Nochmal: Es gibt so gut wie keine gewaltfreien Spiele. Und das, was an Gewaltfreiem erhältlich ist, ist entweder dümmlich, albern oder sonstwie anspruchslos.
Der Gipfel an Geschmacklosigkeit ist für mich ‘Grand Theft Auto’. Oskar hat mir das mal live demonstriert. Was für ein himmelschreiender Bullshit. Man kann es kurz zusammenfassen unter ‘Typ fährt mit geklauten Fahrzeugen durch die Gegend, erschießt oder verhaut dabei wahllos Menschen und verhält sich auch sonst wie eine offene Hose’. Dabei läuft dämlich-dümmliche Musik im Hintergrund, Blut spritzt aus allen Löchern und Köpfe sowie Gliedmaßen fliegen durch die Gegend als ginge es um’s Teddy-Schießen auf dem Rummel. Die verwendete Sprache erkenne ich bei Jugendlichen im echten Leben wieder.
Das Hauptaugenmerk scheinen ALLE Spielehersteller auf das TÖTEN zu legen, aller Wahrscheinlichkeit nach fügt man sich hier dem Willen des Konsumenten. Wenn es nicht um das Töten geht, dann um das Anhäufen von Vermögen bzw. Macht (was miteinander einher geht), und zwar egal mit welchen Methoden.
Ganz ehrlich, mich wundert das Verhalten mancher 10- bis 16-jähriger überhaupt nicht mehr. Ich will keine neue Killerspiele-Debatte anzetteln, aber Fakt ist nun einmal, daß es keine Spiele gibt, die auch nur annähernd Qualität und Anspruch in punkto Grafik und Ähnliches liefern, die nicht nur auf das Töten oder Anhäufung von Macht ausgelegt sind.
Schauderhaft. Ich weiss ganz sicher, daß dieser ganze Kram für mich überhaupt nichts ist. Ich fahre gern mal mit einem grafisch realistischen Auto durch eine echt anmutende Rennstrecke oder zocke ein Kartenspiel oder Backgammon (so ein- bis zweimal im Jahr), aber dieses Adrenalin-Herumgetöte finde ich wirklich mehr als ätzend.
Sarah Palin gibt ein Interview und im Hintergrund werden Truthähne geschlachtet. (auf eine ganz komische Art, aber ich hab davon auch keine Ahnung) Das ist so absurd, dass ich fast glauben könnte es sei ein Fake. Mir fehlen die Worte.
Na ja, liebe Vizekönigin … viel anders werden Truthähne (und Hühner, Gänse und anderes Federtier) auch bei uns nicht geschlachtet, und du isst sie vermutlich ebenso. Ich will damit niemanden angeifen oder gar verurteilen. Ich freue mich nur immer etwas - quasi - wenn man das mal deutlich vor Augen gehalten bekommt. Insofern ist das ein gutes Lehrvideo.
Es gibt wesentlich schlimmere Videos. Das hält aber auch kaum einen Verbraucher davon ab, Leichenteile von Tieren zu verzehren. Sind wir doch ehrlich: Unsere Wohlstandsgesellschaft hat’s bequem, Leichenteile von Tieren sind lecker, und wir sind weitestgehend abgestumpft.
Sarah Palins Geschmacklosigkeit wundert mich jetzt auch nicht wirklich, sie lässt sich ja auch gern neben einem gerade erst abgeschossenen Elch ablichten, mit Kleinkind daneben stehend, in die Kamera grinsend. Sowas ist doch Kulturgut und Tradition in Alaska. Na ja, eigentlich doch überall.
Wer will schon hören, daß ein Mensch überhaupt kein Fleisch als Nahrungsmittel benötigt, um ein gesundes Leben führen zu können, obendrein satt wird und lecker speist?
Guter Vergleich: Nimm den Deutschen mal ihr Auto (oder den Fernseher) weg. Ohhhhhh … das geht gar nicht.
So, und nun wünsche ich Deutschland einen guten Apettit beim Sonntagsbraten: