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Nebst näherer Umgebung. Seit Jahren war der grottenhässliche Hauptbahnhof in Essen politisches Streitthema, jetzt wird er für 57 Mio. € (vom Bund) umgebaut, weil Essen die Kulturhauptstadt 2010 ist und der Hauptbahnhof dann nicht aussehen soll wie ein Haufen Kot.
Das ist generell eine ganz tolle Idee. Der Bahnhof war wirklich potthässlich. Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen:
Die U-Bahnhof-Baustelle unterhalb des Bahnhofsvorplatzes
Wie gesagt, alles ganz toll. Aber als Reisender hat man jetzt bis Ende 2009 die Oberarschkarte gezogen. Die Großbaustelle macht halbwegs angenehmes Reisen bzw. Aufhalten nahezu unmöglich. Das Erreichen von Anschlussbahnen oder Bussen ist eine Zumutung. Ich stelle mir vor, wie Menschen, die entweder gebrechlich, im Rollstuhl oder sonstwie nicht gut zu Fuß sind, 400 Meter um den Bahnhof herumlaufen sollen, um ihre Verkehrsmittel zu erreichen. Busse haben Bahnsteige, die auch in Fahrplänen numerisch angegeben sind, jedoch nicht WO sie sich exakt befinden. Da irrt man umher und sucht, und sucht, und sucht …
Alle Wege sind mindestens verdoppelt, Fahrgäste sind alle genervt. Ich bin ja gar nicht gegen den Umbau des Bahnhofes, aber gegen das mehr als schlechte Übergangsmanagement habe ich was. Und genau aus diesem Grund wird der Umbau den Bund zwar vielleicht 57 Mio. kosten, Essen aber auch etwas darüber hinaus. Es vergrault nämlich Besucher, massiv, und es schädigt die vielen Ladenbesitzer um den Bahnhof herum und jene, die einst ihr Geschäft IM Bahnhof hatten.
Da muss dringend nachgebessert werden.
Jetzt aber der Knaller: Nach dem Umbau soll der Bahnhof so aussehen. Ist das alles? Im Jahr 2010 nach Christus erwarte ich mehr von einem topaktuellen Bahnhof.
Hier ein Video von/mit P!nk, die sich zusammen mit Peta für Schafe einsetzt … bitte nicht vor dem Frühstück oder Mittagessen ansehen, es sei denn ihr habt Lamm auf der Speisekarte:
Auf diesem Planeten haben Menschen weitestgehend den Respekt vor der Schöpfung verloren. Jedes Lebewesen ist göttlichen Ursprungs und ebenso wertvoll wie wir Menschen. Ich kann Wollfarmer verstehen, aber das macht die Sache noch nicht wirklich besser.
Vergesst Schafe nicht, wenn ihr beim Nächsten Mal Wollprodukte kauft, anzieht oder Schaffleisch kaufen und essen wollt. Lasst es am besten gleich ganz sein, zumindest das mit dem Schaf essen. Baumwolle wächst genug und leidet nicht, wenn man sie erntet und verarbeitet.
Ich weiss, ich weiss, das hat was Predigendes … es muss aber sein.
Ausserdem könntet ihr auch Jennifer Lopez-Produkte (Musik, Parfum etc.) boykottieren. Sie findet echte Pelze ganz toll, und sieht überhaupt kein Problem mit der Massenabschlachtung von Robben.
Esst Pflanzen und tragt pflanzliche oder meinetwegen auch synthetische Klamotten, tragt und esst so wenig Tierprodukte wie möglich. Bitte. Danke.
Ich stroff™ heute durch Essen, in geheimer Mission. Quasi. Plötzlich verlor ich einen Flip Flop. Es war geschehen: Nach 5 tapferen Jahren an meinen unegalen Füssen riss das Zehbändchen (?) meines linken Fusskleides, namentlich ‘Quicksilver, der Linke’.
Nun war ich ja unrasiert und fern der Heimat, und wer hat schon ein paar Ersatzschuhe dabei? Mit einem nackten Fuß und einem beflipflopten durch die Gegend zu kaspern sieht auch albern aus. Also suchte ich einen nahegelegenen Second-Hand-Laden auf und kaufte mir für 8 € potthässliche Turnschuhe.
Da ich noch Termine hatte, musste ich stundenlang - bei der Hitze - in den Ekelviechern herumrennen, bis ich mir in einem guten Laden neue Flip Flops kaufen konnte. Und die sind mal richtig gyle!
Jetzt freu ick mir. Die Turnschuhe sind übrigens im Müll gelandet.
Ich hatte heute eine Erscheinung der … 4., 5. oder gar 6. Art. Ich kann das so schlecht beschreiben. Zum Glück (?) habe ich hymlich ein Foto schießen können …
Bitte grossklicken
Mache ich mich jetzt über Dicke lustig? Nein, überhaupt nicht, sowas liegt mir fern. Ich mache mich über nichts lustig, ich stelle jedoch menschlichen Geschmack und Verstand in Frage.
Es ist okay für mich, wenn jemand (SO DERART) dick sein für sich oder an seinem Partner okay findet. Das habe ich zu respektieren. Dennoch stelle ich es geschmacklich in Frage. Das darf ich.
Kurz: Ich finde es - milde formuliert - schauderhaft. So schauderhaft, das mir der Begriff ‘Mensch’ hinsichtlich des ‘Wesens’ auf dem Foto schwerfällt.
Sicher, es gibt immer (!) (mindestens) (und überhaupt) eine Million Gründe, Erklärungen, Ausreden, Rechtfertigungen für jemanden, so derart aus der Form geraten zu sein. Das geht von “rund, na und?” bis “ich habe Schilddrüse!”. Ja. Nee. Is. Klar. NUR RUND? IMMER SCHILDDRÜSE?
Verzeihung, liebe, dicke Mitmenschen: Ich kaufe das 99% aller (derart) dicken Menschen nicht ab. Wie wäre es mit “ich esse einfach gerne viel”oder “ich habe die Kontrolle über mein Essverhalten verloren” oder “ich bin psychisch so von der Rolle, das ich regelrecht fressen MUSS”. Das kaufe ich ab, und kann das sogar unter gewissen Umständen auch verstehen. Da sollte Hilfe her.
Es ist 06:24:05, ich habe gleich einen Termin in Essen und wollte danach meine Mutter besuchen, um dort mal ein anderes Klo vollzuballern. Ich habe eine Stunde geschlafen. Den Mond draußen hätte ich die ganze Nacht beim Schuhe zubinden mit einem kunstvollen Grafitti versehen können. Ich diarrhoeiere wie aus einem Feuerwehrschlauch, auch Sprühwurst genannt. Könnte man sich eine Kloschüssel an den Hintern tackern, ich würde es tun.
Dies vielleicht auch als kleiner Wink mit dem Zaun, sollte noch ein anderer Scientologe auf die Idee kommen, hier für diese kranke Shyce werben zu wollen. DAS geht HIER NICHT.
Wie in meinem Kommentar zu diesem Mist bereits erklärt: Hier darf nur kommentieren, wer Menschenwürde wirklich achten kann. Die Einschätzung dessen bleibt allein mir überlassen und ist somit indiskutabel.
Ich kenne diese Frau nicht, habe sie aber in Kopenhagen neben mir am Tisch sitzen gehabt und unbemerkt fotografiert. Sie saß dort mit ihrer Tochter, die schätzungsweise 20 Jahre alt war. Mama mindestens 50, getrimmt auf Mitte 20. Ich meine, sie war an allen sichtbaren Stellen operiert; Brüste, Nase, im Prinzip das komplette Gesicht … über den kompletten Körper konnte ich mir (zum Glück) kein Bild machen. Die Haare waren Extensions. Sie konnte nicht richtig normal essen, ihr Mund war - sozusagen - bewegungseingeschränkt. Ständig war sie mit der Serviette dabei, um sich Speisereste von den EM2008-stadiongroßen Lippen zu wischen. Ich tippe mal auf regelmässige Botox®-Behandlungen. Und das ist Botox:
Clostridium botulinum (botulus lateinisch = Wurst) ist ein obligat anaerobes, grampositives, stäbchenförmiges Bakterium und gehört zur endosporenbildenden Familie der Clostridiaceae. Erstmals wurde dieses Bakterium 1895 von dem belgischen Mikrobiologen Emile van Ermengem (1851–1932) aus einem verdorbenen Schinken isoliert und Bacillus botulinus genannt.
Normalerweise ist das Bakterium ein Bodenbewohner. Bei der Vermehrung bildet C. botulinum ein Gift, das Botulinumtoxin, welches die Ursache für die unter dem Namen Botulismus bekannte Krankheit ist. Das Bakterium kann sich unter Sauerstoffabschluss, z. B. in geschlossenen Konserven oder im Zentrum von großvolumigen Lebensmitteln, wie z. B. Rohschinken, wenn das Lebensmittel nicht gekühlt wird, vermehren und Toxine bilden, die eine Lebensmittelintoxikation auslösen können. Da Clostridium botulinum ein Bodenbewohner ist, finden sich die meisten Kontaminationen in Gemüsekonserven.
[...]
Tödliche Dosen: Todesursache ist Atemlähmung. Bei Inhalation sind 3 ng/kg tödlich, bei einer Injektion bereits 1 ng/kg (LD50 Mensch: 1 ng/kg)[2]. 500 g würden somit ausreichen, um die gesamte Menschheit (6,6 Mrd.) zu töten. Am toxischsten ist das Typ A Toxin (Botulinumtoxin A), das stärkste aller bekannten Gifte (LD50 Mensch: 30 pg/kg). Die Nahrungsaufnahme von nur 10 ng kann einen Menschen töten. Bereits mit der Menge zwei gehäufter Teelöffel (ca. 12 g), gleichmäßig verteilt und intravenös verabreicht, könnte man alle 6,6 Mrd. Menschen töten.
[...]
In neuerer Zeit wird das auch Botox® genannte Gift als “Faltenkiller” im Gesicht eingesetzt, soweit die Falten auf der Verfestigung von dauernden Gesichtsausdrücken (z. B. gerunzelteStirn) beruhen.
MC Winkels weBlog» Blog Archiv » Zwänge, Ängste, Lebensnöte
Hab ich feist beim MC aufgelesen. Und weil der Winkelmann eine tiefenthematisch (WTF?) so gute Vorlage geliefert hat, klaue ich auch noch das. Schließlich ist er der A-Blogger, nicht ich …
Duschverhaltensstörungen. Ich habe eine ziemlich klare Reihenfolge: Erstmal muss ich das Gefühl haben, überall richtig nass zu sein. Das Ganze natürlich so heiß, wie es eben erträglich ist. Dann Haupthaar waschen, danach gegebenenfalls mit Duschgelartigem einseifen, abduschen. Dazwischen könnte eine ausgiebige Körperhaarentfernungsarie ablaufen, aber nur max. einmal die Woche oder je nach Bedarf (ja, Bedarf).
Auch ich (wie der Winkelsen) habe eine feste Hosentaschen-Materialdispositionsstruktur: Vorne links Schlüssel und Münzgeld, rechts Handy (wenn keine Jacke auf dem Programm steht), hinten rechts Patte. Das alles wird stets im Türrahmen stehend auf Vollständigkeit geprüft. Ich bin übrigens Weltmeister im Vergessen meiner externen Soundkarte, wenn es zu einem Gig geht. Ich merke es aber meistens noch rechtzeitig.
An der Stelle weiche ich mal von den Winkelmann-Vorlagen ab. Ich habe einen Schnalzzwang. Nach dem Essen schnalze ich, bis ich restlos alle genervt habe. Ich kann es absolut nicht haben, was zwischen den Zähnen hängen zu haben. Die Ausbeute schicke ich dann immer eingeschweisst an ‘Brot für die Welt’.
Ich schlafe am liebsten auf dem Bauch … und wache dann immer mit fürchterlichen Rückenschmerzen auf. Total behämmert.
Ich habe immer HAARGENAU so lange Lampenfieber, bis ich hinter dem DJ Pult stehe. Sobald ich meinen Job beginne ist alles wie weggeblasen (nicht, was ihr wieder denkt …) und ich bin die Coolness in Person. War schon immer so. Komisch. Beim Auftritt trinke ich meistens Bier und rauche jede Zigarette maximal zu 33 %. Als Perfektionist, was meine Darbietungen angeht, meide ich jegliche Form von härteren Psychopharmaka WÄHREND des Auftritts.
Ich habe eine Hygienefanatikerphobie. Überhygienische Menschen gehen mir auf die Nerven, aber mächtig. Das heißt nicht, daß ich ungepflegt bin (oder gar charlotterochig), es heißt aber zum Beispiel, daß ich jemandem auch die Hand gebe, mit der ich noch vor einer Minute mein äußeres Geschlechtsteil zum Urinieren in der Hand hatte, ohne daß ich mir nachher die Hände gewaschen habe.
Ähnliches würde ich gern lesen von FrauLehmann, dem Arschbildermann, Lilith und dem Papst, aber der traut sich ja nicht, die Pfeife.
Urlaubszeit! Leider entsprechen die gebuchten Reisen oft nicht den Erwartungen der Urlauber. Wenn die im Katalog gemachten Versprechungen vom Reiseveranstalter nicht eingehalten werden, besteht die Möglichkeit den Reisepreis zu mindern. Viele Urlauber überschätzen allerdings die von den Gerichten zugesprochenen Minderungssätze. Diese liegen meistens zwischen ein und zehn Prozent des Reisepreises, nur selten geht es deutlich darüber hinaus. Wie hoch die Erstattung im Falle eines Falles sein kann und ob ein Streit sich lohnt, lässt sich jetzt leicht mit dem ARAG Reisekostenminderungsrechner nach der Frankfurter Tabelle in Erfahrung bringen.
Ich war noch nie ein Pauschalbucher. Mehr so die Sorte ‘Rucksacktourist’. Auch die nahtlose, kaum spürbare Integration in ortstypische Gepflogenheiten liegt mir sehr. Ich will keine Deutschen sehen, kein deutsches Essen (bis auf Brot), keine deutsche Sprache hören. Aber abgesehen von alledem: Ich mache ja sowieso so gut wie nie Urlaub.
Mit diesen Worten verabschiedete mich heute der diensthabende Oberarzt der Station N1 (Neurologie) des Dortmunder Klinikums, dessen ‘Häftling’ ich nunmehr für 4 beschissene Tage war.
Und das ging so …
Freitagabend
Wenn ihr meine Ergüsse auf twitter verfolgt, habt ihr sicher mitbekommen, daß ich zu diesem Zeitpunkt bereits heftigen Kopfschmerz beklagte und mich - für meine Verhältnisse recht früh - in die Falle (Bett) knallen (legen) wollte. Das tat ich auch. Klarer Fall für mich: Der Wetterumschwung, ich bin wetterfühlig. Ansonsten habe ich recht selten Kopfschmerzen.
Samstagmorgen
… erwachte ich mit noch heftigeren Schmerzen. Das fand ich sehr seltsam. Üblicherweise sind meine Kopfschmerzen weg, wenn ich geschlafen habe. Ich quälte mich also über den ganzen Tag damit und bettete mich erneut irgendwann mit der Hoffnung, der Schmerz würde schon vergehen, wenn ich Sonntagmorgen erwachte. Jetzt nahm ich zum Ersten Mal - was für mich auch eher ein Tabu ist - eine Paracetamol 500 (die quasi Null Effekt hatte).
Sonntagmorgen
Ich habe die ganze Nacht vor Pein keine Minute geschlafen. Als ich Sonntagmorgen auf die Uhr schaute und acht Uhr ablas, war mir klar: Hier stimmt etwas gewaltig nicht. Der Schmerz war astronomisch angewachsen und vernebelte meinen Verstand nahezu völlig. Ich hatte das Gefühl, mir platzt der Kopf, wenn ich ihn nur mit einem Finger berühre. Ausserdem konnte ich kaum noch schlucken. Bei jeder Aktivität in diese Richtung zersprang mir gefühlt der Schädel.
Ich hatte mittlerweile 6 (in Worten: Sechs) Paracetamol 500 intus. Wenn mein Kopfschmerz nicht so massiv gewesen wäre, hätte ich meinen Magenschmerz vielleicht noch gespürt. Mit meinen letzten noch arbeitenden Gehirnzellen überlegte ich, was ich tun sollte. Ich kam zu dem Schluß: Notarzt anrufen.
Dieser war 15 Minuten später da und packte mich sofort ein und brachte mich ins Dortmunder Klinikum, Notaufnahme.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so Scheiße aussah. Nach einer Flasche Johnnie Walker sehe ich besser aus. Das war meine Perspektive:
Minuten später wurde ich zum Ersten Mal perforiert:
Innerhalb von 10 Minuten tröpfelte man mir 500 ml Flüssigkeit in den Balg, mit der abschließenden Bemerkung der Krankenschwester:
Huch, das war ja ein halber Liter, das ging aber schnell.
Ich weiß bis heute nicht, was das sollte, ist aber auch egal. Gefühlte Stunden später - ich hatte aber schon Anti-Schmerz-Drogen bekommen, also ging das einigermaßen - kam ein netter Orthopädieonkel herein und schloß zunächst pauschal ein orthopädisches Problem aus (eingeklemmter Nerv etc.). Dann kam eine Neurologietante rein, schloß Neurologisches nicht aus, wollte sich aber bei einem HNO-Onkel rückversichern, um ein HNO-Problem auszuschließen. Und zwar mit der Randbemerkung:
Wenn es das auch nicht ist, sind sie mein Patient. Dann müssen wir sofort ihr Nervenwasser untersuchen (Lumbalpunktion, mit einer Hohlnadel ins Rückenmark, ohne Betäubung) , weil es Meningitis (Hirnhautentzündung), Hirnblutung oder Schlimmeres (Zyste, Tumor) sein könnte.
Das klang alles nicht wirklich erquickend, ich war einigermaßen angefressen.
Ich wurde dann in die HNO-Ambulanz gekarrt, wo ein Assistenzarzt mich untersuchte. Dabei führte er mir einen ca. 40 cm langen, sondenartigen Schlauch ins linke Nasenloch ein (Nasenfick, gefühlt bis zum Enddarm) und verlangte dabei von mir “Hiiiiii” zu sagen. Dabei heraus kam eine Art “Ääääääääää”.
Nach ca. 3 Minuten sprach er:
Ein HNO-Problem haben sie nicht, sieht alles gut aus.
Alles klar, also die harte Tour (Neurologie, Lumbalpunktion usw.). Also sprach besagte Neurologin:
Rufen sie bitte Verwandte an, regeln sie ihren Kram, sie müssen bis mindestens morgen hier bleiben.
Dagegen sträubte ich mich zunächst massiv, kam aber letztlich nicht daran vorbei und sah das auch irgendwie ein. Mir wurde halt klar, daß es was ziemlich Ernstes sein könnte, und das wollte ich jetzt auch wissen. Angst hatte ich überhaupt keine. Mein erster Gedanke, als ich mich mit etwas sehr Ernstem beschäftigte, war “was passiert eigentlich mit meiner Musik, wenn ich weg bin …?”. Worte wie Testament, Patientenverfügung und Koma schossen mir durch die Rübe. Aber nochmal: Angst hatte ich keine.
Man brachte mich auf die N1 (Neurologie), und es dauerte nicht lange, bis ein junger Arzt ins Zimmer kam, um mir mitzuteilen:
Hallo Herr Vogelmann. In 5 Minuten bin ich wieder bei ihnen, und dann haben sie sich bitte oben freigemacht, damit wir die Lumbalpunktion durchführen können.
Zugegeben, vor der 80 Meter langen Hohlnadel in meinen Rücken habe ich mir erstmal in die Hose gemacht. Mir kam das mehr wie ein Mittelalterschwert vor. Grundlos. Die ganze Prozedur war völlig harm- und schmerzlos. Mag aber auch an meinem völlig zugedröhnten Zustand gelegen haben. Dabei heraus kam zumindest erstmal optisch völlig unbedenkliches Nervenwasser, klar wie ein Schluck aus einem Gebirgsbach. Das bedeutete vorerst: Keine eitrige (bakterielle) Entzündung, keine Blutungen. Blieb noch, herauszufinden, ob es möglicherweise eine virale Entzündunng war, denn meine Entzündungswerte im Blut waren astronomisch hoch (was bis dato unerklärt ist).
Ich weiss nicht mehr genau, wie oft man mir Blut abnahm - unwitzigerweise jedes Mal mittels erneuter Armperforation, obwohl man mir ja bereits zwei Standleitungen gelegt hatte. Pipicheck natürlich auch. Der ganze Sermel ging dann ins Labor, und alles, was man dort feststellte, waren sehr hohe Entzündungswerte.
Im Folgenden ballerte man mich - aber auch auf meinen Wunsch - mit Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln voll, denn am liebsten wollte ich von dem ganzen Shyce nichts mitkriegen. Aus einem Tag wurde natürlich mehr, man wollte schließlich auch was an mir verdienen, als sich abzeichnete, daß ich KEIN teurer Tumorpatient oder Ähnliches war.
Die erste Nacht auf der Station habe ich kaum geschlafen, denn da hatte ich noch kein Schlafmittel. In der Nacht von Montag auf Dienstag sank ich in einen todesähnlichen Schlaf, dank eines Cocktails aus Tavor exp. und Ibuprofen 400. Am nächsten Morgen freute ich mich zwar über den Schlaf, den ich hatte, fühlte mich aber dennoch wie ein ausgekackter Kirschkern und hatte ausserdem wieder Schmerzen. Jetzt aß ich zum Ersten Mal was. Was soll ich sagen … Krankenhausfraß. Der Hunger trieb es rein. Ich habe gelernt: Als Vegetarier hast du im Krankenhaus ganz übel verloren. Meine Socken gegrillt hätten vermutlich besser geschmeckt.
Was ihr da oben seht, habe ich allerdings nur probiert und so stehen gelassen (bis auf den Joghurt, der war gut). Sehr verstimmend empfand ich auch den Umstand, Abends keinen Kaffee mehr zu bekommen.
Mein lieber Bruder brachte mir zum Glück ein paar persönliche Sachen nach, damit ich mir zumindest ein Bißchen die Zeit vertreiben konnte, und ich musste aufpassen, nicht schon wieder zu arbeiten. Habe ich aber trotzdem. LIGHTWORKS für nächsten Dienstag ist im Krankenhaus gemixt worden, ich hatte ja sonst nichts zu tun …
Bereits am Dienstag kündigte ich an, daß Krankenhaus am Mittwoch zu verlassen, wenn man nichts finden würde, denn es ging mir etwas besser. Der Schmerz war zwar noch da (ist er übrigens immer noch), aber nicht mehr so massiv. Ich konnte meinen Kopf schon wieder etwas bewegen und längere Phasen ohne Schmerzmittel auskommen, wobei schlafen ohne Drogen noch ein Problem war (ich versuche gleich die erste Nacht ohne, auch ohne Schmerzmittel).
Am Mittwoch also machte man noch ein paar Untersuchungen, deren Ergebnisse (jetzt irgendwie) erwartungsgemäss unauffällig waren, dann packte ich meine 2 ¼ Sachen zusammen und machte einen Schuh, ab nach Hause.
Bei meinem Abschlußgespräch mit dem Oberarzt der Station frug ich:
Herr Doktor, können sie mir mal annähernd verraten, was ich habe?
Nein. Sie sind einer der äußerst seltenen, medizinisch unerklärlichen Phänomene. Sowas kommt vor, ist aber medizinisch nicht zu erklären. Insbesondere ihre hohen Entzündungswerte sind unerklärlich, wir haben auf alles Mögliche getestet, sie sind zumindest auf dem Papier ein kerngesunder und fitter 35-jähriger Mann.
Und was soll ich jetzt mit der Erfahrung und der Info anfangen? Soll ich mein Leben umstellen, weniger Stress und sowas?
Ganz ehrlich?
Sicher.
Machen sie einfach so weiter wie vorher. Ich sehe keinen Grund, irgendwas zu ändern. Mein Tipp: Vergessen sie die Sache hier und leben sie ihr Leben weiter, wie vorher auch.
So, Freunde. Und nun sitze ich hier und weiß nicht wirklich, was der ganze Shyce eigentlich soll(te). Der liebe Gott hat die Bremse sicher nicht grundlos getreten. Ich werde das Gefühl nicht los, daß sich irgendwas irgendwann ganz tief in mir vergraben hat und ich das tatsächlich (ja, ich!) völlig verdrängt und zugeschaufelt habe. Bei einem unbewusst daherlebenden Menschen würde mich das ja gar nicht wundern, in meinem Fall jedoch bin ich so etwas ähnliches wie ratlos.
Markiere ich den Harten, wie man mir ja unlängst ausgiebig an den Kopf warf, und leide tief drin doch sehr unter irgendwelchen Dingen, oder was geht hier ab?
Ich werde mir jetzt ein bißchen die Ruhe antun und habe auch das dringende Bedürfnis danach. Vielleicht komme ich an Wissen heran, was mir momentan fehlt, ich weiss es nicht.
Heute habe ich die folgende Mail an Thomas Sävert (tornadoliste.de) geschrieben:
Hallo Thomas,
am Donnerstag, den 15. Mai 2008, um ca. 15:05, saß ich in einem Zug von Dortmund nach Duisburg. Kurz hinter dem Bahnhof Bochum Wattenscheid - also irgendwo zwischen Wattenscheid und Essen - habe ich über einen Zeitraum von ca. 20 bis 30 Sekunden (zwischen den Bäumen, die immer wieder während der Fahrt an mir vorbeirauschten) einen typischen Tornadorüssel links von der Bahnstrecke (in Fahrtrichtung) gesehen. Die Entfernung war schlecht abzuschätzen, aber ich gehe von 500 bis 1000 Metern Entfernung von den Bahngleisen aus, der Tornado befand sich über weitestgehend freiem Feld.
Der Rüssel sah sehr typisch aus, über ihm befand sich eine sehr hoch aufgetürmte, dunkle Gewitterzelle. Als ich in Duisburg ankam, habe ich den DWD angerufen, dort mit einem Meteorologen gesprochen und das Ereignis gemeldet.
Leider konnte ich kein klares Foto von dem Tornado einfangen, zum Einen, weil ich nicht schnell genug mit der Kamera dabei war, zum Anderen wegen der vielen Bäume, die zwischen uns standen und der schnellen Fahrt des Zuges. Ich habe dir trotzdem ein Foto angehängt, welches ich etwas zu spät machen konnte, auf dem man aber sehen kann, welche Wetterverhältnisse herrschten. Das Foto ist völlig unbearbeitet und so aus der Kamera gezogen.
Der Meteorologe beim DWD hat die Meldung übrigens ernst aufgenommen und das für sehr wahrscheinlich gehalten. Ich persönlich halte es für ausgeschlossen, daß ich mich geirrt habe.