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Als heute Nacht das Ruhrgebiet pudergezuckert® wurde, stellten wir uns freudig bepulst® den Wecker, um morgens vor Sonnenaufgang mit Wilma in den Schnee aufzubrechen.
Ergebnis: Ich den Wecker nicht gehört, sie ihn ausgemacht, wir komplett verpennt. Um 12 Uhr hatte ich dann durch’s Fenster die Sonne im Gesicht und war - schon (!) - wach. Schnee weitestgehend weg. Und so.
Im Landtag applaudierten Scheytt und Ruhr2010-Chef Fritz Pleitgen den Abgeordneten - zum Dank für zusätzlich bereitgestellte 10,5 Millionen Euro für die an der Kulturhauptstadt beteiligten Städte.
Dazu muss ich jetzt mal was Merkwürdiges sagen. Merkwürdig deshalb, weil ich selbst als Kulturschaffender (aka. Musiker)
von der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 (Essen fungiert nur stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet) partizipiere (Planetenmodell CD und Konzert 2009) und
weil ich gebürtiger Essener mit einem gewissen, angeborenen Lokalpatriotismus bin.
Auch in der grössten Wirtschaftsmetropole Deutschlands - dem Ruhrgebiet - mangelt es an allen Ecken und Kanten. Für Ruhr2010, um es mal zu verkürzen, wird das Ruhrgebiet rausgeputzt bis in den Himmel, allein der neue Essener Hauptbahnhof kostet 57 Millionen Euro.
Wie gesagt, ich partizipiere gewissermaßen von den Spendierhosen, die man jetzt trägt. Und ich finde es ja auch toll, wenn Kultur ein Schüppchen Kohlen aufgelegt bekommt, aber für soviel Krempel hat man jetzt auf einmal Geld - was ja vorher scheinbar nicht da war - nur für wirklich dringende Sachen nicht.
Es ist eine Schande, eben für so eine wohlhabende Region wie das Ruhrgebiet, daß es immer noch Familien bzw. Alleinerziehende gibt, für die nicht genug getan wird. Ich sagte es schon oft, Kultur ist eines der höchsten Güter der Menschheit, aber das darf nicht mit Menschenwürde bezahlt werden.
Herr Rüttgers, machen sie ihren Job. Vielleicht wollen dann Menschen aus Duisburg-Marxloh oder Altenessen einen Herrn Rüttgers auch mal an der Spitze sehen, nicht nur die, die bereits (mehr als) genug haben.