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Saturday, December 6, 2008 by Ingo

Ein Hund (oder eine Katze) zu Weihnachten?

Ihr kennt das Thema. Freunde, ihr wisst: Ich bin ein Tierfreund, insbesondere Hunde begleiten mich schon mein Leben lang. Möglicherweise gibt es den einen oder anderen Besucher hier, der mit dem Gedanken spielt, sich zu Weihnachten selbst, seiner Familie, seinen Kindern oder seinem Partner eine Freude zu machen, in Form eines lebendigen Wesens, einem Hund oder einer Katze. Meist ist es ja zu Weihnachten der Hund.

Ihr wisst, es kommt nicht selten vor, das Leute auf einmal feststellen:

  • Huch, der Hund agiert nicht so wie ich will (weil ich keine Sachkunde von Hunden habe)!
  • Huch, der Hund macht Arbeit!
  • Huch, der Hund braucht meine Zeit!
  • Huch, ein Welpe (oder Junghund) macht Dreck oder zerstört mein Inventar (Mobiliar, Hausrat etc.)!
  • Huch, mein Hund bellt zuviel!
  • Huch, ich kann gar nicht mehr in den Urlaub fahren etc.!

Ja, huch.  Rolls Eyes Das sind natürlich alles Punkte, über die man VORHER nachdenken sollte, denn alle oben genannten Punkte sind möglich bis sicher an der Tagesordnung. Ich selbst habe einen Hund, Wilma. Wilma wurde als Welpe angeleint am Essener Hauptbahnhof aufgesammelt, nachdem sie (vermutlich) viel zu lange ohne Futter und Wasser (und Zuwendung) dort allein verbracht hat. Ich habe sie dann aus dem Essener Tierheim gerettet. Sie hatte so einige Mangelerscheinungen, und es hat Wochen und einige Tierarztbesuche (nebst damit verbundene Kosten) gebraucht, um sie aufzupäppeln. Natürlich war es das alles Wert. Ihre Dankbarkeit ist noch heute zu spüren, jeden Tag, und sie wird schon 10 Jahre.

Ich persönlich empfehle - wenn man den Entschluss schon gefasst hat - ein paar Dinge (um nur ein paar zu nennen):

  • Welpenschule/-kurs in einer (guten) Hundeschule
  • Darauffolgender Junghundekurs, und so weiter … (wobei … von Seniorenkursen habe ich noch nichts gehört) Grin
  • EIGNE DIR (und allen anderen Familienmitgliedern) SACHKUNDE AN! Ein Hund kann zwar sehr menschenähnlich sein, aber er bleibt ein Hund. SACHKUNDE ist unersetzlich! Je mehr man über die Natur, Psychologie und Physiologie (insbesondere die Körpersprache des Hundes) weiss, desto besser!
  • Es gibt (bei guten Hundeschulen) kostenlose, gemeinsame Spaziergänge mit anderen Hundehaltern. Sozialkontakte - von Anfang an - mit Artgenossen und anderen Menschen sind enorm wichtig!

Es gibt keine von Geburt an gefährlichen Hunde. Nochmal, zur Verdeutlichung: Es gibt keine von Geburt an gefährlichen Hunde. Oder gar gefährliche Rassen. Das ist und bleibt ein Ammenmärchen. Ich selbst habe viel Umgang mit sogenannten “Kampfhunden” gehabt, egal welcher Sorte. Ich habe ausnahmslos sehr gute Erfahrungen mit diesen Hunden und ihren vernünftigen Haltern gesammelt. Ich habe diese Hunde auch als sehr kinderlieb erlebt. Deshalb: Wenn euch so ein Hund gefällt, dann legt euch ruhig so einen zu, denn die Tierheime sind VOLL davon! Da gibt es wesentlich schwierigere Rassen, in punkto Erziehung. Aber das ist ein anderes Thema.

(Ich merke gerade, der Beitrag wird lang, aber egal, muss ja sein. Smile )

Ein wichtiges Thema ist auch die Ernährungsphilosophie. Mir liegt das insofern besonders am Herzen, als das VIEL ZU VIELE Hunde durch falsche Nahrung entweder (effektiv) gequält oder gar “zu Tode geliebt” werden. Ich bin kein Denunziant und auch keine Petze, aber ich habe mal eine Frau angeschissen, die einen 3-jährigen Golden Retriever hatte, der vor lauter Fett nicht mehr laufen konnte. Wirklich, der Hund konnte sich definitiv kaum noch bewegen. Ich hatte sie aber vorher gewarnt.

Hören sie, entweder gehen sie mit dem Hund sofort zum Tierarzt und halten sich an einen Diätplan oder ich sorge dafür, daß ihnen der Hund abgenommen wird.

Sie hat mir das nicht geglaubt, oder so. Ich habe das dann aber wirklich gemacht. Ein Anruf beim Veterinäramt genügt.

Also:

  • Spart nicht an qualitativ hochwertigem Futter und haltet euch an Mengenangaben für euren Hund. Es gibt Futtersorten oder -marken, seien sie noch so ‘gut’, welche ein Hund nicht verträgt. Achtet darauf, bitte. Durchfälle sind für Hunde fatal, denn ein Hund dehydriert (Wasserverlust) 10 mal schneller als ein Mensch. Das kann sehr schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.
  • Ein Hund braucht IMMER Wasser! Wasser, Wasser, Wasser. Hunde können laaaaaaaaaaange ohne Futter auskommen, aber nicht einen Tag ohne Wasser.

Kommen wir zum Wichstigsten. Ich habe eine tolle Website entdeckt, und ich könnte es nicht besser schreiben, als es da schon jemand (Birga Dexel) getan hat. Deshalb, superwichtig:

www.ernaehrungfuenfelemente.de/html/info/tiere.html

Lest euch das bitte unbedingt durch. Ihr werdet staunen.

So, jetzt klingt das hier alles etwas negativ. So ist es aber nicht gemeint. Ich wünsche euch und eurer Familie eine tolle Zeit mit einem Hund, denn wenn ihr die hier genannten Hinweise beachtet, dann werdet ihr die haben.

Hunde sind sehr liebevolle Wesen, eigentlich völlig unproblematisch, treu bis in den Tod, einfach wunderbare Wegbegleiter, die - jedenfalls meiner Ansicht nach - immer mehr geben als sie verlangen.

Im diesem Sinne, euer Dr. Vogelmann & Wilma. Grin


40 kg … die hält man nicht lange auf seinen Beinen aus

Pssst …: Ein Hund gehört natürlich NICHT auf’s Sofa. Ich habe da mal eine von den (wirklich!) wenigen Ausnahmen gemacht … Confused

Wednesday, July 2, 2008 by Ingo

“Kannst du mir nicht was geben?”

Verbot für organisierte Sterbehilfe?

Neben der gewerbsmäßigen wollen einige Bundesländer auch die organisierte Sterbehilfe verbieten. Unterdessen kritisiert die Gesundheitsministerin das Vorgehen Roger Kuschs als Propaganda.

Dieser Fall macht momentan in den Medien die Runde. Dazu habe ich nicht viel zu kommentieren, aber ich habe eine kleine, persönliche Geschichte dazu auf Lager.

Meine Großmutter war 89 Jahre alt, als ihr Tod absehbar wurde, mit 91 ist sie dann gestorben. Leider nicht in Würde. Meine Mutter, manchmal meine Schwester und ich, haben sie die letzten Jahre gepflegt, denn alleine war sie nicht mehr lebensfähig. Die letzten 3 Monate verbrachte sie in einem Pflegeheim, in dem meine Tante arbeitete, weil meine Mutter die Pflegebelastung nervlich nicht mehr tragen konnte. Meine Oma war regelrecht verfallen, ja quasi bereits tot. Ihr Geist war völlig vernebelt und der Körper nur noch eine fast leblose Hülle. Sie war bereits länger vollkommen inkontinent und wusste das auch irgendwann gar nicht mehr. Es gab aber auch eine Phase, natürlich zu Anfang, als sie das alles noch sehr bewusst selbst erlebt hat und sich sehr schämte. Sie hatte auch so ‘helle Momente’, in denen sie ihren Verfall deutlich begriff. Dann war sie am Boden zerstört und weinte.

Meine Oma war eine liebe Frau und eine richtige Oma, wie man sie sich vorstellt.(1) Dick (als es ihr noch gut ging), gemütlich, lustig, hatte immer einen guten Knaller (Spruch) auf Lager und immer Süßigkeiten im Schrank. Und auch immer ein paar Mark für ihre Enkel in der Schublade bereitliegen. Wann immer wir bei ihr waren: Sie hat sich gefreut, wenn die Hütte voll war.

Meine Mutter hat sich bis zum letzten möglichen Moment bis zur Selbstaufgabe für sie aufgeopfert. Aus Liebe und Dankbarkeit. Oma war immer für uns da, in guten und schlechten Zeiten. Sie hat nie in Frage gestellt, was man ihr vortrug; wenn sie merkte, daß es einem nicht gut ging, hat sie einfach geholfen.

Kurz: Meine Großmutter hätte ein Sterben in Würde verdient. Wie jeder Mensch.

Es muss so um 1996 gewesen sein, also knapp 2 Jahre vor ihrem Tod, als es ihr bereits nicht gut ging und sie kaum noch alleine lebensfähig war, als sie - wie jeden Sonntag - bei meiner Mutter zum Essen war. Ich war auch da und saß gerade für ein paar Minuten allein mit meiner Oma am Esstisch, weil meine Mutter sich gerade in der Küche um das Essen kümmerte. Ich unterhielt mich etwas mit ihr, fragte sie, wie sie sich so fühle, als sie mich plötzlich mit Tränen in den Augen zu ihrem Ohr winkte, so als wollte sie mir etwas zuflüstern. Ihr Gesichtsausdruck war regelrecht bettelnd, und sie flüsterte mir ins Ohr:

Es ist schrecklich, so zu leben. Ich will sterben, mein Junge. Kannst du mir nicht was geben?

Ich werde ihre kleinen, lieben, bettelnden und tränennassen Augen in diesem Moment nie vergessen. Ich antwortete:

Oma, ich verstehe dich und würde das wirklich gerne tun. Das kann ich aber nicht. Du weisst doch … das geht nicht.

Von diesem Gespräch hat nie jemand etwas gewusst, denn meine Oma bat mich um Verschwiegenheit. Mir ist die Antwort auf die Bitte meiner Oma damals sehr schwer gefallen.

Ich befürworte die Regelungen in der Schweiz, wo aktive Sterbehilfe unter ordentlichen Voraussetzungen möglich ist. Ich wiederhole mich: Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde, das ist das oberste Gebot, welches in unserer Welt zu achten ist.

Das letzte Wort meiner Oma war “Ingo”. Da hatte sie zum Letzten mal ihre Augen und ihren Mund zum Sprechen geöffnet, und ich hatte sie zum Letzten Mal gesehen. Stunden später erreichte uns der Anruf, das sie jetzt gestorben sei.

Stünde ich heute nochmal vor der Frage meiner Oma, würde ich anders entscheiden. Ich bereue meine damalige Reaktion nicht, denn damals waren meine persönlichen Möglichkeiten gefühlt andere. Aber heute würde ich mich verpflichtet fühlen, den Wunsch meiner Oma zu ermöglichen.

  1. Auf dem Foto von links nach rechts: Mein Bruder Dirk, meine Oma, meine Schwester. (back)