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getFrisky! Essen | 31. Januar 2009 | Ticket-Vorverkauf
Das Christian Klar Leid, Schrecken und Terror über Menschen gebracht hat ist nicht zu diskutieren. Ich persönlich hege keinerlei Sympathien für Christian Klar. Fakt ist: Klar ist ein Mensch und deutscher Staatsbürger, der Straftaten begangen hat, für die er 26 Jahre in Haft verbracht hat. Somit wurde er bis heute nicht besser oder schlechter behandelt als jeder andere Straftäter behandelt worden wäre, der Ähnliches verbrochen hat.
Wenn ich ein Gesetz sinnvoll, gut durchdacht und gut gemeint finde, dann das Grundgesetz. Vor dem Gesetz der Menschen soll jeder gleich sein. Das ist zwar selten so, aber wenn es mal so ist, dann finde ich das erbaulich. In Sachen Christian Klar ist der Protest, der nun laut wird, auf emotionaler Ebene zwar durchaus zu verstehen (auch von mir), ich halte ihn jedoch andererseits für sehr wenig respektvoll den Entscheidungsträgern und dem Rechtsstaat gegenüber. Niemand hat sich diese Sache je leicht gemacht, und eine solche Entscheidung schon gar nicht. Aber hier wurde nach den Grundsätzen des Rechtsstaates entschieden, was zu respektieren ist.
Unglaublich finde ich die Äußerung des Berliner CDU-Politikers, welcher der Ansicht ist, Christian Klar habe nicht das Recht, ein Praktikum beim Berliner Theater als Bühnentechniker zu absolvieren. Das Angebot kam vom Ensemble selbst. Mit den 26 abgesessenen Jahren hat Klar seine Strafe ordnungsgemäß verbüßt, moralisch darf man das gerne anders sehen. Nun hat er - dann als freier Bürger Deutschlands - das Recht, ein ganz ‘normales’ Leben aufzunehmen und aufzubauen, woran das Gericht auch logischerweise ein gesteigertes Interesse hat. Ich finde das ihm gemachte Angebot des Berliner Theaters sehr nobel. Es schenkt einem Menschen viel Vertrauen, der in seinem Leben sehr viel falsch gemacht hat. Den Menschen, die dieses Angebot zu vertreten haben, wird das vollkommen klar sein. Im Übrigen riskiert das Berliner Theater mit dieser Geste eine Menge.
Mir ist bewusst, das Klar offen nichts bereut. Mir ist auch vollkommen bewusst, das die neuesten Umstände für einige Betroffene unerträglich sind. Ich denke, das würde sich auch dann nicht ändern, wenn man Christian Klar aus dem Leben befördern würde (aka. töten). Die Todesstrafe gibt es in Deutschland - Gott sei Dank - nicht. Jeder Mensch, so sehe ich das, hat jederzeit das Recht, sich zu verändern und sein Leben auf eine andere Spur zu lenken. Strafgesetze sind nicht dazu da, einen Menschen zu zerstören, sie sind eine Erfindung aus Verzweiflung. Am liebsten sähen wir alle, daß ein Mensch seine Taten bereut, nie wieder begeht und durch die empfangene Strafe aus seinen Fehlern lernt. Damit man sich nicht vollkommen verloren mit dieser Hoffnung fühlt, erfand man irgendwann mal die ‘Bewährung’. Die hat Christian Klar aufgebrummt bekommen.
Die Gedanken sind frei. Ich habe meine Zweifel, das Christian Klar seine Ansichten erheblich verändert hat. Ich habe aber auch Zweifel, das er mit 56 Lebensjahren, von denen er 26 in Haft verbracht hat, nochmal einen Krieg gegen Deutschland bzw. dieses System entfacht. Für das, was ein Mensch denkt, kann man ihn nicht bestrafen, jedenfalls vor dem Gesetz nicht. So weit darf es auch nicht kommen.
Ich wünsche allen Betroffenen die Kraft, damit so schnell und schmerzfrei wie möglich umgehen zu können. Christian Klar wünsche ich, in diesem Leben noch einmal geliebt zu werden. Niemand sollte gehasst sterben.
Das Verhalten den Entscheidungsträgern gegenüber finde ich unanständig.
Nachtrag
Aber in allem wohnt Hoffnung, dass das Leben zurückkehrt.
Anne Will wird hart attackiert. Ich mag ihre Sendung und bekunde hiermit meine Solidarität.
Die Moderatorin Anne Will weist die Behauptung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, entschieden zurück. Er hatte behauptet, ihre Sendung zeichne sich “immer mehr durch Un- und Halbwahrheiten und bewusste Verzerrung von Sachverhalten aus.“
Nach der ARD-Sendung vom 01.06.2008 mit dem Titel “Alles auf Rot – warum nicht mit der Linken?” forderte Pflüger in der “Bild“-Zeitung, “Anne Will“ durch die Sendung “Hart aber Fair“ mit Frank Plasberg zu ersetzen. Im Detail störte ihn die Anmoderation Wills, in der sie die Berliner rot-rote Koalition dem Bericht zufolge als erfolgreich bezeichnet haben soll. Als Mitglied des Rundfunkrates des RBB Berlin wolle er sich für ihre Ablösung einsetzen, sagte der CDU-Politiker weiter.
Aha! Da möchte der Herr Pflüger also sein Amt für das Durchsetzen seiner persönlichen Ansichten mißbrauchen. Ich fordere den sofortigen Rücktritt Pflügers aus dem Rundfunkrat des RBB!
Ich finde übrigens auch die Sendung von Frank Plasberg gut, obgleich er mir eine Spur zuviel persönliche Meinung einfließen lässt. Da finde ich Anne Will wesentlich neutraler.
Aber auch dies ist zu vermelden:
Auch der ARD-Programmdirektor Günter Struve wies die Kritik von Pflüger an der Sonntagabend-Sendung scharf zurück. Die Forderung, die Sendung abzusetzen, “ist absurd“, sagte Struve auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp und fügte hinzu: “Wir haben noch keine Sekunde an der Kompetenz von Anne Will und der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Sendung gezweifelt.“
Ein großer Pluspunkt an den ARD-Programmdirektor, der hier einmal äußere, männliche Geschlechtsorgane beweist, im Volksmund auch ‘Eier’ genannt.
Anmerkung: Wieso hat sich eigentlich niemand über die Beleidigungen vor Millionenpublikum Becksteins gegen Lafontaine aufgeregt? Gut, Lafontaine ging das am Allerwertesten vorbei, aber Beckstein hat offensichtlich keine gute Erziehung genossen. Auch von Bochs Äußerungen waren nicht von hohem Niveau, wenngleich auch nicht beleidigend. Wowereit hat mich positiv überrascht. Ein kluger Mann.
Es kann nicht angehen, dass ein Zweifel daran besteht, dass wenn … ein Pärchen SMS miteinander austauscht, dass das zur Privatsphäre gehört und dass das keinen, überhaupt keinen in Deutschland etwas angeht. Wir sind alle unbescholtene Bürger, und davon muss man ausgehen.
Sagen sie das mal ihrem Kollegen Schäuble, Herr Kampeter!