No place like home. mail me! Feed

 

Can an ant move a mountain?

 


Home

Welcome

This is the official website of the musician, sound engineer, DJ, composer & producer for film & media Ingo Vogelmann. No MySpace, Fuckbook or whatever ... this is a real real deal.

You heard Ingo's own music somewhere or as a DJ live or on the radio and loved it? You should subscribe to the vogelmann Gigs Feed by either ... subscribe in a reader or subscribe to vogelmann Gigs by Email to never miss a gig!

Below this welcome message and the (very important) ads you find Ingo's (multilangual) Blog posts. Also explore the internal pages and (masses of) good stuff in the sidebars to the right and have a nice stay!


getFrisky! Germany 2008

getFrisky! Germany 2008


Saturday, June 28, 2008 by Ingo

Free vTunes #3

Here’s the third edition of free vTunes. Notice that this links work for 24 hours. After this the links don’t work anymore! You can download each link 3 times within that 24 hours:

Ingo Vogelmann - Deep Understanding (Album)

Cover

1. Album

Usage Rules

1. Your use of the music is conditioned upon your prior acceptance of the terms of this agreement.

2. Play and listen to this music wherever, whenever you want, as long as its a non-commercial affair. If you want to use it for film, TV or advertising, you have to ask L2 Music Ltd. for the permission (license) to do so!

3. Burn or copy it the way you think it’s okay.

4. Don’t sell it. Then it’s better to share it on P2P.

Sunday, June 22, 2008 by Ingo

Big words

panteramiranda.com

Miranda & Abraham

Miranda offers career advice to Abraham Calling in from his training camp in Puerto Rico, super middleweight contender Edison ‘Pantera’ Miranda chuckled when he was read the latest statements from his June 21st opponent, Arthur Abraham, who stated that in their highly controversial first bout in 2006, if he failed to beat a man who had his jaw broken, he would have taken a job as a night watchman. “I agree with you Arthur, if it was a one-on-one fight,” said Miranda of the first bout, one marred by questionable officiating. “Unfortunately for me, I was fighting you and the referee, and most people who saw the fight still believe I won. This time, I’m not trusting anything but my fists, and I will knock you out,” continued Miranda. “So, as a fellow competitor, I suggest that maybe you should start shopping for your patent leather shoes and uniform, because you’ll be doing that night watchman job by the end of the summer. I think you’ll be perfect for it, because when something happens, you don’t have to do anything yourself - you can just call for help. Our first fight showed that you’re good at that.”

Big big words, loser. How come you fell after the 3rd good punch by Arthur after 1:37 min. in the 4th round? I’d say: Welcome to your new job as a night watcher. :lol:

No boxer should make the mistake to underrate Arthur Abraham. Arthur will also knock out Kelly Pavlik between the 4th and 6th round next year in January or February. There is no better middleweight boxer at the moment. And Oscar de la Hoya will fall, too.

Tuesday, June 3, 2008 by Ingo

Free vTunes #3

Here’s the third edition of free vTunes. Notice that this links work for 24 hours. After this the links don’t work anymore! You can download each link 3 times within that 24 hours:

Ingo Vogelmann - Deep Understanding (Album)

Cover

1. Album

Usage Rules

1. Your use of the music is conditioned upon your prior acceptance of the terms of this agreement.

2. Play and listen to this music wherever, whenever you want, as long as its a non-commercial affair. If you want to use it for film, TV or advertising, you have to ask L2 Music Ltd. for the permission (license) to do so!

3. Burn or copy it the way you think it’s okay.

4. Don’t sell it. Then it’s better to share it on P2P.

Thursday, May 22, 2008 by Ingo

“Eines der seltenen, medizinisch unerklärlichen Phänomene”

Mit diesen Worten verabschiedete mich heute der diensthabende Oberarzt der Station N1 (Neurologie) des Dortmunder Klinikums, dessen ‘Häftling’ ich nunmehr für 4 beschissene Tage war.

Und das ging so …

Freitagabend

Wenn ihr meine Ergüsse auf twitter verfolgt, habt ihr sicher mitbekommen, daß ich zu diesem Zeitpunkt bereits heftigen Kopfschmerz beklagte und mich - für meine Verhältnisse recht früh - in die Falle (Bett) knallen (legen) wollte. Das tat ich auch. Klarer Fall für mich: Der Wetterumschwung, ich bin wetterfühlig. Ansonsten habe ich recht selten Kopfschmerzen.

Samstagmorgen

… erwachte ich mit noch heftigeren Schmerzen. Das fand ich sehr seltsam. Üblicherweise sind meine Kopfschmerzen weg, wenn ich geschlafen habe. Ich quälte mich also über den ganzen Tag damit und bettete mich erneut irgendwann mit der Hoffnung, der Schmerz würde schon vergehen, wenn ich Sonntagmorgen erwachte. Jetzt nahm ich zum Ersten Mal - was für mich auch eher ein Tabu ist - eine Paracetamol 500 (die quasi Null Effekt hatte).

Sonntagmorgen

Ich habe die ganze Nacht vor Pein keine Minute geschlafen. Als ich Sonntagmorgen auf die Uhr schaute und acht Uhr ablas, war mir klar: Hier stimmt etwas gewaltig nicht. Der Schmerz war astronomisch angewachsen und vernebelte meinen Verstand nahezu völlig. Ich hatte das Gefühl, mir platzt der Kopf, wenn ich ihn nur mit einem Finger berühre. Ausserdem konnte ich kaum noch schlucken. Bei jeder Aktivität in diese Richtung zersprang mir gefühlt der Schädel.

Ich hatte mittlerweile 6 (in Worten: Sechs) Paracetamol 500 intus. Wenn mein Kopfschmerz nicht so massiv gewesen wäre, hätte ich meinen Magenschmerz vielleicht noch gespürt. Mit meinen letzten noch arbeitenden Gehirnzellen überlegte ich, was ich tun sollte. Ich kam zu dem Schluß: Notarzt anrufen.

Dieser war 15 Minuten später da und packte mich sofort ein und brachte mich ins Dortmunder Klinikum, Notaufnahme.

Dort sah ich so aus(1):

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so Scheiße aussah. Nach einer Flasche Johnnie Walker sehe ich besser aus. Das war meine Perspektive:

Minuten später wurde ich zum Ersten Mal perforiert:

Innerhalb von 10 Minuten tröpfelte man mir 500 ml Flüssigkeit in den Balg, mit der abschließenden Bemerkung der Krankenschwester:

Huch, das war ja ein halber Liter, das ging aber schnell.

Ich weiß bis heute nicht, was das sollte, ist aber auch egal. Gefühlte Stunden später - ich hatte aber schon  Anti-Schmerz-Drogen bekommen, also ging das einigermaßen - kam ein netter Orthopädieonkel herein und schloß zunächst pauschal ein orthopädisches Problem aus (eingeklemmter Nerv etc.). Dann kam eine Neurologietante rein, schloß Neurologisches nicht aus, wollte sich aber bei einem HNO-Onkel rückversichern, um ein HNO-Problem auszuschließen. Und zwar mit der Randbemerkung:

Wenn es das auch nicht ist, sind sie mein Patient. Dann müssen wir sofort ihr Nervenwasser untersuchen (Lumbalpunktion, mit einer Hohlnadel ins Rückenmark, ohne Betäubung) , weil es Meningitis (Hirnhautentzündung), Hirnblutung oder Schlimmeres (Zyste, Tumor) sein könnte.

Das klang alles nicht wirklich erquickend, ich war einigermaßen angefressen.

Ich wurde dann in die HNO-Ambulanz gekarrt, wo ein Assistenzarzt mich untersuchte. Dabei führte er mir einen ca. 40 cm langen, sondenartigen Schlauch ins linke Nasenloch ein (Nasenfick, gefühlt bis zum Enddarm) und verlangte dabei von mir “Hiiiiii” zu sagen. Dabei heraus kam eine Art “Ääääääääää”.

Nach ca. 3 Minuten sprach er:

Ein HNO-Problem haben sie nicht, sieht alles gut aus.

Alles klar, also die harte Tour (Neurologie, Lumbalpunktion usw.). Also sprach besagte Neurologin:

Rufen sie bitte Verwandte an, regeln sie ihren Kram, sie müssen bis mindestens morgen hier bleiben.

Dagegen sträubte ich mich zunächst massiv, kam aber letztlich nicht daran vorbei und sah das auch irgendwie ein. Mir wurde halt klar, daß es was ziemlich Ernstes sein könnte, und das wollte ich jetzt auch wissen. Angst hatte ich überhaupt keine. Mein erster Gedanke, als ich mich mit etwas sehr Ernstem beschäftigte, war “was passiert eigentlich mit meiner Musik, wenn ich weg bin …?”. Worte wie Testament, Patientenverfügung und Koma schossen mir durch die Rübe. Aber nochmal: Angst hatte ich keine.

Man brachte mich auf die N1 (Neurologie), und es dauerte nicht lange, bis ein junger Arzt ins Zimmer kam, um mir mitzuteilen:

Hallo Herr Vogelmann. In 5 Minuten bin ich wieder bei ihnen, und dann haben sie sich bitte oben freigemacht, damit wir die Lumbalpunktion durchführen können.

Zugegeben, vor der 80 Meter langen Hohlnadel in meinen Rücken habe ich mir erstmal in die Hose gemacht. Mir kam das mehr wie ein Mittelalterschwert vor. Grundlos. Die ganze Prozedur war völlig harm- und schmerzlos. Mag aber auch an meinem völlig zugedröhnten Zustand gelegen haben. Dabei heraus kam zumindest erstmal optisch völlig unbedenkliches Nervenwasser, klar wie ein Schluck aus einem Gebirgsbach. Das bedeutete vorerst: Keine eitrige (bakterielle) Entzündung, keine Blutungen. Blieb noch, herauszufinden, ob es möglicherweise eine virale Entzündunng war, denn meine Entzündungswerte im Blut waren astronomisch hoch (was bis dato unerklärt ist).

Ich weiss nicht mehr genau, wie oft man mir Blut abnahm - unwitzigerweise jedes Mal mittels erneuter Armperforation, obwohl man mir ja bereits zwei Standleitungen gelegt hatte. Pipicheck natürlich auch. Der ganze Sermel ging dann ins Labor, und alles, was man dort feststellte, waren sehr hohe Entzündungswerte.

Im Folgenden ballerte man mich - aber auch auf meinen Wunsch - mit Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln voll, denn am liebsten wollte ich von dem ganzen Shyce nichts mitkriegen. Aus einem Tag wurde natürlich mehr, man wollte schließlich auch was an mir verdienen, als sich abzeichnete, daß ich KEIN teurer Tumorpatient oder Ähnliches war.

Die erste Nacht auf der Station habe ich kaum geschlafen, denn da hatte ich noch kein Schlafmittel. In der Nacht von Montag auf Dienstag sank ich in einen todesähnlichen Schlaf, dank eines Cocktails aus Tavor exp. und Ibuprofen 400. Am nächsten Morgen freute ich mich zwar über den Schlaf, den ich hatte, fühlte mich aber dennoch wie ein ausgekackter Kirschkern und hatte ausserdem wieder Schmerzen. Jetzt aß ich zum Ersten Mal was. Was soll ich sagen … Krankenhausfraß. Der Hunger trieb es rein. Ich habe gelernt: Als Vegetarier hast du im Krankenhaus ganz übel verloren. Meine Socken gegrillt hätten vermutlich besser geschmeckt.

Was ihr da oben seht, habe ich allerdings nur probiert und so stehen gelassen (bis auf den Joghurt, der war gut). Sehr verstimmend empfand ich auch den Umstand, Abends keinen Kaffee mehr zu bekommen.

Mein lieber Bruder brachte mir zum Glück ein paar persönliche Sachen nach, damit ich mir zumindest ein Bißchen die Zeit vertreiben konnte, und ich musste aufpassen, nicht schon wieder zu arbeiten. Habe ich aber trotzdem. LIGHTWORKS für nächsten Dienstag ist im Krankenhaus gemixt worden, ich hatte ja sonst nichts zu tun …

Bereits am Dienstag kündigte ich an, daß Krankenhaus am Mittwoch zu verlassen, wenn man nichts finden würde, denn es ging mir etwas besser. Der Schmerz war zwar noch da (ist er übrigens immer noch), aber nicht mehr so massiv. Ich konnte meinen Kopf schon wieder etwas bewegen und längere Phasen ohne Schmerzmittel auskommen, wobei schlafen ohne Drogen noch ein Problem war (ich versuche gleich die erste Nacht ohne, auch ohne Schmerzmittel).

Am Mittwoch also machte man noch ein paar Untersuchungen, deren Ergebnisse (jetzt irgendwie) erwartungsgemäss unauffällig waren, dann packte ich meine 2 ¼ Sachen zusammen und machte einen Schuh, ab nach Hause.

Bei meinem Abschlußgespräch mit dem Oberarzt der Station frug ich:

Herr Doktor, können sie mir mal annähernd verraten, was ich habe?

Nein. Sie sind einer der äußerst seltenen, medizinisch unerklärlichen Phänomene. Sowas kommt vor, ist aber medizinisch nicht zu erklären. Insbesondere ihre hohen Entzündungswerte sind unerklärlich, wir haben auf alles Mögliche getestet, sie sind zumindest auf dem Papier ein kerngesunder und fitter 35-jähriger Mann.

Und was soll ich jetzt mit der Erfahrung und der Info anfangen? Soll ich mein Leben umstellen, weniger Stress und sowas?

Ganz ehrlich?

Sicher.

Machen sie einfach so weiter wie vorher. Ich sehe keinen Grund, irgendwas zu ändern. Mein Tipp: Vergessen sie die Sache hier und leben sie ihr Leben weiter, wie vorher auch.

So, Freunde. Und nun sitze ich hier und weiß nicht wirklich, was der ganze Shyce eigentlich soll(te). Der liebe Gott hat die Bremse sicher nicht grundlos getreten. Ich werde das Gefühl nicht los, daß sich irgendwas irgendwann ganz tief in mir vergraben hat und ich das tatsächlich (ja, ich!) völlig verdrängt und zugeschaufelt habe. Bei einem unbewusst daherlebenden Menschen würde mich das ja gar nicht wundern, in meinem Fall jedoch bin ich so etwas ähnliches wie ratlos.

Markiere ich den Harten, wie man mir ja unlängst ausgiebig an den Kopf warf, und leide tief drin doch sehr unter irgendwelchen Dingen, oder was geht hier ab?

Ich werde mir jetzt ein bißchen die Ruhe antun und habe auch das dringende Bedürfnis danach. Vielleicht komme ich an Wissen heran, was mir momentan fehlt, ich weiss es nicht.

  1. Ja, ich habe hatte 5 Kilo zugenommen. (back)
Friday, May 16, 2008 by Ingo

Wasichwirklichmagstöckchen


Hat zwar nicht viel mit dem Thema des Beitrages zu tun (aber doch entfernt, denn Maniküre mag ich auch wirklich), finde das Bild aber witzig, weil behämmert

Es gibt so ein paar Dinge, bei denen manche Menschen “iiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhh” sagen. Das ist mein Thema. Ich mag wirklich gern …

  1. Im Bett essen.
  2. Im Bett rauchen (allerdings mag ich es gern gut gelüftet, auch im Winter).
  3. Genau genommen mag ich fast alles im Bett gern.
  4. Den ganzen Tag barfuß durch die Bude laufen.
  5. Chips mit Käsegeschmack. Passt ja dann auch zu Nr. 6 …
  6. Füße. Ich schätze, ich habe da eine Art Fetisch. :oops:
  7. Lange auf dem Bottich sitzen ohne zu stuhlen. Am besten mit Handy oder Notebook dabei. Wahlweise gehen auch schlechte Frauenzeitschriften.
  8. Monströse Berge.
  9. Tosendes Meer.
  10. Naturgewalten überhaupt. Eine gewaltige Gewitterzelle bringt mich in Verzückung.
  11. Große Hitze. Eher als Eiseskälte.
  12. Pickel ausgedrückt bekommen.
  13. Ich bin ein Freund des natürlichen Dufts. Parfums, Deos u. Ä. stoßen mich eher ab.
  14. In den Ohren meiner Hündin Wilma riechen.
  15. Einen guten Mojito. Oder mehrere.
  16. Durch einen Strohhalm in ein Getränk pusten, daß es blubbert. Gern auch ohne Strohhalm.
  17. Stundenlang in der Badewanne liegen.
  18. Solo Livemusiker so á la ‘Mann mit Gitarre’.
  19. Nach dem Sex NICHT ins Bad rennen oder das Handtuch / die Küchenrolle zücken.
  20. Speisen mit frischen Kräutern, viel Gewürz und null Tier.

So, und mit den 20 Dingern sind jetzt dran:

Der Arschbildermann, die Lilith und der Alex (Wotschblog.de). Bei Letztem habe ich übrigens den 3. Platz im Voting zum Superbloggerbart gemacht. Buuuuuuuuh … 8-)

Sunday, April 27, 2008 by Ingo

Uns geht es gut

Mein Name ist Peter Müller, ich bin 40 Jahre alt, verheiratet mit Heike, 2 Kinder, 5 und 7 Jahre alt. Ich bin Sozialversicherungsfachangestellter (Niederlassungsleiter), meine Frau war - vor den Kindern - Versicherungskauffrau, Sachversicherungen, Abteilung Krankenversicherungen. Wir haben uns vor 15 Jahren auf einem beruflichen Seminar kennengelernt und 3 Jahre später geheiratet.


Creative Commons License photo credit: *MarS

Wir haben vor 8 Jahren ein Einfamilienhaus gebaut, in 22 Jahren ist das abbezahlt. Ich fahre einen Passat, meine Frau einen Golf. Ich stehe morgens um 5 Uhr auf, frühstücke mit der Familie und bin um 7 Uhr im Büro, während meine Frau die Kinder zum Kindergarten und zur Schule bringt. Ich komme gegen 17 Uhr nach Hause, je nach Stausituation, dann gibt es Abendbrot, danach sitze ich mit meiner Frau vor dem Fernseher und die Kinder sind im Bett. Gegen 22 Uhr schlafe ich in der Regel beim Fernsehen ein. Dann gehen wir ins Bett.

Am Wochenende ist Samstags Einkauf- und Autowaschtag, abends Fernsehen. Sonntags unternehmen wir was mit den Kindern, am Montag geht die Arbeitswoche wieder los. Mein Job ist ziemlich sicher, ich habe mich privat gut abgesichert, in 25 Jahren bekomme ich sicher eine gute Rente.

Wir führen ein gutes Leben.

Nach der ersten Geburt hatte Heike nicht mehr viel Lust auf Sex, nach der zweiten gar nicht mehr. Wir haben vor 3 Jahren zuletzt miteinander geschlafen. Sex habe ich jetzt manchmal mit einer Kollegin aus dem Büro. Ich glaube, Heike geht in der Kindererziehung und Hausarbeit auf. Über Standardsex ist das mit Heike noch nie hinausgegangen, sie findet Oralverkehr ekelhaft und alles darüber Hinausgehende sowieso. Ein weiblicher Azubi hat mir vor ein paar Jahren zum Ersten Mal in meinem Leben sowas beschert. Ich versuche mit allen Kräften, das alles vor der Welt geheim zu halten. In einem Bordell war ich auch schonmal. Nach den Geburten hat sich Heikes Körper ziemlich verändert bzw. er ist auf dem Stand ‘direkt nach der Geburt’ stehen geblieben … ich habe auch gar keine Lust mehr auf sie.

Unser Umfeld, unsere Familie, Freunde und Nachbarn finden, wir sind eine perfekte Familie. Manchmal träume ich von anderen Dingen, manchmal frage ich mich, ob das alles ist. Manchmal frage ich mich auch, ob ich frei bin. Aber Heike hat schon Recht: Wir haben es echt gut.

Sie achtet darauf, das alle Rechnungen bezahlt werden, und wenn ich mal was vergessen habe, erinnert sie mich daran. Sie bügelt meine Hemden, wäscht die Wäsche, kocht, putzt, und so weiter. Handwerkliches kann ich nicht, wenn was im oder am Haus kaputt ist, kümmert Heike sich um Handwerker.

Als ich jünger war, habe ich gerne Musik gehört, Konzerte besucht. Dazu habe ich heute keinen Antrieb mehr. Und wenn ich mal Zeit habe, dann turnen die Kinder um mich herum. Ich finde dann auch keine Ruhe. In Kneipen gehen wir nicht, auch wegen der Kinder. Aber wir sind auch Nichtraucher, was sollen wir schon da. Früher habe ich geraucht, aber Heike fand das nicht toll, also habe ich aufgehört.

Ich glaube, wenn ich meinen Job an den Nagel hängen, das Haus aufgeben und ein unsichereres Leben führen würde, würde Heike mich mit den Kindern sofort verlassen. Bis auf die Familienurlaubsziele habe ich noch nicht viel von der Welt gesehen. Mallorca, Türkei, Kreta, im Winter zum Skifahren nach Österreich. Das war’s.

Heike weiss nicht, was ich gerne mal alles machen möchte. Sie würde das komisch finden, unvernünftig. Aber es geht uns ja auch gut. Sie hat ja schon Recht irgendwie.

Wir trennen Müll und wählen CDU. Es passieren ja schlimme Dinge auf der Welt, aber uns geht’s hier ja gut. Nächste Woche muss mein Wagen zur Inspektion. Manchmal surfe ich im Büro auf Pornoseiten herum, kriegt ja keiner mit. Im Auto habe ich einen MP3 Player und ein paar gebrannte CDs von Ingo Vogelmann. Wenn ich mit Heike zusammen im Auto sitze, sagt sie, ich soll den komischen Kram mal ausmachen, im Radio würde doch was Eingängiges laufen, was nicht so anstrengend ist. Irgendwie hat sie ja auch Recht.

Unser Leben läuft in geordneten Bahnen, Sicherheit ist ja auch wichtig. Wir sind ja auch so erzogen worden. Nur manchmal weiß ich nicht, worauf ich mich freuen soll. Ab und zu freue ich mich auf’s Wochenende, aber das ist dann auch immer dasselbe.

Aber wir sind ja auch glücklich so. Uns kann nichts passieren, ich habe doch keinen Grund, mich zu beschweren. Und Heike ja auch nicht, ist ja alles so, wie sie sich das vorstellt. Vor ein paar Tagen war ich beim Arzt, mal so zur Generaluntersuchung. Die Sprechstundenhilfe rief letztens an, ich solle nochmal vorbeikommen, der Arzt müsse etwas mit mir besprechen, es gäbe da etwas mit meinem Blutbild …