This is the official website of the musician, sound engineer, DJ, composer & producer for film & media Ingo Vogelmann. No MySpace, Fuckbook or whatever ... this is a real real deal.
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Mir wird gern vorgeworfen, ein Eremit zu sein, ein Einsiedler. Wikipedia definiert das so:
Ein Eremit (altgr., das Wüste und „unbewohnt“ bedeutet, daher „Wüsteneinwohner“, deutsch auch Einsiedler) ist ein Mensch, der mehr oder weniger abgeschieden von der übrigen Gesellschaft lebt.
Zunächst mal: Ein Teil davon stimmt, ein wesentlicher nicht. Richtig ist, das ich das Alleinsein mit mir selbst sehr genießen kann. Die Nähe zu mir selbst, die dadurch entsteht - und die ein Urteilender von außen nicht sehen oder bewerten kann - tut mir grundsätzlich gut. Ich brauche für meine kreative Arbeit, und ihr wisst, wie essentiell wichtig die für mich ist, eine Spur weit Einsamkeit. Ich kann emotional, spirituell, gedanklich, wie auch immer, nur so in Tiefen abtauchen, die es mir erlauben, mein Innerstes zu berühren und einiges davon an die Oberfläche zu befördern. Das Ergebnis ist nicht selten Musik, die euch berührt, euch vielleicht ‘gleich mit mir’ fühlen lässt oder euch verstanden fühlen lässt, weil ich tief in mir dasselbe empfinde wie ihr. Jedenfalls empfinde ich das oft so.
Ich lebe seit 10 Monaten allein. Das ist so, weil ich es selbst so wollte, mein jetziges leben entspricht meinem tiefsten inneren Wunsch. Ich habe diese Entscheidung sehr bewusst getroffen, und ich bedauere sie überhaupt nicht. Das trifft nicht nur hier und da auf wenig Verständnis, man ist stellenweise auch dazu übergegangen, mich für meine Entscheidung zu hassen, und zwar mit aller Kraft. Ich mache das so wenig wie möglich zu meinem Problem.
Unrichtig ist, das ich - gemäß der obigen Definition - ‘abgeschieden von der Gesellschaft’ lebe. Das ist natürlich Bullshit. Ich habe eine Freundin, einen sehr wohltuenden Freundeskreis und genieße auch den Umgang mit (erlesenen Teilen) meiner Familie. Nicht zuletzt ist das auch Unsinn, weil ich als Künstler unterwegs bin, live spiele und immer viel mit Menschen zu tun habe. Und das natürlich sehr gerne, sonst würde ich das nicht machen. Nur für mein Ego mache ich das alles nicht. Ich freue mich (meistens), Menschen zu treffen, nicht nur weil sie mich oder meine Musik toll finden. Oder meine Attitüde, oder sonstwas Belangloses.
Wer über das übliche Maß hinausgehende Zeit mit mir verbringt, der hat es meistens schwer mit mir. Ich gelte als ein offener - ja sogar extrovertierter - Typ, der selten etwas unausgesprochen lässt und auch unangenehme Dinge - oft gefühlt hart - auf den Tisch bringt. Ich hab auch ‘nen ganzen Arsch voll Humor und immer ‘nen Spruch parat. Wer mich mal erlebt hat, weiß das.
Dennoch gibt es Dinge, die ich nicht rauslasse, bei denen ich verschlossen bin, über die ich nicht reden möchte oder kann. Wenn man mich nicht sehr genau kennt, fällt einem das gar nicht auf, aber je näher ein Mensch mit mir zu tun hat, desto eher bemerkt er das. Das liegt unter Anderem daran, das ich nicht sehr schnell wirklich vertraue. Persönliche Enttäuschungen haben bei mir eine lange Halbwertzeit. Es fällt mir schon schwer, das öffentlich so zu schreiben, glaubt mir das. Ich schreibe es aber dennoch, weil es für mich - wie so oft - Ventilfunktion hat. Es gefällt mir nämlich nicht, so ‘vertrauensempfindlich’ zu sein. ICH gefalle MIR so nicht, eigentlich bin ICH das nichtmal, und manchmal zerstöre ich dadurch auch etwas, sogar in mir selbst. Ich arbeite an mir.
Ich bin irgendwie eigen, ja. Sicher auch für den einen oder anderen schwierig, ja. Aber ein Eremit nicht. Das liegt mir nicht. Ich gehe gern mit Menschen um, und ich lerne von allen, die mir begegnen, mehr und mehr ich selbst zu werden.
Jetzt stelle ich mal eine sensible Frage an jeden von euch: Kennt ihr einen einzigen Menschen, der euch noch nie belogen hat, war die Lüge noch so klein und unbedeutend? Und welches Gefühl gibt euch die Antwort darauf? Ganz ehrlich, Tacheles.
Das “Problem” bist nicht Du, das Problem sind die Anderen. Wer uns Eigenbrötler nicht die Ruhe gönnt die wir brauchen hat selbst ein Problem.
Zur sensiblen Frage: hmm, da müsste ich lang und breit überlegen. Da ich mich (wie wohl so ziemlich jeder) auch schon selbst belogen habe sehe ich das nicht so dramatisch.
Ja, selbst kleine Lügen sind schon schlimm (sowas weiß man wenn man die Unendliche Geschichte mal gelesen hat ) - dennoch “passieren” sie laufend. Das ist unter meiner Alarmschwelle (eigentlich schlimm wie abgestumpft man selbst gegenüber sowas ist). Was ich definitiv schlimm finde ist bewusstes / absichtliches belogen werden. Das ja dann meist auch irgendwelche niederen Motive als Ursache hat. Da könnte ich - nein da kann ich - schon mal richtig sauer werden.
Was kleine Alltagslügen u.ä. angeht halte ich es u.a. hiermit:
“Wenn Lügen Haare wären, wir wären rauh wie Bären und hätten keine Glatzen.” Wilhelm Busch
und hiermit:
“Wenn Du die Welt verändern willst, gehe zuvor drei mal durch Dein Haus.” Chinesisches Sprichwort
ja kenne ich einen, meinen besten kumpel momentan. wir labern ueber alles, und ich ahbe keine hemmungen ihm meine meinung zu äussern, und anders rum genauso. es gibt keinen grund zu luegen….
Hmm, ob ich angelogen worden bin - sicherlich wie jeder einmal - ich bin oft in die Pfanne gehauen worden zB von meinen Freundinnen, allerdings bin ich nicht nachtragend, besser: man muss meine Geduld und meinen guten Willen lange überstrapazieren um die Konsequenz daraus ziehen zu müssen - ich verzeihe schnell, wenn ich denke das dies es wert ist: Ich will mein vertrauen nicht verlieren….offen hingegen bin auch ich nicht wirklich, ich brauche lange um offen zu sein - ich zeig mich eben nicht gern verwundbar, was aber nichts mit “jemanden nicht vertrauen” zu tun hat.
Ingo, jeder Mensch ist anders.
Wenn du alleine sein willst, bist du das. Und es ist gut.
Lass sie reden.
Je älter z.B. mein Freundeskreis und ich werden, umso spezieller wird jeder, diese Erfahrung mache ich seit längerem.
“Wir werden alle im Alter immer sonderbarer.”, sagte meine beste Freundin mal.
Als wir jung waren, waren wir ziemlich homogen. Zumindest im Vergleich zu jetzt! Nun sind wir Mitte 40, mit unterschiedlichen Erfahrungen und demzufolge auch unterschiedlichen Verletzungen, unterschiedlichen Reaktionen auf Freud und Leid, unterschiedlichen Ausprägungen von Misstrauen.
Unterschiedliche Persönlichkeiten halt.
Einzigartig mittlerweile.
Dazu gehört auch, dass der eine nicht alleine sein kann, der andere so oft es geht allein sein möchte, wieder ein anderer gern weniger allein wäre, aber es Gründe gibt, die das unmöglich machen, usw.
Meiner Meinung nach hat es mit Respekt zu tun, die anderen so sein zu lassen, wie sie sind. Respekt und Achtung vor den so speziellen Eigenheiten, die mit fortschreitenden Erfahrungen immer individueller werden.
Zur Frage mit der Lüge: nein, ich kenne keinen, der mich noch nicht angelogen hat. Und ich empfinde das als menschlich. Der Grund ist doch meist, dass man keinen Bock hat, sich jetzt oder überhaupt mit der Reaktion des anderen auf die Wahrheit auseinanderzusetzen.
Meine Reaktionen auf Lügen, wenn sie rauskommen, sind allerdings unterschiedlich. Immer anders; manchmal absolut unversöhnlich für immer, manchmal nach 10 Sekunden vergessen.
Speziell eben. Kommt auf die Lüge an.
Ich kann es bei mir nicht verallgemeinern.
“Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.”
(Henry Louis Mencken)
Da gibt’s ne Menge Parallelen. Aber ich denke, jeder “Kreative” ist ein Stück weit so. So extrovertiert man auch ist, man braucht als Gegenstück einfach die innere Ruhe, das “Alleinsein”. Yin & Yang - wie immer und überall.
FrauLehmann wrote on September 24th, 2008 at 13:38
Lügen gehört mittlerweile zur Welt, wie das tägliche Brot. Werden wir auf einmal nicht mehr angelogen, würden vielen Menschen die Augen augenblicklich rausfallen. Da bin ich mir sicher.
Die Erfahrung nicht angelogen zu werden, ist eine harte Tatsache, die mir erstmal Verdauungsprobleme berreitet hat. Man lässt sich nämlich mal gern anlügen, damit es einem besser geht. Fakt ist aber: wenn man nur die Wahrheit spricht/ gesagt bekommt, lebt es sich viel intensiver und man findet sein ICH ohne Umwege.
Er/Sie wird ziemlich einsam?
So trennt sich allerdings auch fix die Spreu vom Weizen
Ich finde, es gibt eine schöne Lösung wenn man selbst vor dem Dilema steht ob man lügt oder bei der Wahrheit bleibt: man sagt einfach nichts. Wer nachbohrt bekommt dann halt die Wahrheit (bzw. das was man selbst subjektiverweise für diese hält). Der-/Diejenige muss dann halt gucken wie er/sie damit klarkommt
@FrauLehman: sicher ist es oft hart wenn einem jemand die Wahrheit vor den Latz knallt. Es ist sogar dann noch hart genug wenn man versucht sie nett zu verpacken.
Das Wahrheit hart ist und wehtut, gerade Lügen jedoch oft schön verpackt daherkommen weis man ja schon länger:
“Wahre Worte sind nicht schön.
Schöne Worte sind nicht wahr.”
LaoTse
Anmerkung von mir: ich lese das für mich so als würde in beide Zeilen ein “oft” stehe, dann passt für mich es wunderbar.