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Ich auch schon ein, zwei Mal in meinem Leben … jemandem den Schädel gebrochen habe ich da nicht. Nichtmal in der Bahn geraucht. Es gibt nicht viele (eher gar keine) Dinge, die ich mir ‘dicht’ aber nicht nüchtern erlaube. Mir fallen zumindest keine ein.
Mit äußerster Brutalität hatten die Angeklagten Bruno N. (76) am 20. Dezember im U-Bahnhof Arabellapark in München zusammengeschlagen - vor laufender Überwachungskamera. Das Verbrechen, das als versuchter Mord angeklagt ist, hatte die Wellen der Emotionen hoch schlagen lassen. Vor allem Spyridon empörte, der Anlauf nahm, um wie beim Elfmeter gegen den Kopf des Bewusstlosen zu treten.
Klar, wenn man das liest, ist der erste Gedanke sicher nicht von großem Erbarmen begleitet. Ich habe das Überwachungsvideo gesehen, und was die beiden Jungs da gemacht haben, ist wirklich allerhärteste Brutalität und keine Achtung vor dem Leben. Dem 18-jährigen Halbgriechen (der Schädelbrecher) drohen nach Jugendstrafrecht max. 10 Jahre, dem 20-jährigen Halbtürken max. lebenslange Haft (beide wegen versuchten Mordes). Lebenslang, das ist schon ‘ne Hausnummer. Da keimt in mir die Frage auf:
Was soll eine lebenslange Haft bewirken? Oder auch ‘nur’ 10 Jahre? Resozialisierung? Sehr witzig. Ich vermute mal, wer so lange absitzt, ist hinterher ein grösserer Verbrecher als vorher. Verbrechen, die man nicht kennt, lernt man im Knast kennen; das weiß jedes Kind.
Die viel interessanteren und mir wichtig erscheinenden Fragen sind doch: Was treibt zwei sehr junge Männer dazu, so auszuticken? Woher kommt die Bereitschaft zu so einer Tat? Wieso nimmt jemand Anlauf, um jemandem mit voller Wucht den Schädel wegzutreten? Ein Schädel ist ein sehr massives Knochengebilde, um den zu brechen bedarf es sehr großer Wucht. Wieso kann eine Aufforderung eines alten Mannes, nicht in der Bahn zu rauchen, soviel Aggression, blanken Hass (und vielleicht sogar die Absicht zu töten) erzeugen?
Wie geht sowas?
Update
Heute (25.05.) bei Spiegel Online entdeckt:
Schließlich habe der 21-jährige Serkan A. ihm das Handy weggenommen, einen Freund angerufen und gesagt: “Willst du zuhören, wie ich einen Deutschen umbringe?” Serkan A. sei auf ihn losgegangen, habe ihn mit Anlauf getreten und bespuckt. “Da bin ich abgehauen”, sagte der Zivildienstleistende. Der angerufene Freund von Serkan A. hatte die Drohung bestätigt.
Krass. Ich hab’ das Video gerade zum ersten Mal gesehen. Ich weiß auch nicht, was Menschen zu so etwas veranlasst. Natürlich bin ich eigentlich auch gegen Knast, denn die Resozialisierungsquote ist dort echt gering. Eine andere Frage für mich ist jedoch: Die beiden Jungs werden zumindest von einigen Medien als Serientäter beschrieben. Ist es dann nicht auch irgendwie sinnvoll, den Rest der Menschheit vor weiteren Prügelaktionen zu schützen? Es klingt irgendwie hilflos, das weiß ich. Aber es ist wirklich nicht einfach zu entscheiden, was man mit denen veranstalten soll.
“Tja ich denke auch, dass 10 Jahre oder 20 Jahre Haft nichts bringen werden. ”
Das seh’ ich anders. Da die beiden vollkoffer noch jung sind besteht chance auf besserung. Zeit haben sie genug sich im knast darüber gedanken zu machen, während sie ihre strafe absitzen. Selbst wenn die hirnlosen in 20Jahren durch den knast noch behämmerter drauf sind , lohnt sich der besuch dort. Denn, wenn die später - oder während - des knasturlaubst sich scheisse oder unangenehm benehmen, dann bleiben sie eben drin.
Sowas gehört nicht in die öffentlichkeit, sondern weggesperrt.
Bei wiederholung - wieder zurück in den bau.
Die haben mächtig scheisse gebaut, und das braucht konsequenzen.
Öhm, naja, ganz so krass wie Björn sehe ich das nicht. Denn im Knast werden sie sich, glaube ich, nicht “Gedanken darüber machen”. Da hat man andere Sachen im Kopf, wenn man eh schon “auf der schiefen Bahn” ist. Ich könnte mir u.U. vorstellen, dass ihnen durch diesen Prozess allein schon (nicht durch die Strafe, sondern DASS sie angeklagt sind und ihnen diese Strafen drohen) ganz schön der Arsch auf Grundeis geht. Vielleicht hilft schon das heilend und die brauchen nur ein paar Jahre in den Knast, Höchststrafe müsste vielleicht gar nicht sein. Aber das müssen die Richter entscheiden.
Ich denke auch, das der besuch im Knast nicht das alerschlechteste ist - sicherlich werden sie dadurch keine besseren menschen, aber sie haben verdammt genug Zeit sich gedanken darüber zu machen, wie das Leben ohne ihre enorme Aggresivität hätte verlaufen können. Es muss einfach Konsequenzen für solche taten geben - auch wenn sie nicht derartig bestraft würden, so denke ich, das sie daraus nichts lernen, geschweige denn ein funktionierendes Gewissen haben - denn sind wir ehrlich jeder halbwegs Zivilisierte könnte mit der Tatsache einen Menschen auf seinen gewissen zu haben kaum leben - ich für meinen Teil nicht. Diese Leute haben einfach keine Hemmschwelle und sind wahrscheinlich auch noch dumm dazu, was für mich eine gefährliche Mischung ist. Ich finde es ok, solche Täter einfach von der Straße zu nehmen, am Besten allerdings noch bevor das schlimmste passiert - was in diesem Fall bereits das schlimmste war - nämlich jemanden zu töten. Der Mann war 76! Jahre alt - offensichtlich unterlegen. Und das schlimmste, er war wahrscheinlich der Vater und evtl. Großvater von jemanden, der ihn jetzt schrecklich vermisst, weil 2 Vollprinten meinen langeweile zu haben und ihren Verstand nicht ansatzweise benutzen.
das wird sicherlich niemand beantworten können - fehlende Aufmerksamkeit von zu Hause oder zwanghafte Aufmerksamkeitssuche - Ausgrenzungen in der Schule - oder einfach nur pure Langeweile - nichts genaues weiß man….
Dieses Verhalten kommt aus einem Umfeld, in dem es gang und gäbe ist, jemanden platt zu machen, in die Fresse zu hauen, die einem nicht passt, Leute abzuziehen.
Eine andere Frage: Was sagen eigentlich die Großväter dieser Gladiatoren zu der Aktion ? Oder die Väter ? Alles potentielle Opfer, vorausgesetzt sie rauchen und prügeln nicht auch in der Öffentlichkeit. Mein Alter hätte mich quer durchs Dorf gejagt und mir jeden Meter eins über die Rübe gehauen.
Eltern und Großeltern wehrt euch !
Das Verhalten ist auf den eigenen Vorteil ausgerichtet, negative Konsequenzen führen nicht zu Verhaltensänderungen.
Knast wird demnach nichts ändern.
Die Persönlichkeitsentwicklung bei Psychopathen
Studien zufolge können sich insbesondere aus unterkontrollierten Dreijährigen impulsive, unzuverlässige, antisoziale junge Erwachsene entwickeln. Bei dem „unterkontrollierte Typ“ handelt es sich um Kinder, die impulsiv, rastlos, ablenkbar, unfähig, sich den Erfordernissen der Situation anzupassen und labil in ihren emotionalen Reaktionen sind. Im Alter von 5, 7, 9 und 11 Jahren zeigen unterkontrollierte Kinder mehr antisoziale Verhaltensweisen wie Lügen, Ungehorsam und Kämpfen als normale Kinder. Mit 13 und 15 Jahren leiden sie außerdem auch stärker unter emotionalen Problemen. Im Alter von 18 Jahren beschreiben diese Jugendlichen, daß sie nur eine geringe Selbstkontrolle an sich wahrnehmen und keine Anstalten machen, Gefahren und Aufregung aus dem Weg zu gehen. Sie sind impulsiv und ständig auf der Suche nach Nervenkitzel. Sie sagen außerdem, daß sie es genießen, anderen Leuten Unannehmlichkeiten zu bereiten und entsprechend aggressiv sind. Außerdem fühlen sie sich oft falsch behandelt, betrogen und verraten von anderen und sehen sich selbst in der Rolle des Opfers (Caspi, 2000). [...]
Und so weiter.
Bei 4 % Verbreitung kennt jeder ein paar.
Ist ein interessantes Thema und “Der Soziopath von nebenan” ein tolles Buch.