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(Das Originaldatum dieses Beitrages ist älter. Ich habe ihn aber der Wichtigkeit halber nach oben verschoben.)
Mitnichten.
Meine Nachbarn, ein Paar, direkt neben mir sind liebe Menschen. Einfach, äußerlich von grober Erscheinung, im Innern funkelt bei beiden ein Herz aus Gold. Wer genauer hinsieht, erkennt das schnell. Ihre Blicke sind jedoch von Angst zerfressen.
Sie sind vor 2 Monaten aus Teneriffa zurück nach Deutschland gekommen, wo er ein kleines Baugeschäft betrieb, mit dem er gescheitert ist. Hier in Deutschland war der erste Gang zunächst zum ‘Amt’ … dort, wo man betteln muss, denn sie sind mit nichts zurück nach Deutschland gekommen, außer dem Fummel am Leib und einem kleinen Kater. Der Drang nach mehr Freiheit hat seinen Tribut gezollt.
Die Wohnung hat nackt verputzte Wände, Tapeten sind finanziell undenkbar, der Boden besteht aus den Holzdielen, aus denen der Boden halt ursprünglich auch besteht. Wenige Möbelstücke vom Sperrmüll, hier und da etwas Zusammengeschnorrtes. Einen Monat lang haben sie auf dem Boden geschlafen, bis ihnen jemand ein altes Bett geschenkt hat.
Sie hat zunächst einen 1 Euro 50 Job gemacht, er wartet noch auf Arbeitsgelegenheit. Sie hat Schrauben in Lüsterklemmen gedreht. Als sie sich bei der Arbeit unwürdig behandelt fühlte, ist sie dort nicht mehr hingegangen. Jetzt hat man den beiden größtenteils die Leistungen vom ‘Amt’ gestrichen. Sie hatte 2 Nervenzusammenbrüche deswegen. Beide wissen nicht mehr, was sie essen sollen, wie sie Rechnungen bezahlen sollen und was sie dem kleinen, spanischen Kater ‘Lucky’ als Futter präsentieren können. Er versucht, auch irgendwo im Ausland, einen Job zu bekommen, die Zukunft ist vollkommen ungewiss.
Momentan leben sie in völliger Armut und fühlen sich machtlos und zerschlagen.
Sie macht nun meinen Job, den ich eigentlich alle 2 Wochen habe: Hausflur reinigen. Dann haben sie etwas mehr im Portemonnaie. Heute habe ich doppelt eingekauft. Ich kann nicht hier sitzen, mir den Bauch vollschlagen, wenn ich weiß: Nebenan wird gehungert.
Glückwunsch, liebe Bundesregierung, ihr habt einen sensationellen Job gemacht. Yes We Can. Spätestens 2009 wird abgerechnet.
Update
Es sind mittlerweile Geldbeträge via PayPal als Spenden von euch bei mir eingetroffen, um das an die beiden weiter zu leiten. HERZLICHEN DANK in ihrem Namen! Ich leite das so weiter.
Und weil ich das eine Superidee finde, mache ich jetzt eine Art Spenden-Hinweis-Stöckchen daraus. Das geht so:
Bitte einfach einen Link auf diesen Post setzen und die PayPal-Spenden-Email finance(at)l2music.net angeben. PayPal ist sicher, schnell und man benötigt keine Kreditkarte.
Jeder Euro oder Cent ist wichtig, die Verzweiflung und Angst ist nach wie vor groß. Die beiden sind auch nicht mehr die Jüngsten und somit auch ihre Chancen auf Arbeit nicht die Größten.
Das Spenden-Hinweis-Stöckchen ist KEINE Aufforderung an die, denen ich es zuwerfe, zu spenden (einige davon haben es sowieso schon getan). Es wäre einfach cool, wenn noch ein paar andere Leute Wind von der Nummer kriegen und vielleicht ein paar Euros übrig haben.
Und natürlich auch an alle anderen, die das gerne machen möchten! Ich kann mich nicht genug bedanken.
Update 2
Mit euren bisherigen Spenden habe ich heute für die beiden nochmal für 80 € eingekauft, dabei eine ganze Palette Katzenfutter und jede Menge ‘Basics’ (Milch, Brot, Käse, Eier und so’n Kram). Das wird vermutlich für die nächsten 2 Wochen reichen. Es ist nicht ganz leicht, ihnen die Scham dafür zu nehmen, aber sie nehmen es an, ohne das Haupt dabei senken zu müssen. Das ist mir persönlich wichtig dabei. Ich versuche, die ganze Sache dann durch blöde Vogelmann-Scherze aufzulockern, und dann kehrt tatsächlich ein wenig Heiterkeit ein.
Sie sagte gerade zu mir:
Mensch, endlich mal nicht mehr jeden Tag das Gleiche essen … und vor Allem mal jeden Tag was essen. Und jetzt hat Lucky auch mal jeden Tag was.
Ihre Augen haben gestrahlt, ich hab mich toll gefühlt. Es wäre super, wenn wir zusammen den beiden den nächsten Monat halbwegs auf die Reihe kriegen.
Update 3
Er kam gestern nochmal rüber an meine Tür, war sehr gerührt und strahlte ebenfalls über beide Ohren.
Ich möchte mich nochmal bedanken, ich mach das irgendwann wieder gut …
Was denn? Es ist bereits alles gut, vergiß es.
Ich möchte das irgendwann wieder gut machen.
Nochmal: Es ist alles gut, mach dir keine Gedanken, geh jetzt wieder rüber, und dann esst ihr zusammen und macht euch einen coolen Abend.
Nahrungsmittel sind für die nächsten, geschätzten 2 Wochen gesichert. Die beiden brauchen unbedingt Bodenbelag, Tapeten, Lampen und andere Dinge, die eine Wohnung wohnlich machen. Ich selbst habe noch schier unendlich viel Kram im Keller stehen - in Kartons verpackt - den ich nicht mehr brauche. Da wühle ich heute noch ein bißchen zusammen mit ihm drin herum.
Bitte die Spendenbereitschaft noch nicht einschlafen lassen. Momentan sind insgesamt ca. 200 € eingegangen, was ganz akut geholfen hat und noch weiter hilft. Für die Herrichtung der Wohnung brauchen wir leider noch mehr. Auch Kleinbeträge helfen.
Update 4
Ihr habt sicher mitbekommen, daß ich einige Tage im Krankenhaus verbracht habe. Ich selbst habe in diesem Moment nicht die superaktuellsten Informationen von Karl & Bettina (meine Nachbarn), wir haben nur kurz gesprochen, als ich aus dem Krankenhaus zurückkam.
Das ‘Amt’ hat nochmal Kürzungen vorgenommen. Zwei Erwachsene Menschen sollen im nächsten Monat mit 150 € leben. Dank eurer bisherigen Spenden wird das nicht so sein.
Karl arbeitet derzeit - in Form eines 1 € Jobs - bei der Dortmunder Tafel in der ‘Verteilung’ (”Die Würde des Menschen ist unantastbar? Wer weiß, was Armut ist, hat andere Erfahrungen gemacht.” ) , ganz offiziell, wo er auch ein bißchen Nahrungsmittel einheimsen kann. Um Nahrung brauchen wir uns also - nicht zuletzt auch deshalb - momentan weniger Sorgen machen.
Am Mittwoch, als ich gerade zurückkehrte, traf ich Karl im Hausflur, der mir berichtete, das er gerade aus Spanplattenresten einen Kleiderschrank baut. Freunde von mir und Besucher dieser Website kümmern sich derzeit um einen Job für Karl, der übrigens gelernter Maurermeister ist (ja, sogar Meister). Ich rechne damit, daß wir etwas für Karl finden. Er selbst checkt aber auch ständig Gelegenheiten, um an Arbeit zu kommen. Einen Computer haben die beiden leider nicht, obwohl Karl mit sowas umgehen kann. Internet bräuchte er nichtmal, er könnte meine WLAN-Verbindung nutzen.
Momentan gibt es also immer noch keinen Bodenbelag, keine Farbe oder Tapeten an den Wänden und nur sehr dürftig ‘zusammengehauene’ Möbelstücke. Morgen werde ich nochmal mit den Beiden sprechen, wie der Stand der Dinge ist. Ich gehe aber davon aus, daß noch immer Einiges benötigt wird. Den einen oder anderen Farbeimer, teilweise ungeöffnet, habe ich auch noch im Keller stehen.
Meine Hilfe endet erstmal dort, wo ich sehen kann, das K. & B. unter menschenwürdigen Verhältnissen leben, und zwar bezogen auf dieses reiche Land.
Da sind meine Probs ja wirklich mal PillePalle gegen. Wuensch den beiden das beste, da ich selbst weiß wie das so mitGeldsorgen ist, wobei sie natuerlich deutlich schlechter dran sind.
Respekt auch fuer Dich, fuer so viel naechstenliebe. Selten geworden heutzutage.
Superb. Bisher haben ausschließlich Leute gespendet, die selbst sehr wenig haben oder ständig am Minimum straucheln. Das ist unglaublich und macht mich stolz.
….. bin beeindruckt.
anmerkung:
die betroffenheit , die so mancher verspürt ,
wenn er extreme schicksale erfährt
ist sehr empfindlich.
durch den sensations-journalismus ausgeschlachtet
+ täglich durch die medien-sinflut vorgesetzt -
stumpft der mensch ab .
ausserdem ist es einfacher für ein geschehen fernab der eigenen realität mitgefühl zu entwickeln
als direkt vor der eigenen haustür die augen auf zu machen
hinzusehen - hinzuhören -
es ist mehr als gutgutgut!!!!! zu handeln
wieso schafft das kaum jemand in seinem direktesten umfeld ????
Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Ich bin mir auch sicher, daß hinter Hauswänden die Dunkelziffer an Armut sehr hoch ist, weil die Menschen immer noch viel Scham haben. Und das finde ich das Schlimmste.
sozial - emotional …… da gibts viele varianten
wenn einer genug zu futtern hat
aber seine lady verkloppt ( oder sie ihn)
oder sogar die kids
wer macht denn da das maul auf ???
es ist absolut groß
wenn menschen zu etwas beistand etc gelockt werden können
auch in form von spenden
denn besser von weitem
als gar nicht
Ich weiß nicht mal, auf welch verschlungenen Pfaden ich hier gelandet bin, aber nach 6 Wochen AlgII & nem Haufen Ärger (nichtmal annähernd so schlimm wie bei Deinen Nachbarn) überwiegt die Wut die Betroffenheit.
Ich finde es toll, was Du machst - allerdings wäre zu überlegen, ob die beiden nicht zusätzlich mal nach Beistand in rechtlichen Belangen schauen denn oft sind derlei Sanktionen von Seiten der argen ARGEn rechtlich gar nicht zulässig sondern werden von “übereifrigen” Sachbearbeitern zur Schikane der Erwerblosen eingesetzt.
Soweit ich weiß, müßten auch bei solch heftigen Sanktionen Lebensmittelgutscheine & Co. vergeben werden, ich kenne allerdings auch Fälle wo den Menschen selbst dies verweigert wurde & das sollte nicht hingenommen werden!
Empfehlen kann ich da das Erwerblosen-Forum Deutschland wo auch mir schon oft geholfen wurde, meine Rechte überhaupt zu erkennen & durchzusetzen.
Ich drücke Deinen Nachbarn alle Däumchen & Zehchen & wünsche viel Kraft diesen Mist durchzustehen.
Es ist keine Schande, wenn Mensch mit gebrauchten Möbeln lebt. Habe mich nach langer Beziehung getrennt und bin nur mit Koffern und 3 Teppichen und einer Lampe und einem Nachttisch gegangen.
Meine Möbel sind gebraucht, aber o.k. Nur das Bett habe ich mir neu gekauft. Gibt es denn bei euch in der Nähe denn keinen Second-Möbel-Laden oder so , wo man gegen Möbelschein vom Amt was bekommt.?
Keine Tafel, wo die Leute mal für lau eine Kiste zu Essen kaufen können. Oder eine KLeiderkammer vom DRK oder sonst wen?
Etwas mehr Eigeninitiative wäre auch nicht schlecht. Baubude hatte der Mann. Ist er handweklich geschickt? So Haushandwerkerjob wäre doch dann was.
Hier gibt es auch tipps und hilfe kostenlos für ein sparsames Leben.
Arm sein ist keine Schande, es gibt Leute die sogar bewusst so leben.
zugegeben die vom Amt behandeln einen wie den letzten dreck und bettler, da muss ich dir recht geben. Da frage ich mich oft, warum mensch in die Arbeitslosenversicherung einzahlt und dann im Falle eines Falles wie der letzte Mensch behandelt wird.
Ach übrigens, Behinderte Menschen, die von Grundsicherung leben müssen, haben auch nicht mehr, als Hartz4er, und das obwohl viele von denen 35Std in der Woche in einer Behindertenwerkstatt arbeiten gehen. Toll wie.
Sorry Leute, dass ich sozialhilfeabhängig war ist zwar schon 14 Jahre her, aber damals hätte das Geld auf jeden Fall gereicht für Essen und auch Grundmobiliar hat man bekommen, nicht hinterhergeworfen zwar, aber man hat alles bekommen, was man zum Leben braucht: Kühlschrank, Bett etc. NEU. Nicht vom Teuersten, aber absolut brauchbar. …
Und ich glaube, bis man die Leistungen stark gekürzt bekommt, muss schon etwas mehr passiert sein, als dass man EINEN Job verlässt, weil man dort gemobbt wird.
Ich finde dieses Geschichte suspekt.
Eure Hilfsbereitschaft ist super, auch die des Bloggers, der diese Leute kennt. Aber ich denke, er ist da ein wenig naiv-sozialromantisch.
Und warum es die Menschenwürde antastet, dass jemand einen Monat auf dem Boden schlafen muss, weil er sein Geschäft in Teneriffa in den Sand gesetzt hat, verstehe ich auch nicht. Ich finde es eher unwürdig, diese Leute (ungefragt) als Opfer hinzustellen und ihnen nicht zuzumuten, sich selbst aus dem Schlamassel wieder herauswühlen zu können. Als Ex-Selbstständige schaffen die das schon.
Ich bin ehrlich gesagt etwas unschlüssig, ob ich hier finanziell beitragen will.
Einerseits berührt es. Andererseits gibt es so viele Baustellen auf der Welt, um die ich mich nicht alle kümmern kann (hab mit meinen eigenen genug zu tun).
Ich denke, Hilfe zur Selbsthilfe ist der Schlüssel - es wurde ja schon einiges empfohlen.
Und zum Thema “Wiedergutmachen”: Don’t pay it back, pay it forward. Sag’ dem Mann, er möge bei Gelegenheit anderen Menschen helfen, die in Not sind.
lass mich dazu zunächst sagen: Ich habe zu keinem Zeitpunkt großartig über diese ganze Aktion nachgedacht, und ich finde das auch nach wie vor nicht besonders wichtig.
Karl und Bettina (so heißen meine Nachbarn) leben direkt neben mir auf einer Etage, und wir haben - quasi zwangsläufig - Kontakt im Hausflur gehabt, uns unterhalten, etwas kennengelernt, und dabei ergab es sich halt, daß Bettina mir von der Situation erzählte und mich auch herein bat. Ich habe dann auch die Wohnung von innen gesehen. Mein Gesamteindruck hat mir persönlich gereicht, um etwas zu tun. Ich habe da - wie gesagt - nicht groß drüber nachgedacht sondern bin ganz einem eigenen, inneren Bedürfnis zu helfen gefolgt. Ich wollte das so.
Es scheint so zu sein, daß diese Geschichte doch einige Menschen so berührt, wie sie mich berührt. Ich überlasse es jedem, wie er darüber denken möchte. Ebenso überlasse ich es jedem - vollkommen urteilsfrei - ob er sich an etwas beteiligen möchte oder nicht.
Ich denke, ich möchte weder Karl und Bettina rechtfertigen noch mich selbst, aber auch nicht die bisherigen Spender. Ich bin auch nicht auf der Welt, um Menschen wie Karl und Bettina zu belehren, was sie in ihrem Leben besser oder richtig machen sollten. Für mich persönlich, was für niemanden anderes so gültig sein muss, gilt nur, daß hier zwei Menschen Hilfe benötigen, die - wiederum aus meiner Sicht - unwürdig und demütigend behandelt werden.
So lange ich atme, möchte ich mich solchen Menschen helfend zuwenden. Alle Vorbehalte sind da für mich irrelevant.
Aber so bin ich gestrickt, und ich möchte niemandem meine Wertvorstellungen überstülpen.
Morgen um 18:30 kannst du auf Radio Fritz (www.fritz.de) meine Haltung dazu auch in einem Live-Interview hören. Dort geht es um diese Geschichte.
Wie ich eben erst gesehen habe, hast Du auch mir das Stöckchen bezüglich des Spendenhinweises zugeworfen.
Halte mich nun bitte nicht für herzlos, aber es gibt Menschen in meinem näheren Umfeld, die ein ähnlich hartes Los ziehen mussten, und ich kann (und will) einfach nicht auf jedes mir bekannte vielleicht auch noch so schreckliche Schicksal hinweisen oder mich gar persönlich darum kümmern.
Dazu fehlt mir einfach sowohl die Zeit als auch die (psychische und finanzielle) Kraft.
Sicherlich haben Deine Nachbarn mein vollstes Mitgefühl, denn von den oben genannten Menschen in meinem Umfeld weiss ich nur zu gut, wie es sein muss, in einem eher luxusorientierten Umfeld/Land zu versuchen, sein Leben mit den minimalsten Mitteln zu bewerkstelligen.
Darüber, dass in Deutschland gerade diesbezüglich einiges im Argen liegt, brauchen wir sicherlich nicht zu diskutieren, und Schicksale wie das Deiner Nachbarn gibt es leider viel zu viele hierzulande.
Mir persönlich gibt es aber einfach doch mehr, wenn ich z.B. mal mir bekannten Personen einen Kaffee ausgebe und dann die Freude darüber in ihren Gesichtern live erleben darf als dass ich mir eigentlich unbekannten Personen Geld spende und dafür vielleicht eine zumindest für mich von unbekannt kommende Danksagung erhalte.
Ich denke mal, Du verstehst, wie ich diesen Kommentar meine.
Eines wird mir aber immer wieder sehr stark bewusst, wenn ich mir derartige Schicksale vor Augen führe:
Jede einzelne CD/DVD die ich mir kaufe, jedes einzelne Konzert das ich besuche, alleine schon die Tatsache, dass ich überhaupt online bin… Alles reiner Luxus, den man zum (Über-)Leben nicht wirklich braucht.
Da ich selbst auch die andere Seite der Medaille kenne, nämlich die Situation, bereits am Monatsanfang darüber nachdenken zu müssen, wie man den Rest des Monats über die Runden kriegt, weiss ich nur zu gut, dass das, was viele Menschen in Deutschland tun, wirklich Jammern auf einem ziemlich hohen Niveau ist.
Ich danke Dir deshalb dafür, mir diese Tatsache mit Deinem Beitrag mal wieder deutlich gemacht zu haben, bitte Dich aber auch um Verständnis für meine oben geschilderten Gründe, warum ich in dieser Sache weder einen Spendenhinweis in meinem Blog veröffentlichen noch persönlich etwas spenden werde.
Sicher Spirit, ist es wenig sinnvoll sich einfach irgend jemanden aus der Masse der Armen herauszupicken und ihm zu helfen. Zumal es immer jemanden gibt dem es noch schlechter geht. Ich denke aber das war auch nicht Ingos Hauptanliegen. Mir hat dieser Blogbeitrag mal wieder in Erinnerung gerufen das den Menschen die Nächstenliebe völlig abhanden gekommen ist und so ein Beitrag ist eine gute Möglichkeit sie wieder in uns zu wecken. Dabei ist es doch völlig egal ob, wie und wem man hilft. Wichtig ist doch nur zu erkennen das es Millionen Menschen gibt die unsere Nächstenliebe brauchen, weil sonst sie und wir am Ende auch, vor die Hunde gehen.
Die Leute hier die gespendet haben, oder es tun wollen müssen sich natürlich auch die Frage gefallen lassen ob es nicht genauso schön wäre die Gelegenheit zu nutzen und im unmittelbaren Umfeld jemandem zu helfen.
Ich kann mich da nur wiederholen: Ich bin nicht hier (oder sonstwo), um irgendwas zu bewerten. Mir reicht meine Freude darüber, daß du zu den Sensibilisierten zählst.
[...] …ist unantastbar. (via) abgelegt am 25. mai 2008 um 10.45 uhr unter die welt da draussen schlagworte: hartz 4, hilfe, jens, solidarität, vogelmann Kommentieren | Rss für Kommentare | Trackback Uri [...]
“was kann ein Einzelner schon ändern?” - wenn wir viele Einzelne sind, die ein wenig offenere Augen für ihre Umwelt haben, dann ist es kein Einzelner mehr. Insoweit macht Spiritchaser ja ebendas auch und muss sich IMO für nichts rechtfertigen. Ein Einzelner mag nicht viel für viele ändern können. Wenn viele Einzelne für viele Einzelne was ändern ist aber in der Summe doch viel geändert…
[...] Wo wir schonmal beim Thema sind: Bettina und Karl haben für diesen Monat letztlich KEINEN CENT … Die Vollsperre der Leistungen für den Lebensunterhalt wird erst im September wieder aufgehoben, Miete etc. wird noch bezahlt. Ich gebe Bettina derzeit kleine Jobs (sie bügelt jetzt Klamkotten von mir (obwohl ich meine Sachen nie bügle), Wäsche draußen aufhängen und so ein Kram), damit die beiden ein paar Euros in der Tasche haben, denn ansonsten ist da die totale Ebbe. Und ich fühle mich natürlich total blöd dabei.[1] Alle bisherigen Spenden sind aufgezehrt. Das Gute an der Sache: Es ist Farbe an den Wänden, es gibt ausreichend Möbel und Nahrungsmittel, die Wohnung ist einigermaßen wohnlich geworden, Karl ist ja ein fleißiger Typ, der sofort alles umsetzt, was möglich ist. [...]