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Interessant finde ich die heutige Kultivierung von Tieren, die dort stattfindet. In der Geisterstadt Prypjat, die direkt 2 km neben dem Kraftwerk liegt, streunen heute Wölfe, Wildpferde und viele andere Tiere umher.
Das war vor ziemlich genau 22 Jahren. Ich kann mich noch ganz gut erinnern, 13 Jahre alt war ich. Ich weiß noch, wie auf einmal alle von verstrahlten Lebensmitteln redeten und auch die Menschen in Deutschland Angst davor hatten. Wer kann sich noch erinnern und weiß, etwas davon zu berichten? Headhunter, Thomas, ihr alten Säcke, erzählt mal.
Einige Substanzen, die dort immer noch hochverstrahlt sind, haben eine Strahlungshalbwertzeit von 25.000 Jahren.
kann mich auch nur wage drann erinnern, ich war noch wirklich nen kleiner bub von 7 jahren.
aber meine eltern hatten auch angst das die strahlenwolke europe erreicht und uns alle genetisch verändern wird.
von den lebensmitteln über die pflanzenwelt bis zu genetischen mutationen waren alle ängste mit vertreten.
das dieses gebiet hochvertrahlt ist, schliesst ja tier und arten vielfalt nicht aus. nur in welche richtung sich das entwickeln kann weiss keiner.
Als alter Sack kann ich mich sehr gut daran erinnern. Wir durften unsere Salate aus dem Garten nicht essen. Die radioaktive Wolken die seinerzeit in die Welt und hauptsächlich über Europa wanderten, sind m.E. hauptursächlich für unsere vielen Krebskranke. Jeder Zweite in meinem Wirkungskreis über 55 Jahre hat heute Krebs. Manche davon haben niemals geraucht. Da sind gute Sportler darunter die sich bis dato fit gehalten haben. Aber innen nagt der Krebs. Da steht man fassungslos da und schüttelt nur den Kopf. Sehr beeindruckend ist das.
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Super-Gau von Tschernobyl im April 1986. Es war für mich immmens schockierend, daß dieser immer gefürchtete und vorhergesagte schlimmste Atom-Unfall tatsächlich stattfand. Ich will nicht verhehlen, daß sich bei mir eine gewisse Panik breitmachte, daß dadurch auch in Deutschland ungeahnte Gesundheitsrisiken und erhöhte Sterbefälle auftraten. Das einzig positive war damals, daß ich mich besonders exzessiv in sexuelle Abenteuer stürzte.
Ich bin grundsätzlich gegen Atom-Kraft, da sie im Falle eines Unfalls das allerhöchste Risiko von allen Technologien darstellt.
Dazu ist es heute wissenschaftlich bewiesen, daß in der Nähe von Atom-Kraftwerken die Leukämie bei Kindern zehnmal so hoch ist.
Alt wie ich nun mal bin war ich damals 23.
Ich hörte es im Autoradio während ich mit meinem Suzuki-Jeep bei uns im Kaff in der “Innenstadt” im Stau stand.
Ich hatte das bei mir schonmal gebloggt, als es um Morissey ging und zitiere mich daher:
Damals, April 1986, als das mit Tschernobyl in den Nachrichten kam und ich beim Autofahren davon erfuhr, schob ich daraufhin irgendeine beliebige Kassette aus dem großen Körbchen in den Kassettenrekorder und es kamen die Smiths “That Joke isn’t Funny Anymore“. Allerdings!
Während des ganzen Liedes war Stau. Bauarbeiten an den Gleisen. Rechts von mir war Schlecker. Die Sonne schien, leichter Wind, ich fuhr offen und ich spulte zurück. Nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Morrissey und Tschernobyl hängen für mich seitdem ganz eng zusammen.
Mir ging durch den Kopf, dass ich noch einen Tag vorher in der Sonne am Steinbruch http://www.flickr.com/photos/monotoni/204796488/sizes/o/
gelegen hatte; man hatte nichts gerochen, nichts gesehen, nichts, doch bestrahlt war man trotzdem.
Man war hilflos angesichts dieser unsichtbaren Gefahr.
Und dann ging es los, sie mussten jetzt reagieren.
Keine Milch mehr, keine Pilze, kein Wild, nichts aus dem Garten.
Das war unfassbar.
(War wohl doch ernster als sei einem vormachen wollten.)
Und alles stank nach Vertuschung.
Man hatte Angst vor Regen und vor Ostwind.
Und es war doch grad Ostwind gewesen?
Man hatte eigentlich allgemein Angst.
Nicht zuletzt auch, weil sie nicht sagten, was wirklich los war.
Meine Erinnerung ist auch mit Keine-Milch und Keine-Pilze verbunden.
Mittlerweile, vor 4 oder 5 Jahren, war ich dort und bin auch erschrocken vor der Unsichtbarkeit der Gefahr. Man spürt nichts. Auf dem Weg nach Tschernobyl befindet sich in einem Kreisverkehr ein Denkmal für die Katastrophe, ein Riesenei, ca. 3 Mann hoch. Am Schlagbaum ein mehr als erstaunter Offizier, der auf mein Berliner Nummernschild glotzt und fragt, was ich will. Rein in den “Todesring” lässt er uns natürlich nicht. Wir dürfen Fotos machen und dann schnell verschwinden. Unmittelbar am Ring um diese Gefahrenzone findet man Anwohner. Wir sind mal hingefahren und haben uns mit einer alten Frau unterhalten. Sie kriegt wohl ca. 10 Euro auf die karge Rente drauf, weil sie noch dort lebt. Auf die Frage nach Kindern gibt es Tränen. Eine Tochter wohnt weit weg, ein Sohn ist tot. Wo er gearbeitet hat, sagt sie, na, wo schon. Damit erübrigt sich auch die Frage nach dem Grund für seinen Tod.
Tschernobyl Forever heißt ein Titel der ukrainischen Gruppe Skryabin. Die meinen das natürlich doppeldeutig. Aber es könnte hinkommen.