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Sunday, April 13, 2008 by Ingo

Der Ernst des Lebens

A little bit of advertising ...

Ich will keine Riesengeschichte schreiben, nur ein paar Kleinigkeiten zu Bedenken geben, die in unserem Leben eine machtvolle Rolle spielen.

Von dem Moment an, wo wir zu irdischer Kommunikation in der Lage sind, werden uns Grenzen aufgezeigt, und es wird nichts unversucht gelassen, um uns darauf zu programmieren, der jeweils gültigen, entsprechenden Ordnung der Menschheit gefügig zu sein. Man verstehe mich nicht falsch: Ich halte es für sehr wichtig, bestehende Ordnungen voll und ganz anzunehmen, jedoch nur dann, wenn man auch Alternativen angeboten bekommt bzw. sie kennt. Das Gegenteil ist Gedankenkontrolle, jedenfalls mindestens der Versuch, wie zum Beispiel die Dummhaltung von Frauen in ‘bestimmten’ religiösen Systemen.

Ich zähle mal Beispiele dieser Programmierungen auf, ihr alle kennt das (zu Genüge):


Creative Commons License photo credit: Felipe Morin

Mach deine Hausaufgaben anständig.

Mach die Musik nicht so laut.

Geh jetzt ins Bett, du musst morgen früh zur Schule.

Warte mal ab, wenn der Ernst des Lebens beginnt!

Glaubst du eigentlich, man braucht dafür nichts tun?

So wird nie was aus dir.

Wenn du nicht XY, dann wirst du nie YZ erleben.

Was soll nur aus dir werden?

Du musst einen guten Schulabschluss haben, damit aus dir was wird.

Streng dich an, damit du eine Ausbildung bekommst.

So nimmt dich keine Uni.

Du hast nur Unsinn im Kopf, solltest dich besser mal auf deine Aufgaben konzentrieren.

Du kannst doch nicht XY! Du musst doch YZ!!

Kurz: Man ist bestrebt, uns zu Leistungsmonstern zu trainieren. Wer nichts leistet, der zählt auch nicht. Wer nichts vorzuweisen hat, ist nichts Wert. Feststehende Begriffe, Finito, darüber wird nicht diskutiert.

Verwandte, Bekannte und sogenannte ‘Freunde’ stülpen einem ihre Erwartungen bereits VOR Stunde Null unseres Lebens über das Gehirn, und - würde man sie lassen - würde das nichtmal mit unserem Tod enden. Selbst, wenn wir schon in der Kiste liegen und Wurmnahrung sind, stellt man noch Erwartungen an uns, posthum. Beispiel: Verwandte, die mit dem Erbe nicht ‘einverstanden’ sind.

Du musst dies, du musst das, du musst jenes. Du musst, du musst, du musst … und es nimmt kein Ende. Wieso wehren wir uns nicht einfach dagegen? Weil wir es nicht besser wissen. Die Repressoren wissen es ja selbst nicht besser, sind ja selbst so erzogen und geprägt worden.

Das soll zur Anregung mal reichen. Es gibt Menschen, die sowas besser thematisiert haben als ich. Abschließend einer meiner Lieblingstexte von einem meiner Lieblingskünstler, Herman van Veen - und das kann viel mehr sagen, als all meine Worte da oben:


Creative Commons License photo credit: J. Star

Wer

Wer hat den Ernst in dein Gesicht gebracht
Wer hat das Licht gelöscht in dir
Wer hat die roten Wangen Bleich gemacht
Wer brach roh ein in dein Revier
Wer nahm die Leichtigkeit
die Unbefangenheit
Wer brachte dich um deine allerschönste Zeit

Wer machte deine klaren Augen blind
Wer trieb mit dir ein böses Spiel
Wer tötete das unbeschwerte Kind
das immer aufstand, wenn es fiel
Wer bremste deinen Drang
Wer lehrte dich den Zwang
Wer brach die Flügel dir, bevor der Flug gelang

Wer ließ dich immer in der Ecke stehn
wer hat dein Spielzeug dir zerstört
Zu wem hast du vergeblich aufgesehn
Auf wen hast du umsonst gehört
Wer hat nur unerlaubt
Die Zukunft dir geraubt
Wem hast du vorbehaltlos bis zum Schluß geglaubt

Wem hast du vorbehaltlos bis zum Schluß geglaubt

Ich danke Herman für diese wunderbaren, wenn auch für den einen oder anderen traurig anmutenden Worte. Von Herzen, denn da kann etwas herkommen … MUSS es aber nicht. ;)

Now playing on friskyRadio » Outside The Box - 18 November 2008 - Eelke Kleijn » Tune in!

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3 comments »

  Alf wrote on April 13th, 2008 at 15:55



Es ist genau der Punkt in der Erziehung bzw. Unterstützung der Kinder ins selbstbestimmte Leben zu finden. Den Ernst nicht betonen, Ihnen alle möglichen Freiheiten geben aber auch lenkend oder Unterstützend einzugreifen, wenn etwas aus dem Ruder läuft oder ein Lehrer(in) Mist verzapft. Bei uns findet dies meist an einem Sonntag in entspannter Atmosphäre statt. Der Text von Veen trifft es leider auf den Punkt, was von vielen Eltern falsch gemacht wird.Kinder brauchen und wollen Grenzen, aber kein “Gefängniss” und Glucken.
Wir sind bestimmt keine Experten, aber unsere Kinder strahlen Vertrauen und Zufriedenheit aus.

  nathale wrote on April 13th, 2008 at 19:24



einfach nur mal danke.. diese kleinigkeiten sprechen mir aus der seele

  Ingo wrote on April 13th, 2008 at 23:17



Gerne. :)

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