
photo credit: [José Manuel - Viper]
Es geht um Mike Oldfield in Bilbao / Premierenkonzert. Der Brief ist gerichtet an Universal:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchten wir uns bei allen bedanken, die sich dafür eingesetzt haben, uns als Herausgeber des deutschen Fanmagazins HIAWATHA II und unseren Lesern die Teilnahme am Premierenkonzert von Mike Oldfields neuem Werk Music Of The Spheres im Guggenheim Museum in Bilbao zu ermöglichen.
Es hätte eine grandiose Veranstaltung werden können. Austragungsort und Zusammenstellung des Premierenkonzerts verhießen einen unvergesslichen Abend. Unvergesslich wurde er leider in negativer Hinsicht. Die teilnehmenden Fans aus Europa und den USA wurden zum Teil bitter enttäuscht!
Über die äußerst vage und unzureichende Kommunikation im Vorfeld der Veranstaltung lässt sich sicher trefflich streiten. Auch dass die definitive Zusage für die Teilnehmer erst 6 Tage vorher vorlag, ist noch einigermaßen zu verschmerzen, wenn auch für einen Großteil der Beteiligten mit ganz erheblichen Mühen und enormen finanziellen Aufwendungen verbunden. So war ein Großteil der Flüge und Hotels ausgebucht oder nur mit unverhältnismäßig hohen Aufschlägen erhältlich; viele mussten auch Umwege über benachbarte Städte in Kauf nehmen. Vereinzelt wurden Flüge und Hotels gebucht, ohne dass eine definitive Urlaubszusage des Arbeitgebers vorlag. Vieles hätte also bereits bequem im Vorfeld geregelt werden können, hätte die Einladung ein paar Wochen vorher vorgelegen. Letztlich hat nur die gemeinsame Anstrengung aller es doch noch ermöglicht, den Teilnehmern die Anreise und das Finden einer Unterkunft zu ermöglichen.
Was die Art und Weise unserer Behandlung vor, während und nach des Konzerts angeht, lässt sie sich jedoch bestenfalls als geringschätzig bezeichnen. Hieß es im Vorfeld, wir würden um 20:45 Uhr vor dem Eingang abgeholt, wurden wir nach 21:00 Uhr hektisch zusammengetrommelt, um das Museum herumgeführt und durch einen Hintereingang - von den geladenen Gästen weitgehend unbemerkt - eingelassen.
Was uns dann erwartete, verschlug jedoch den meisten von uns die Sprache: Wir wurden vor ein Absperrband geleitet, das sich hinter zwei massiven Säulen des Auditoriums seitlich neben dem Orchester befand, und mussten dort während des gesamten Konzerts stehend verharren. Die Sicht auf das Orchester war massiv beeinträchtigt, auch wenn es im Vorfeld hieß, die Sicht „könne möglicherweise eingeschränkt” sein. Der Großteil der dort Verweilenden konnte nicht einmal Mike Oldfield selbst erblicken. So haben die meisten von uns buchstäblich in die „Röhre” geguckt!
Da die Klangausrichtung für die Teilnehmer im Auditorium optimiert worden war, war das, was wir zu hören bekamen, lediglich als diffus und schwammig zu bezeichnen. Mikes Gitarre war überwiegend gar nicht herauszuhören!
So gab es denn auch Teilnehmer, die das Museum aus lauter Wut und Verzweiflung während des Konzerts bereits wieder verließen. Auch wenn das Auditorium bis auf den letzten Platz besetzt war, hätte es doch andere Möglichkeiten gegeben: Die Balkonbrüstungen oberhalb der Bühne waren allesamt unbesetzt, lediglich Reinigungskräfte durften einen Blick von dort oben erhaschen!
Fragen wirft auch die unterschiedliche Behandlung der Fans einzelner Länder auf. So durften einige der spanischen Fans im Auditorium Platz nehmen, wohingegen wir nicht einmal hinter den Zuschauern stehen durften. Nach der Veranstaltung wurden wir mit eindeutigen Handbewegungen mehr oder we-niger unhöflich hinauskomplimentiert. Auch vor dem Eingang selbst durften wir nicht verweilen.
Der Vollständigkeit halber darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass sich eine deutsche Dame namens Barbara (Nachname leider unbekannt) zumindest verständisvoll bemüht hat. Sie wurde wohl rein zufällig damit beauftragt, uns zu „betreuen” - leider konnte auch sie nichts bewirken. Sie hat sich unsere Meinungen geduldig angehört und fand es nach eigener Auffassung auch absolut unverständlich, weshalb wir nicht zumindest auf eine der Galerien gelassen wurden.
Was übrig geblieben ist, ist ein kläglich gescheiterter Versuch, die Fans von Mike Oldfield mit einzubeziehen sowie ein fahler Beigeschmack. Als „Gast” dürfte sich an diesem Abend sicherlich keiner der Teilnehmer aus der Oldfield-Community gefühlt haben. Bestenfalls der Begriff „geduldet” wird der Situation einigermaßen gerecht.
Es stellt sich die Frage, mit wem Universal tatsächlich gerechnet hat: grölenden Rowdies oder hysterischen Teenies? Das Gros der Teilnehmer aus aller Welt unterstützt Mike und seine Musik bereits seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten, zum Teil auch seit Anbeginn seiner Karriere. Die meisten von uns sind gestandene Persönlichkeiten, die beruflich sehr erfolgreich sind und die Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens beherrschen. Und nicht zuletzt waren und sind wir auch Garanten und Multiplikatoren für den wirtschaftlichen Erfolg von Mike Oldfield!
Wir haben in dieser langen Zeit oftmals Rückschläge und auch einen katastrophalen Mangel an Unterstützung durch den Künstler selbst erfahren. Insofern ist die Veranstaltung in Bilbao nur ein weiteres Kapitel im großen oldfieldschen Buch der Enttäuschungen, das möglicherweise bei vielen der Betroffenen dazu führen könnte, Ihre Unterstützung nicht länger aufrechtzuerhalten.
Trotz aller Kritik sind wir froh und dankbar, dass Universal den Dialog mit den Betreibern der Oldfield-Plattformen und -Zeitschriften sucht. Auch uns ist sehr an einem offenen, ehrlichen und respektvollen Umgang gelegen. Wir wollen aber auch ernst genommen und respektiert werden. Wir sind zudem überzeugt, dass mit unserer Unterstützung ein Erfolg für beide Seiten hätte erzielt werden können.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Schreiben an die Verantwortlichen von Universal Spain weiterleiten und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit im beiderseitigen Sinne in der weiteren Zukunft.
Herzliche Grüße
Das HIAWATHA II-Team
Aus dem deutschen Oldfield-Forum.









