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Der Sascha merkte kürzlich in den Kommentaren an, das er gerne mal wüsste, wie das mit dem Musikmachen eigentlich so von Statten geht. Nun, ich werde das nicht per Video aufzeichnen und veröffentlichen, aber hier mal zumindest ein optischer Eindruck davon, wie meine Arbeit so aussieht; das Projekt ist einer der Remixe, an denen ich gerade arbeite (grossklicken):
Ganz links Ableton Live! 6, welches vom Reason 4 Rack etwas verdeckt ist. Der ganze rechte Bildschirm ist mit dem Reason Sequencer bedeckt. Mit dem Setup arbeite ich seit Jahren, wobei ich erst kürzlich Steinberg Nuendo durch Ableton Live! ersetzt habe. Funktioniert gigantisch, und ich bin endlich die verhurte Steinberg-SEUCHE los.
Ich denke übrigens gerade darüber nach, noch einen dritten (Widescreen-)Monitor in die Mitte zu stellen. In der Mitte dann das jeweils wichtigste Fenster, rechts und links die Tools, Editoren und Instrumente.
Auf dem Screenshot sieht man auch ein bißchen was davon, wie ich arrangiere, was für den einen oder anderen vielleicht auch interessant ist. Ich arbeite ziemlich übersichtlich, beschrifte immer alle Module, Clips und Spuren fein säuberlich und lege Wert auf einen aufgeräumten Screen, für den Workflow.
Audio geht ja per Rewire durch Ableton Live, von dort aus raus in die Welt. Vor dem Master Out von Live hängen meine wichtigsten Mastering Tools, nämlich Endorphin (megageiler Compressor!) und der EAS Inspector (gibt es nicht mehr, ist aufgekauft worden, aber ich schwöre darauf), damit ich meinen Mix auch grafisch gut im Auge habe. Man könnte sagen, ich mastere vierfach:
Wobei Punkt 3 und 4 dann ja im Prinzip jeweils ein Full Mix Mastering ist, aber von Punkt 1 und 2 ist das eine Mischung aus Mixdown und Einzelspurmastering. Der Druck und die satte Fülle, die bereits aus Reason kommt, wird durch den Endorphin Compressor in Live nochmal verfeinert.
Das Besondere an meiner Methode ist sicher, daß ich eigentlich gar kein separates Mastering im Anschluß vornehme. Ich mache sozusagen alles in einem Abwasch. Mixdown mache ich schon während der Komposition, ich finde das schrecklich, wenn die Nummer nicht schon während der Produktion so klingt, wie ich mir das später auch vorstelle. Das Full Mix Mastering ist letztlich bei mir nur noch minimal und kommt ganz zum Schluß. Dauert meist nur 10 Minuten. Ich höre das dann noch 5 bis 10 mal ab und schließe die Daten dann. Am nächsten Morgen höre ich das dann nochmal mit frischen Ohren, nehme die letzten Korrekturen vor - falls nötig - und exportiere mein Werk dann. Von dort aus teste ich die Nummer auf sämtlichen mir zur Verfügung stehenden Audiosystemen: MP3-Player, Auto, Hifianlage des Nachbarn
… halt alles, was mir so in die Finger kommt. Manchmal laufe ich auch nur im Raum (Studio) herum und versuche störende Frequenzen herauszuhören, indem ich durch mein Herumgelaufe verschiedene Abstrahlwinkel des Schalls checke.
Für einen Remix dieser Art (b)rauche ich immer so zwischen 2 und 4 Tage, wobei ich mal einen - sogar ziemlich aufwändigen - in 12 Stunden durchgehauen habe (Tonton “Sadister”). Das war mein Kürzerekord. Am längsten habe ich an Deepsky vs. Mitchell “Lost in the moment” (Vogelmann & Nyhus Remix) gesessen, nämlich 4 Monate. Da muss man mir aber auch zugute halten, das ich auf Lars’ (Nyhus) Bearbeitungen gewartet habe. Der faule Saque.
Die Arbeit als solche ist pretty much so wie jede andere Arbeit. Ich habe mir glücklicherweise angewöhnt alle paar Stunden Pausen einzulegen, weil ich ansonsten nämlich sowohl verhungern als auch meine Ohren killen würde. Nicht weil die dann kaputt gehen sondern weil die ab und zu eine Hörpause brauchen. Nicht zuletzt deshalb sind gute Studiomonitor-Lautsprecher so wichtig, von wegen ermüdungsfreies Hören.
Früher habe ich immer ziemlich brutal durchgeackert, keine Pausen, kein Essen, keine Streckübungen. Man wird klüger mit den Jahren. Das Beste aber ist FRISCHE LUFT! ![]()











