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Da sitze ich nun und sehe Dinge. Ich sehe mich und mein Leben, meine Frau, meine zwei Kinder, meinen Hund, meine Verpflichtungen, meine Verantwortungen, alles was man von mir erwartet und alles, was ich davon nicht erfülle. Ich sehe den Glanz des Erfolges und den des Schwertes, die mich beide immer wieder durchbohren. In der Mitte ist Gott.
Ich sehe meine Kindheit, meine Eltern, meine Geschwister, Freunde, alle Menschen, die ich je getroffen habe. Ich sehe meine Triumphe und meine Niederlagen, mein Fallen und Aufstehen, mein Schlafen und Wachen, mein Schatten und mein Licht. Ich sehe alles, was Menschen sich antun, alles was sie sich zu geben und zu nehmen haben, ich sehe Gestern, Morgen und Jetzt. Und in der Mitte von Allem sehe ich Gott, Vater, Mutter, mich selbst, euch, seine Kinder und alles, was er/sie/es dahingehaucht hat. Ich komme mir vor, als nähme ich gerade wahr, wie die erste Seele in dichte Materie inkarnierte.
Da sitze ich nun, alles in höchstem Maße liebend, was ich gerade oben beschrieben habe. Und während ich hier sitze, schaue ich auf das, was ich gemacht habe, und mir rinnt ein Tränchen aus dem Knopfloch … und ich sehe dieses Tränchen direkt in euer Herz fließen, denn es gibt etwas anderes als das oben Beschriebene. Es gibt die Liebe, die nicht menschlich ist, die nicht abhängig macht und nicht bindet, die nicht schmerzt sondern nur gut tut und heilt. Und ich kann euch nicht, mir nicht, erklären, warum ich das gemacht habe. Irgendwie habe ich es gar nicht getan, es muss Gott gewesen sein.
Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, Millionen Dinge schießen durch meinen Kopf und münden alle in das Eine. Je mehr ich in dem Gefühl bade, desto mehr schüttelt es mich durch und durch. Ich weiß nicht, ob ich je nochmal zu so etwas komme, aber das spielt keine Rolle mehr. Es ist getan und es ist soweit. Ich lasse los. Und es bedeutet mir so unheimlich viel. So viel. Und das ist alles, was ich kleiner Ingo der großen, weiten Welt gerade zu geben habe. Und ich hoffe, es kann helfen, und ich bete, das es euch einfach lieben lassen kann, so wie es mich lieben lässt. Weil es Gott ist, das Licht. Seine Flamme lodert in euch, in mir, in all unseren Geschwistern, in jeder Seele und in Allem, was war und ist. Niemand braucht mich ernst zu nehmen, das ist bedeutungslos, denn letztlich führt alles wieder zurück. Verweilt in der klebrigen Masse oder nehmt die Hände, die euch sanft herausführen. Findet euch wieder, denn dort ist er und alles, was ihr braucht.
Ich habe ein Haus gebaut, in dem jeder Willkommen ist; und dessen Tür kann man in der Dunkelheit nur schwer finden. Das ist euer reservierter Platz in diesem Haus, ihr Lieben. Kommt, nehmt Platz, wärmt euch ein bißchen an dem Feuer, und bleibt so lange ihr mögt. Es ist immer Platz genug für jeden.
Dies ist der Anfang, ich lasse los, die anderen Kapitel folgen. Ich wünsche Euch allen ein besinnliches Fest. Friede mit euch.







