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Sunday, October 8, 2006 by Ingo

The Making Of "God" - Part 1

Wie entsteht eigentlich “God”? Wo kommen die Ideen her? Wie läuft die Produktion ab … und so weiter und so fort …

Ich hatte das in irgendwelchen Interviews mal erwähnt: Ich habe im Prinzip keine Systematik dabei. Alles entsteht in allen möglichen Situationen in meinem Kopf - oder wo auch immer - und wird dann umgesetzt. Ich glaube, es war eine spanische Zeitung, in der ich mal die Badewanne erwähnte, und das stimmt auch heute noch, obwohl sich das etwas verlagert hat. Heute ist es mehr der Schlaf! Ja, direkt nach dem Aufstehen gehe ich - zum Leidwesen meiner Familie - runter ins Studio (mein Nachbar nennt mich “Kellerassel”Wink und setze um, was mir (scheinbar) im Schlaf dahergekommen ist. Früher waren es mehr rhytmische Elemente, heute sind es viel mehr Melodien, Abfolgen, kurze 8 Takte, Hauptthemen, Stimmungen, manchmal ein einziger Sound, den ich mir so oder so vorstelle. Das Erstaunliche für mich selbst dabei: Ich kann das alles in meinem Kopf hören, bevor es meine Ohren je erreicht hat.

Beim Umsetzen klingt es NIE so, wie es vorher im Kopf gedacht war. Der Weg ist da immer das Ziel, beim Komponieren verwerfe ich alles, was vorher steif und fix war, lediglich die Richtung bleibt bestehen. Jede Note bekommt ihr Eigenleben und bestimmt damit die nächste, es ist, als würde ich nur den ersten kleinen Stein anschubsen, der Rest rollt dann von allein in eine Richtung, die ich selbst vorher nicht kenne. Stellt Euch vor, Ihr plant eine Reise und sagt “Ich möchte Sehenswürdigkeiten sehen” … so ähnlich ist das. Die genaue Sehenswürdigkeit ist ungeplant und ergibt sich aus der Reise, aus dem Ort, den Ihr besucht, ein Ort an dem Ihr noch nie gewesen seid.

Wie oft habe ich “God” geplant, vorausgesagt, festgelegt, weil ich immer dachte, so ein Projekt braucht viel Planung, das geht nicht so planlos, nicht so einfach. Doch, genau so geht es. Und zwar NUR. Heute erst weiß ich (meine ich zu wissen), wie “Amarok” oder ähnliche Brachialleistungen vollbracht wurden: Vollkommen ungeplant, da bin ich mir sicher. Jemand wie ich (wie bescheuert sich das auch anhören mag) betreibt reines “Von-innen-nach-außen-kehren”, nur so erreicht man annähernd die Ziele, die man hatte. Fließen lassen, von allem loslassen, “God” ist schon lange nicht mehr das, was irgendwann mal geplant war. Gut so!

Ich hatte ursprünglich feste Konzepte für jede einzelne CD, also alle vier Teile á 1 Stunde. Alles unwichtig geworden, alles fließt und floss so raus, wie es kommt und kam. Mir ist klar - wenn ich heute die Ergebnisse höre- das der 5.1 Mix eine echte, noch nie dagewesene Herausforderung für mich wird. Wie nur soll ich diese ganzen Elemente gekonnt in einem 360°-Raum verteilen? Aber seid Euch sicher, denn ich bin es: Auch das wird so gehen, wie oben beschrieben. Ich mochte Grönemeyer nie besonders, aber ein Satz gefällt mir: Alles bleibt anders.

Und deshalb ist es das wohl Sinnvollste für Euch - wertes Publikum, werte Hörerschaft - von allem loszulassen, so wie ich. Ich verspreche Euch dann: Ihr werdet zwar mich hören, aber Euch finden. Alles, was ich da mache, ist Du. Du bist in “God”, ich zeige Dich. “God” ist der Spiegel, in den Du noch nie geschaut hast, hast schauen müssen. “God” ist das, was in uns allen ist, das, was uns alle immer wieder gleich macht, “God” ist ist das stetige auschecken der Grenzen, so wie wir es jeden Tag tun. Ich erreiche mit “God” jeden Tag die Grenzen, derer ich derzeit fähig bin. Und selbst das ist eine Lüge, denn ich kann viel mehr, wenn ich mich nur dafür öffne. Genauso wie Ihr!

Was soll “God” eigentlich? Nichts. Und alles. “Sheep” sind wir alle, wir alle funktionieren. “God” möchte Euch sanft wecken. Es ist Zeit, die Zeit fallen zu lassen, Zeit, neue Wege nicht nur zu sehen, sondern zu gehen. Jeder Gedanke ist Handlung, jede Handlung versetzt Berge, selbst wenn Du Dir nur ein Brot schmierst. Erkenne Dich selbst und lass alles von Dir fallen. Greife Deinen Ursprung und mache ihn jetztzeitlich, jede Sekunde neu. Morgen sind “wir”, so wie jetzt in diesem Moment, heute, morgen, gestern, das alles ist “God”, und Du entscheidest über den Zeitpunkt, wann Dein Warten ein Ende hat.

Du kannst Geld, gesellschaftliche Verpflichtungen, Aufstehen müssen, funktionieren, lächeln, Mine machen, Arschkriechen, gefällig sein, GENÜGEN (genug sein), “Ja” sagen und “Leck mich am Arsch” meinen, betrügen, lügen - um Deines temporären Wohlergehens wegen, das alles kannst Du gut finden, leben und meinetwegen auch lieben. Aber an Dir selbst kommst Du früher oder später nicht vorbei. Und besser als zum Zeitpunkt Deiner persönlichen, ureigenen Erweckung, Findung wird es Dir vermutlich nie gehen.

“Aber so kann man doch nicht leben! Da kommt man doch nur in Schwierigkeiten!” Ja, natürlich kommst Du in Schwierigkeiten, kuck mich an Shock). Aber genau das haben die Menschen schon oft gesagt … auch vor 65 Jahren, und sie sind in Schwierigkeiten gekommen, die alles weit übertrafen. Und deshalb sage ich: Nichts ist vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die Du bekommst, wenn Du nicht wach wirst.

Ich zitiere:

Manchmal erlebt man Momente und man merkt erst später, dass man diesen - genau diesen - Moment im Leben nie wieder vergessen wird.

Ich habe nie gedacht, dass mich ein Ort jemals so faszinieren wird. Oder dass es überhaupt für mich soetwas schönes gibt. Da wo alles passt. Die Musik; Da wo Alles in Ordnung ist. Wo Liebe ist.

Es gibt Menschen, die brauchen ein ganzes Leben um einmal für wenige Minuten glücklich zu sein. Ich will damit nicht sagen, dass ich noch nie bewusst Glückliche Momente im Leben hatte ; im Gegenteil, ich sammel diese Momente.

Aber das war ein Highlight.

Danke Alex, Du hast “God” beschrieben, treffender geht das gar nicht. Und Du weißt das gar nicht. Und warum nicht? Weil Du losgelassen hast. Endlich.

Liebe? What the fuck … sowas erlebe ich doch nur im Kreise meiner Familie, bei denen, den ich vertrauen kann … kann ich das? Whatever. Du hast etwas erlebt, was weit über die (menschliche) Liebe hinaus geht. Und das ohne illegale Psychopharmaka, selbst auf Ibiza Shock)

Du hast Dich selbst berührt bzw Gott in Dir. Und Du bist erst am Anfang, so wie wir alle. “God” wird ALLE, die sich ihm/ihr öffnen, eine Liebe geben, die nicht nach Vertrauen fragt, sowas ist einfach keine Frage mehr.

Ich garantiere das. Es interessiert mich nicht, wieviel Leute “God” kaufen. Ich muss wieder Rasen mähen, das interessiert mich mehr. Mich interessiert nur Eines, was “God” betrifft:

Seid Ihr bereit?

Noch was zu mir selbst, der unwichtigsten Rolle bei der Sache: Ich habe eine kleine äußerliche Metamorphose durchlaufen in der Zeit, in der “God” entstand. Ich habe lange (lange!) Haare nicht nur auf dem Kopf, sondern vor allem im Gesicht. Das ist ein 5-Monate-Bart, den man schon fast flechten kann. Warum?

  1. Ihr werdet es sehen.
  2. Ich habe losgelassen.
  3. Ich lasse geschehen.
  4. Das wird bald unwichtig sein.

Alles ist sowohl als auch. Ich, Du, Er, Sie, Es. Ist der Typ jetzt irre geworden? Wie sieht der eigentlich aus? Was soll der Scheiß? Nein, der Typ ist wach. Und im Außen ist alles vergänglich. In Euch gibt es etwas, was immer IST, denkt daran …

Habt ne gute Woche. Und checkt regelmäßig http://god.ingovogelmann.com.

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