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Saturday, April 29, 2006 by Ingo

Selbstgeisselung


parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}” href=”http://www.ingovogelmann.com/blog/uploaded_images/iv_socialnetworker-758626.jpg”>Ich habe die Nase von gewissen Faktoren der virtuellen Welt voll. Habe gestern mit einem meiner besten Freunde in England telefoniert, der meinte “All this instant messaging is dangerous!”. Und er hat Recht. Ich könnte 24 Stunden des Tages damit verbringen, irgendwelchen Leuten bei MSN oder Skype Fragen zu beantworten, mich in Gespräche (und Albernheiten) zu verwickeln. Und das alles ist zu 0% produktiv und raubt mir nur die Zeit. Insofern ist “dangerous” die richtige Einschätzung.

In einem persönlichen Treffen oder Telefonat (zumindest) habe ich alles abgedeckt, was ich und mein Gesprächspartner wissen muss.

Meine persönliche Selbstgeisselung geht nun auch soweit, das ich bei MySpace.com aktiv bin. Wieder ein Zeiträuber! Man hat dort 584 “Freunde” z.B. … die meisten davon kennen sich gar nicht. Amerikanisch halt: Nach 5 Minuten bist Du der Freund eines Anderen, 5 Minuten später kann er sich an deinen Namen nicht mehr erinnern. Social Networking nennt sich das. Genauso trendy wie Tagging, Blogging, Podcasting, Fucking, Blowing und aus-dem-Fenster-Springing.

Ich halse mir nur mehr und mehr Arbeit auf, dessen Sinnhaftigkeit zumindest zweifelhaft ist. Ich könnte gut und gerne 1 bis 2 Fulltimekräfte einstellen, die den ganzen Tag Onlinemarketing für mich betreiben, die wären voll ausgelastet. Kein Problem. Die Frage bleibt: In welchem Verhältnis steht sowas zur Ausbeute, mal ganz kaufmännisch betrachtet?

Mein Freund am Telefon gestern - ich nenne ihn mal nicht, aber er ist eine Produzentenlegende - meinte: “Ich liefere seit 20 Jahren Qualität ab. Wem muss ich noch was beweisen? Muss ich Leute überzeugen durch mehr Onlinepräsenz? Ich glaube nicht. Wer so nicht merkt, was ich mache, der merkt es auch anders nicht.”

Ich kann dem - aus eigener Erfahrung - nur beipflichten. Habe ich eine Phase mit mehr Besuchern auf meiner Website, dann steigen die Store-Verkäufe auch nicht. Anders herum gesehen sinken sie auch nicht bei weniger Besuchern.

Gestern habe ich beim Sozialnetzwerken eine Message an einen (vermeintlichen) Superstar geschrieben, weil mich jemand Anderes darum gebeten hat, er brauchte eine Information, die auch entfernt mit mir zu tun hatte. Ich habe schnell eine Antwort bekommen. Nur nicht auf meine Frage. Es war sowas wie “Wende dich bitte an mein Management”. Hallo? Ich bin ja auch nicht mit der Frage über mein Management um die Ecke gekommen! Diese und ähnliche Allüren finde ich derart blödsinnig, das ich auf sowas bei der betreffenden Person gar nicht eingehe. Wer sowas antwortet erhebt sich von ganz allein über mich. Ich erhebe mich über niemanden. Mir ist es schon unangenehm, wenn mich jemand wegen Support im IV Music STore anschreibt, denkt er schreibt einem Riesenteam von Technikern und Programmierern, und bekommt dann eine persönliche und direkte Antwort von mir. Nicht selten erlebe ich dann sowas wie Kniefälle, nach dem Motto “Oh mein Gott, er ist es wirklich!”. Natürlich bin ich es. Wer sonst? Ich bin eine One-Man-Show. Ich werde zwar geholfen (ha!), was auch sehr gut ist, aber diese Art von Hilfe liegt in der Natur der Dinge.

Schaut Euch das Bild oben links an (übrigens ein Jahr her). So sieht ein Musikproduzent aus, wenn er zu Hause privat herumlungert. Dieser Typ hat sozial lange genetzwerkt. Die virtuellen Gesprächspartner, Websitebesucher (und was weiss ich) sehen sowas normalerweise nicht.

“Aber, hast Du Dir die Fehleinschätzungen in der Öffentlichkeit nicht selbst geschaffen?”. Ja, verdammte Scheisse, natürlich. So verkauft man. BUMM. Ich kann entweder leben oder sterben.

Ich mache, was ich mache, und wem das gefällt, der hat Interesse an Ingo Vogelmann, dem Produkt, denn genau das ist der Punkt. Ingo Vogelmann ist der Name mit dem ich auf Erden registriert bin, ich habe daraus ein Produkt gemacht, aber meine Seele ist ohnehin unverkäuflich, selbst wenn ich dies wollte. Niemand wird vermutlich wegen MSN, Skype & Co. mehr oder weniger in seinem Geschmack beeinflusst.

Ich sag’s mal ganz deutlich: Social Networking geht mir am Arsch vorbei. Für mich zählt ausschließlich echtes Interesse. Und in dem Fall “networke” ich mit allen, die ein Interesse daran haben. Egal wer.

Mein Forum ist ein gutes Beispiel, da funktioniert das so, wie ich es mir vorstelle. Da schreiben nur die Leute, die wirklich interessiert sind! Und da mache ich auch mit.

Bei MSN, Skype & Co. findet man mich aber schon seit Monaten nicht mehr. Ich habe nicht vor, dies zu ändern. Es geht mir gut damit. Ich muss Zeit haben, Zeit für die wichtigen Dinge: Musik.

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3 comments »

  alex schweigert wrote on April 29th, 2006 at 11:17



Ich habe ähnliche Erfahrungen. Es gab Zeiten - damals habe ich privat einen online Shop aufgezogen und meinen Fachinformatiker gemacht - da war ich 19 Stunden am Tag “online”
Der “Job” war auch “erfolgreich”. Habe ich doch jeglichen Input verarbeitet und auch beantwortet. Hunderte Informationen von Leuten Webseiten weitergegeben, verarbeitet, veröffentlicht.
Der totale Informationshype.

Nach einer gewissen Zeit bin ich total verblödet. Wann es soweit war, kann ich nicht mehr sagen. Total verkümmert im Hirn. Ohne es Anfangs zu merken.

Es hat zwar finanziell etwas gebracht, auch an Aufmerksamkeit hat es nicht gefehlt. Aber alles war nicht so richtig der “Knaller”.

Inzwischen sind mir einige Sachen nicht mehr so wichtig. Ich kann NÜTZLICHES für mich von unwichtigen besser erkennen und sehe einiges gelassener.

  Thomas wrote on April 29th, 2006 at 13:00



So sind sie halt, die virtuellen Welten.
Ob Skype, ICQ, MSN, oder sogar der Kontakt über eMails.
Es ist eben alles mehr Schein als sein, solange man die Personen nicht persönlich kennen lernt, die dahinter stehen.
Dort wirst du an der Anzahl deiner Kontakte, sogenannter Freundschaften katalogisiert.
Hast du viele, mußt du wohl wichtig, interessant und “wert aufgenommen zu werden” sein.
Hast du wenige, bist du für die meisten vieleicht ein Niemand, wirst dafür aber auch in Ruhe gelassen:-)

Wie Du schon so passend schreibst *>Nach 5 Minuten bist Du der Freund eines Anderen, 5 Minuten später kann er sich an deinen Namen nicht mehr erinnern< *

Gerade bei dem was Du tust wirkt das für viele natürlich noch zusätzlich wie ein Magnet.
Ändere halt Deinen Accountnamen, tausche ihn nur mit Leuten die Du wirklich kennst und kennen willst und baue Dir so ein, mehr oder weniger privates Netzwerk auf:-)
Anders wirst Du dieser Misere der, nennen wir es mal bösartig “permanenten Belästigung” sicher kaum Herr werden.

Denn wie heißt es doch so schön: Drum wähle wer sich ewig bindet, sich später nicht vor’m Richter findet…;-)

  GGS Hand wrote on April 29th, 2006 at 17:43



Kenne die Möglichkeiten, nutze Sie als Werkzeuge
für Deine Zwecke und lasse Dich nicht in Deiner Zeit
Fremd Bestimmen. Aber so ist das mit jeder Sucht.
Aber jeder Kommunikationsteilnehmer hat das Recht, jederzeit
den Power off - Power on für seine Zeit zu wählen.

Das war das Wort zum Sonntag

Alf

Come on, talk!

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